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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1930-03-01 · 7 (3.1930) · p. Seite 274

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
8 (1929-1930)
Issue
7 (3.1930)
Date
1930-03-01
Page
Seite 274 (sequence 22)
Language
German
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die Gemeinde werde sich die Zuschussverpflichtung auf die erwähnten Teile restlos ergeben. Demgemäss sei sowohl die finanzielle, als auch die juristische Seite der Angelegenheit von Herrn Simon gänzlich falsch beurteilt worden. Schliesslich wendet sich Herr Dr. Geiger noch gegen die Ausführungen des Herrn Fromm, wonach die Unterhaltung der Schule für die Gemeinde eine wichtigere Aufgabe bedeute, als die Unterhaltung gottesdienstlicher Einrichtungen, was vom Standpunkt der liberalen Fraktion zurückgewiesen werden müsse. Damit ist die Debatte erschöpft. In der Abstimmung wird die Uebernahme der Schule mit, 16 gegen 12 Stimmen abgelehnt. Ebenso wird abgelehnt die Schliessung der Obersekunda, der Frauenschule und des Kindergartens, sowie die Vorstandsbeschlüsse betr. die Unterstellung der Volksschule unter einen eigenen Schulrat bezw. unter einen eigenen Leiter. Zugestimmt wird dem Vorstandsbeschluss betr. die Umgestaltung der Schulordnung. Es folgt eine kurze Debatte betr. die Uebernahme einer hypothekarisch gesicherten Bürgschaft zur Tilgung einer von der Israelitischen Religionsschule geschuldeten, zur Rückzahlung fälligen Teilhypothek von RM. 15.000.—, womit sich die Gemeindevertretung einverstanden erklärt. Bekanntgegeben wird die Einladung des Kons.-Jüd. Gemeindevereins zu einem Vortrag des Herrn Gemeinderabbiners Dr. Hoffanann „Vom Sinn der Einheitsgemeinde" am 9. Februar d. J„ sowie die Schenkungen des Herru Dr. Emmerich für die Bibliothek und des Herrn Paul J a c o b i anlässlich des Ablebens seiner Mutter. Eine Anfrage des Herrn G e r 1 i c h betr. die Unterbringung jüdischer Erwerbsloser in den unter Aufsicht der Ritualkoinmission stehenden Betrieben wird dem Vorstand zur Kenntnisnahme und Beantwortung überwiesen. Hieran schloss sich eine nichtöffentliche Sitzung, in welcher Personalangelegenheiten besprochen wurden. 274 Aus den Gemeinden Deutschland. Berlin. Unter Mitwirkung von Kammersänger Hermann Jadlowker und Professor Albert Einstein veranstaltete der Vorstand der Jüdischen Gemeinde am 29.1. ein Synagogen-Konzert zugunsten des Wohlfahrts- und Jugendamtes der Gemeinde. — Von unbekannten Tätern wurde am 16. IL die Synagoge am Kottbuser Tor besudelt und geschändet. — Am 26. I. wurde das neue, unter die Leitung von Dr. Ziegler gestellte Röntgeninstitut der Jüdischen Gemeinde eingeweiht, das nach dem Urteil erster Autoritäten auf dem Gebiet der Röntgenologie das besteingerichtete Röntgeninstitut aller Berliner Krankenhäuser ist. — Zwecks Heranziehung der jüdischen Jugend zur Gemeindearbeit wurde bei der Berliner Gemeinde wie auch bei anderen Grossgemeinden, wie Frankfurt a. M., Kassel, Königsberg, Hamburg, Leipzig und Stuttgart ein J u g e n d - gflegeausschuss gebildet. Dieser Ausschuss soll in erlin aus etwa 26 Mitgliedern bestehen, wovon mindestens 15 Vertreter der Jugend sein sollen; ihm wird die Verwaltung dreier Dezernate anvertraut werden: das Dezernat für fubenda-Strümpfe! modisch — hallbar — preiswert nur im 9übenda-6(k. 9ubenda-6<k? 9a, gan$ einfach: foucav Und fißllder Inh. Leo Buschhoff ROSSMARKT 10 (GERMANIAHAUS) Sport, dasjenige für Jugendbewegung und'das für Pflege der schulentlassenen Jugend. — Der wegen Beleidigung mehrerer Persönlichkeiten, u. a. des Preussischen Ministerpräsidenten Braun, des Preussischen