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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1930-04-01 · 8 (4.1930) · p. Seite 335

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
8 (1929-1930)
Issue
8 (4.1930)
Date
1930-04-01
Page
Seite 335 (sequence 35)
Language
German
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335 Wir haben dauernd grosse Auswahl an tüchtigen kaufmännischen Angestellten aller Branchen, sowie gelernten und ungelernten Arbeitern, Hilfsarbeitern aller Art. Auf Anruf H. 26162 schicken wir Ihnen sofort Aushilfskräfte tage- und stundenweise für jede vorkommende Arbeit, wie Umzüge, Ausladen von Waggons, Beförderung von Paketen und Kisten etc. In unserer Schreibstube werden Vervielfältigungs- und Druckaufträge aller Art, sowie Adressenschreiben prompt und billig ausgeführt. Auswanderung. Die Zahl der jüdischen Auswanderer im Jahre 1929 betrug, nach Feststellungen von „HIAS-ICA-EMIGDIRECT (HICEM)", 45 840. Von den Auswanderern, die zum grössten Teile aus Polen stammten, gingen nach den Vereinigten Staaten 15 500, nach Kanada 3680, nach Argentinien 5986, nach Brasilien 5610, nach Uruguay etwa 2000, nach Palästina 5249, nach Südafrika 2465, nach Australien 350 und nach anderen überseeischen Ländern (Cuba, Mexiko, Columbien, Venezuela, Peru, Chile usw.) etwa 2000. Nach den Westeuropäischen Ländern (Frankreich, Belgien, England usw.) sind über 5000 jüdische Emigranten aus Osteuropa ausgewandert. Warnung. Wir warnen die Gemeindemitglieder davor, Wanderer, welche Belgien oder Frankreich als Reiseziel angeben und nicht im Besitze eines Arbeitskontraktes durch das französische Arbeitsministerium sowie eines Visums sind, das die Arbeitsaufnahme in den betreffenden Ländern ausdrücklich gestattet, mit irgendwelchen Geldmitteln zur Fortsetzung ihrer Reise zu unterstützen. Wir bitten vielmehr dringendst im Interesse der Wanderer von diesen zwecklosen Reisen abzuraten, da die jüdischen Hilfsorganisationen in Frankreich und Belgien den Leuten in keiner Weise behilflich sein können, die Wanderer keine Arbeit aufnehmen dürfen und gezwungen sind, binnen kürzester Zeit wieder in ihre Heimatländer zurückzukehren und die jüdische Fürsorge Deutschlands — Organisationen und Private — erneut in Anspruch nehmen. Wir bitten, im Zweifelsfalle sich mit uns in Verbindung zu setzen. Jüdische Wohlfahrtspflege, Abt. Wanderfürsorge (Langestr. 30 pt. Fernspr. 26162) Jüdische Leihkasse E. V. Die Geschäftsstelle dieser gemeinnützigen Einrichtung befindet sich Eschersheimer Landstraße 29, 1. Stock. Geschäftsstunden: Dienstag und Donnerstag, nachmittags von 4—6 Uhr. Die Leihkasse bewilligt selbständigen Gewerbetreibenden und Handwerkern Darlehen in mäßigen Beträgen gegen Bürgschaft zahlungsfähiger Personen. Aus dem Büro des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (Ortsgruppe Frankfurt a. M., Stein weg 9, Z. 111) An dieser Stelle werden in Zukunft Mitteilungen tatsächlicher Art und kurze Situationsberichte aus dem Arbeitsgebiet des Centraivereins unter Verantwortung der hiesigen Ortsgruppe veröffentlicht. Die Schriftl. 1. Am Montag, den 7. April abends 8K Uhr veranstalten wir im grossen Saal des Volksbildungsheims eine öffentliche Versammlung mit Herrn Rabbiner Dr. Neuhaus, Mülheim (Ruhr) als Referenten über das Thema: „Der Talmud und seine Geheimnisse." Eintritt frei. herein sur Neuerung (jieflger ifrael. Süraerötöcrjter e. & 3)ie Vergebung einet 23rautau3fteuer aus ber 2)renfu§=:3eibel§'fdjen ^us* fteuerung§=®tiftung finbet am 27. SDtai 1930 ftatt. 3ur Seroerbung finb nad) ben ©atjungen ber Stiftung jugelaffen: •1. SJtadjfomnten ber ©Hera ber Stifter: 3faac unb Sfubittje Srenfu* geb. fflernfjeim aus ©ierenij im (Slfafs unb 2JIofe§ unb Sunte SfeibeB geb. Sßfeiffer nu§ SBüraburg. 