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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1930-04-01 · 8 (4.1930) · p. Seite 328

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
8 (1929-1930)
Issue
8 (4.1930)
Date
1930-04-01
Page
Seite 328 (sequence 28)
Language
German
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328 destens RM. 500.— zu leisten und der Gemeinde durch, die übernommene Verpflichtung erhebliche Kosten nicht entstehen. Auf die frühere Anfrage des Herrn Gerlich in Sa dien der Beschäftigung jüd. Erwerbsloser in den unter Aufsicht der Ritualkonmiission stehenden Betrieben hat der Vorstand mitgeteilt, dass er bereits im Oktober v. J. sämtliche Auf Sichtsbetriebe um Einstellung jüdischer Arbeitsloser ersucht und in der Mazzenbäckerei inzwischen mehrere Erwerbslose eingestellt habe. Von der Zuschrift des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge betr. die von ihm veranstaltete Gedächtnisfeier auf den hiesigen Friedhöfen aus Anlass des diesjährigen Volkstrauertages, sowie von der Mitteilung des Reichsbunds jüdischer Frontsoldaten betr. die im Ansehluss hieran beabsichtigte Ehrung der jüdischen Gefallenen auf dem Ehrenfried hol" an der Rat Beilstrasse wird Kenntnis genommen. Die Gemeindevertretung beschliesst zu diesen Veranstaltungen drei ihrer Mitglieder zu delegieren. Herr Justizrat Adolf Fuld hat der Gemeinde ein Aquarell Partie des alten Friedhofs am Börneplatz zum Geschenk gemacht. Die Gemeindevertretung nimmt mit Dank an den Spender Kenntnis. Hieran schloss sich eine nichtöffentl. der Personalsadien behandelt wurden. Sit z u n g, m Aus den Gemeinden Deutschland. Berlin. Auf Einladung des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde fand eine Aussprache über Massnahmen zur Bekämpfung der Erwerbslosigkeit unter den Juden statt, an der sich führende Persönlichkeiten aus dem Wirtschaftsleben, u. a. Reichstagsabgeordneter Professor Georg Bernhard, beteiligten. — Seit dem Jahre 1919 wurden in Preussen 107.599 Ausländer eingebürgert, darunter nur 7.654 Ostjuden. — Das Münzkabinett des Kaiser-Friedrich-Museums erwarb die Albert-Einstein-Plakette des Bildhauers Artur Loewenthal. — In der Sitzung vom 18. II. nahm der Strafrechtsausschuss des Reichstags bei der Beratung des Tierschutzparagraphen folgenden vom Zentrumsabgeordneten Dr. Bell beantragten Absatz an: „Handlungen an Tieren dürfen nicht mit Strafe bedroht werden, soweit sie zur Verfolgung ernster -wissensdiaftlicher Zwecke oder zur Erfüllung der Gebräuche einer Religionsgemeinschaft des öffentlichen Rechts geboten sind". — Die im Jahre 1928 unter den deutschen Juden zwecks Reformierung des jüdischen Fürsorgewesens begründete „A k - tion für Erziehung und Arbeit" hat ihre Tätigkeit aufgenommen. — Der Verein Oranienburg-Vorstand, einer der bedeutendsten Berliner Privat-Synagogen-Vereine, konnte in diesen Tagen auf ein 50jähriges Bestehen zurückblicken. — Die Sitzung des Hauptvorstandes des „Centraivereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" vom 16. IL beschäftigte sich mit den Grundbedingungen einer Zusammenarbeit von Mitgliedern des Centraivereins mit Zionisten und dem Centraiverein nicht angehörenden Nichtzionisten in der „Jewish Agency". Es wurde folgender Besdiluss gefasst: „Der C. V. hat stets jede national-jüdische Bestrebung abgelehnt. In Uebereinstimmung damit haben diejenigen Mitglieder des Hauptvorstandes, die sich an der Palästina-Arbeit beteiligen, stets erklärt, dass sie als deutsche Juden den Mittelpunkt ihres politischen und kulturellen Lebens in Deutschland erblicken, und dass sie jede national-jüdische Propaganda, auch im Rahmen der „Jewish Agency" abweisen. Der Hauptvorstand des C. V. hat demgemäss das Vertrauen, dass alle seine Mitglieder überall, auch ausserhalb des Vereins, diesem Gedanken zur Durchführung verhelfen." — Die „Zionistische Vereinigung für Deutschland" hatte