Wohlfahrtsministers Hirtsiefers und des Berliner Polizeivizepräsidenten Dr. Weiss, sowie wegen Beschimpfung der Republik angeklagte nationalsozialistische Reichstagsabgeordnete Strasser wurde zu einer Gefängnisstrafe von 6 Monaten und einer Geldstrafe von 600 Mark verurteilt. — Wegen Anbringung hetzerischer Anschläge wurde dem „Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund" an der Technischen Hochschule die Benutzung des schwarzen Brettes untersagt. — Die Berliner „Gesellschaft zur Förderung des Jiddischen Wissenschaftlichen Instituts" veranstaltet eine Reihe von Vorlesungen über jüdische Literatur und Sprache, sowie über sozialwirtsehaftliche Fragen. — Unter dem Vorsitz von Dr. Arthur Czellitzer hielt die „G es ellschaft für jüdische Familienforschung" am 22. I. ihre Generalversammlung ab, in deren Mittelpunkt der Vortrag des Herrn Dr. Czellitzer über den Roman von Ludwig Lewisohn „Das Erbe im Blut" und seine Bedeutung für die jüdische Familienforschung stand. — In der Reihe der Montagsvorlesungen der „Hochschule für die Wissenschaft des Judentums" sprach am 5. II. der Vertreter der evangelischen Theologie an der Berliner Universität und Leiter des „Institutum Judaicum", Geheimrat D. Dr. Alfred Bertholet, über das Thema „Der Opfergedanke in der Religion". — Unter dem Vorsitz des Grafen Bernstorff wurde am 13. II. die von etwa 50 Mitgliedern besuchte Jahresversammlung des Deutschen Komitees „Pro Palästina" abgehalten. — Die Werbeaktion für den im Sommer 1930 geplanten Weltkongress der „Schonire Schabbos" wurde am. 16. II. durch eine Massenversammlung unter der Devise „Sabbath '— Judentum — Menschheit" eingeleitet. — Am 10. II. fand eine Sitzung der deutschen Mitglieder der „Jewish Agency" und der Mitglieder des Präsidiums des deutschen „K e r e n Hajesso d" statt. — Zu Ehren des Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation und der „Jewish Agency", Professor Dr. Chaim Weizmann, gab der Staatssekretär im Auswärtigen Amt Dr. von Schubert am 13. II. ein Frühstück. — Im Alter von 62 Jahren verstarb am 7. II. der bekannte jüdische Industrielle Oscar Heimann, Mitinhaber des Modehauses R. M. Maassen. Heimann war Mitglied des Hauptvorstandes des „CentralVereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" und erwarb sich auch um das jüdische Wohlfahrtswesen grosse Verdienste. — Im Alter von 47 Jahren verschied am 9. II. der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Dr. PaulLevi. L e v i, der längere Zeit in Frankfurt a. M. als Rechtsanwalt tätig war, galt als einer der glänzendsten Verteidiger. Ihm zu Ehren veranstaltete die „Liga für Menschenrechte'" am 16. II. eine Trauerfeier. — Dr. Max Osborn, der hervorragende Kunstwissenschaftler und Theaterkritiker der Ullstein-Presse — ein Jude —, feierte am 10. II. seinen 60. Geburtstag. — Borken (Westf.) Das vom Preussischen Landesverband jüdischer Gemeinden eingerichtete konservative Bezirksrabbinat, dem bisher acht Gemeinden angeschlossen sind, begann am 19. Januar seine Tätigkeit mit der feierlichen Amtseinführung des bisher als Religionslehrer in Frankfur t/M tätig gewesenen Bezirksrabbiners Dr. K ö h- Wenn Sie Drucksachen benötigen, dann rufen Sie bitte Garolus 47761 an. Wir liefern Ihnen alle Drucksachen für Handel und Industrie, wie Prospekte, Kataloge, Preislisten, Rechnungen und Quittungen, Rundschreiben, Briefbogen, Briefumschläge. Ständig großes Lager in Formularen der Post- und Bahnverwaltung. Geschäftsbücher in allen Liniaturen und Einbänden. Frachtbriefe. BUCH- UND KUNSTDRUCKEREI GEBRÜDER BRAUN Hanauer Landstraase 155-157 .*. Garolus 47761

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