2. §tefige S3ürger§tödjter, bte ben Sebingungen^ber §§ 1 unb 2 ber Saljungen unfereä SJeremS entfpretfjen. Slnmelbungen finb Bei $errn 2BoIfgang Sfuerbadj, §ier, ©erDinuäftra&e 19> DormittagS 8^9 W)t bt3-fpäteften5 29. 9IpriI 1930 einzureichen. Sfronffurt o. ben 25. SRära 1930 2)er Sorffanfr. 2. Am 5. März veranstaltete die hiesige Ortsgruppe des Centraivereins gemeinsam mit der deutsch-evangelischen Volksvereinigung und dem Katholikenkomitee eine „Protestkundgebung gegen die Religionsverfolgung in Russlan d'\ die von 2000 Personen besucht war Als jüdischer Redner sprach Herr Rabbiner Dr. Lazarus. 3. Am 9. März fand eine Arbeitstagung des Jugendausschusses des Centraivereins statt mit einem Lichtbildervortrag von Herrn Dr. Feldmann, Freiburg über „Rassefragen" unter Anteilnahme der jüdischen Primaner unserer Stadt. An das Referat schloss sich eine mehrstündige Aussprache über die Probleme Volk, Rasse und Nation an. 4. An der Hauptwache (unter der Uhr) werden seit einigen Wochen allabendlich antisemitische Zeitungen zum Verkauf angeboten. —• Ein jüdischer Z e i t u n g sverkäufer namens Heinrich Kahn hat seinen Verkaufsplatz von abends 7 Uhr ab auf der Insel an der Hauptwache (Haltestelle der Linie 10 und 15). In Frankfurt a. M. hat sich eine „n a t i o n a 1 s o z i alistische Interessengemeinschaft der kaufmännischen Angestellten im deutsch nationalen Handlungsgehilfe n verband" (DHV.) gebildet. Versammlungslokal ist das Heim des DHV., Savignystrasse 43. Die Monatsschrift des „Gewerkschaftsbund der Angestellten", „Der Frankfurter Angestellte" vom 1. März 1930 berichtet über die Zersetzungsarbeit, die durch die Agitation der Nationalsozialisten getrieben wird. Preußischer Landesverband jüdischer Gemeinden (Amtlich). Provinzialverband. Am 2. März d. Js. fand in Berlin i:i den Räumen des Preussischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden die konstituierende Versammlung des Prnnvinzialverbandes brandenburgischer Synagogengemeinden statt. Bereits vor der Gründnngsversammlnng hatte eine Reihe von Gemeinden den Beitritt zu dem sreolanten Verbände erklärt. Die am 2. März anwesenden Gemeindevertreter sprachen sich mit überwältigender Mehrheit für die sofortige Schaffung des Verbandes aus und erklärten durrh den Beitritt zum Verband diesen für konstituiert. Daraufhin wurden die Satzunsren beraten und verabschiedet. Zum Sitz des Verbandes wurde L a n d s b e r g a. W. bestimmt, jedoch werden die Verbandstagungen regelmässig in Berlin stattfinden. — Der Verband bezweckt die Förderung gemeinsamer und besonderer Angelegenheiten der in ihm vereinigten SynagoorentremeInden, insbesondere durch vorbereitende und gutachtliche Tätigkeit gegenüber dem Preussis<4i*»n Landesverband iüdischer Gemeinden, Austausch von Erfahrungen in der Gemeindeverwaltung, schiedsrichterliche Schlichtung und Entscheidung innerer Streitigkeiten auf Anrufen der Beteilieten. Politische und religiöse Streitfragen sind von der Erörterung im Verbände ausgeschlossen. Organe des Verbandes sind die jährlich zusammentretende Hauotversammlung und der von ihr auf 3 Tahre zu wählende Verbandsausschuss von 9 Personen. Bis zur Einberufung der ersten HauDtversaTnmlung führt ein rtrovisorischer Ausschuss von_9-10 Mitgliedern die Geschäfte des Verbandes. Zum Vorsitzenden dieses Ausschusses ist Herr Stadtrat Hugo Noack - Landsberg/Warthe. gewählt worden. S u b v e n t i o n s a u s s c h u s s. Der Vorsitzende des Ausschusses, RA. Dr. Klee. legt einen eingehenden Bericht über die Tätigkeit des Subventions-Ausschusses während der ersten Legislatur-Periode des Landesverbands vor. Der Bericht enthält u. a. tabellarische Aufstellungen, denen folgende Ziffern entnommen seien: EINE NEUE CISARRE IN FARBE UND QUALITÄT EINE SPITZENLEISTUNG G^m^MrO LZ FRANKFÜ RT M* G EG 1*9

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