für den 9. III. eine Jugendführertagung einberufen. — In einem eingehenden Referat gab der Syndikus des „Centraivereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens", Dr. Alfred Wiener am 19. III. einen Ueberblick über die Arbeit des C. V. auf dem Gebiet der Abwehr nationalistischer Angriffe. — Der hervorragende Lehrer für Theatergesdiidite an der Berliner Universität, Professor Dr. Max Hermann, ein Jude, wurde nach 54jähriger erfolgreidier Dozententätigkeit zum Ordinarius für neuere deutsche Literatur befördert. — Die jüdisdie Forscherin auf dem Gebiete der experimentellen Zellforschung und Assistentin des Krebs-Institutes der Berliner Friedrich Wilhelmstädtischen Universität, Frau Dr. Eugenie Klee-Rawidowicz, wurde zum Mitglied des deutsdien Zentralkomitees zur Erforschung und Bekämpfung der Krebskrankheit ernannt. — Dem Andenken des hervorragenden jüdisdien Röntgenologen Professor Dr. Max Levy-Dorn war eine sdilidite Feier gewidmet, welche die Leiter des Virdiow-Krankenhauses am 16. III. veranstalteten. — Das Kuratorium der Liebig-Stiftung hat dem jüdisdien Chemiker Professor Dr. Oskar L o e w, dem bekannten Forscher auf dem Gebiete des Kalkstoffwedisels, die Liebig-Medaille verliehen. — Bei der vom „Verein der Künstlerinnen" veranstalteten internationalen Kunstausstellung „Die Frau von heute" erhielt die jüdisdie Künstlerin Rahel Szalit für ihr Gemälde „Die russische Emigrantin als Bardame" den ersten Preis. — Aus Anlass des 30jährigen Diditerjubiläums des grossen hebräischen Dichters Saul Tschernichowsky veranstaltete der „Verein der Hebraisten" am 12. III. eine sdilidite Feier. — Der Belehrung und Festigung des Juden in der Geisteskrise der Gegenwart sollen die religiösen Weihe stunden dienen, die auf Antrag der liberalen Fraktion in der Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde in den Berliner Synagogen abgehalten werden und deren erste am 25. IL stattfand. Rabbiner Dr. Caesar Seligmann, Frankfurt a. M. hielt einen Vortrag über das Thema „Grundlagen des religiösen Glaubens". — Breslau. Der 1876 in Frankfurt a. M. geborene Dozent des Rabbiner-Seminars Dr. Isaak Heinemann wurde zum Honorarprofessor an der Universität Breslau ernannt. — Aus einer Feststellung des Statistischen Amts ergibt sich, dass im Jahre 1929 in Breslau der Prozentsatz der jüdischen Selbstmorde ungefähr doppelt so hoch war wie der in der nicht jüdischen Bevölkerung. — Hamburg. Nadi einer Erklärung des Ausschusses des „Allgemeinen Deutsdien Kantorenverbandes" widerspricht die konzertmässige Betätigung von Kantoren, namentlidi wenn sie ihre Veranstaltungen vermittels marktschreierischer Reklame ankündigen lassen, der Würde des Vorbeterstandes. — In Anwesenheit von etwa 1500 Personen, unter denen sich audi viele Nichtjuden befanden, veranstaltete das Deutsche Komitee „Pro Palästina" unter dem Vorsitz von Graf Bernstorff eine grössere Kundgebung. In einer eindrucksvollen Ansprache bekannte sich Bürgermeister Dr. Petersen-Hamburg zu den jüdischen Palästinabestrebungen. — In der Sitzung des Repräsentanten-Kollegiums der Gemeinde vom 25. II. wurde die Kultussteuer für das Rechnungsjahr 1950—31 auf 10% der Reichseinkommensteuer festgesetzt; hiezu treten noch die Beiträge an die Synagogen-Verbände. — Karlsruhe. Der Rechtspflegeaussdmss des badischen Landtags hat einen von dem nationalsozialistischen Abgeordneten Kraft gestellten Antrag, nach dem das rituelle Schächten verboten werden soll, abgelehnt. — Kiel. Auf Anregung des Rabbiners Dr. Arthur Posner veranstaltete die jüdische Gemeinde eine Ausstellung des jüdischen Buches, welche bei der Bevölkerung grossen Anklang fand. — Magdeburg. In Anwesenheit von 46 Delegierten aus dem Reiche, sowie vieler ^amen$fr&m 1 Beste Bembergseide F Gold Mk. 2.95 /. Silber Mk. 2.75 .V Stahl Mk. 2.25 e*r* « K iß i 5.1 ^-.Cc- 93 Zeil 93

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