Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 8 (1929-1930)
- Issue
- 6 (2.1930)
- Date
- 1930-02-01
- Page
- Seite 239 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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lehr bar?" Der Referent wies im Verlaufe seiner Ausführungen besonders auf die bedauerliche, den jüdischen Religionsunterricht erschwerende Tatsache hin, dass auf dem Gebiet der jüdischen religionspädagogischen Literatur nur wenige wertvolle Werke vorhanden seien; die von ihm beantragte Einsetzung eines religions-pädagogischen Ausschusses beim „Allgemeinen Deutschen Rabbinerverband" wurde einstimmig beschlossen. Zionistischer Delegiertentag. In Anwesenheit des Präsidenten der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency, Professor Dr. Chaim Weizmann, sowie zahlreicher Delegierter und Gäste aus allen Teilen des Reiches wurde am 29. und 30. Dezember 1929 der 25. Delegiertentag der deutschen Zionisten abgehalten. Den Höhepunkt der Tagung bildete ein grosszügig angelegtes und mit grossem Beifall aufgenommenes Referat Weizmanns über die „politische Situation im Zionismus und in Palästina", in dem der Redner alle Probleme behandelte, die mit dem Aufbau der Nationalen Heimstätte in Erez Israel in Zusammenhang stehen. Die anschliessende, auf hohem Niveau stehende Auseinandersetzung der innerzionistischen Probleme führte zu einer Verständigung mit den hauptsächlichen Oppositionsgruppen. In den Landesvorstand wurden gewählt: Kurt Blumenfeld, Alexander Adler, Alfred Berger, Dr. Siegfried Kanowitz, Dr. Siegfried Moses, Dr. Georg Landauer, Edmund Levy, Dr. Oskar Wolfsberg. Führertagung. Die Führertagung des Reich saus Schusses der jüdischen Jugendvereine, die in der Zeit vom 25. bis 31. Dezember 1929 in Seesen abgehalten wurde, beschäftigte sich vorzugsweise mit den sozialen Problemen der jüdischen Jugend und mit ihrer Vereinigung in den Jugendbünden. Im Zusammenhang hiermit wurde der Bildungsstand der jüdischen Jugend und die Bedeutung der jüdischen Schule besprochen. Auch dem jüdischen Aufbauwerk in Palästina waren eingehende Referate gewidmet. Keren Hajessod. Von den Gesamteingängen beim „Keren Hajessod, die bis zum 30. IX. 1929 die Summe von 3.986.200 Pfund betrugen, entfallen auf die Vereinigten Staaten von Nordamerika 2.190,539,4.6, auf Südafrika 293,060.4.3, Deutschland 188.232.19.9, England 175,580.12.4, Rumänien 168,827.17.1, Polen 157,506.8.5, Kanada 147,527.15.7, Südamerika 107,046.2.1, Holland 76,615.18.10, die Tschechoslowakei 75,475.0.4, Litauen und Lettland 54,559.11.5, Frankreich, Belgien und die Schweiz 44,224.19.5, Palästina 58,980.4.7, auf die Balkanstaaten 37,964.12.1 und auf Oesterreich 51,420.15.10 Pfund. Konzert der Jüdischen Wohlfahrtspflege. Ueber die wohlgelungene Veranstaltung am 27. Januar kann nach Redaktionsschluss nur noch ganz kurz berichtet werden. Der Saal war ausverkauft; im Publikum waren alle Kreise der Gemeinde, darunter viele ihrer hervorragendsten Persönlichkeiten, vertreten. Das reichhaltige Programm — von Haydn bis Hubay — stand fast durchweg auf künstlerisch hohem Niveau und wurde von den dankenswerterweise mitwirkenden Künstlern mit oft bewährter Meisterschaft zum Vortrag gebracht. Mit der erfolgreichen Geigerin Anni Steiger-Betzack und den Meistersängern Else Gentner-Ziegler und Benno Ziegler teilten sich am Flügel Frau Hedwig E 1 k a n, Herr Dr. Otto Eisner, Herr Paul Meyer und die Komponistin Frau R o s y Geiger-Kullmann in die Ehren des Abends. Der Dank der Zuhörer äusserte sich in oft stürmischem Beifall. Hoffentlich ist der materielle Ertrag derart, dass aus dem festlichen Konzertsaal einige Freunde auch in die dunkleren Räume der Notleidenden hinübergeleitet werden kann. H. T. VEREINSu. VERS AMMLUNGS-KALENDER (Mitteilungen für die nächste Nummer müssen spätestens am 18. Februar bei der Schriftleitung vorliegen). Hinweis. Aus Raumgründen können Vereinsanzeigen nur in beschränktem Umfang aufgenommen werden, insbesondere werden Arbeitsprogramme einzelner Vereine höchstens zweimal jährlich veröffentlicht. Auf einzelne Veranstaltungen wird in der Regel nur dann hingewiesen, wenn sie auch für Nichtmitglieder zugänglich sind. Februar Talmud Thora-Verein. Vereinslokal Synagoge-Börneplatz, Büro Theobaldstr. 6. Fortbildungsunterricht für Knaben und Mädchen täglich von 15—19 Uhr, unter Leitung erprobter Lehrer. Fortbildungsunterricht für junge Leute täglich von 19—22 Uhr Theobaldstr. 6. Allgemeine Schiurim: Montag 18—19: Agadische Stellen aus dem Talmud (S. Unna); Dienstag: Gemoro (Rabb. . Dr. Hoff mann); Mittwoch: für Damen (S. Unna, Rabb. Donath); Donnerstag: Gemoro (Dr. J. Unna); Samstag: Schulchan Aruch (S. Unna); 15—16: Raschi (Rabb. Ass. Lipinsky); %, Std. vor Nacht: Mikro (Dr. J. Unna). Verein Montefiore E. V. (im Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands). Verein zur Pflege der idealen Interessen jüdischer junger Leute. Heim: Oederweg 14 pt.; 1. Vors.: Lehrer Aifred Speyer, Sömmeringstrasse 12. Jüdisch-liberale Jugendgemeinschaft. Regelmässige Heimabende, Arbeitsgemeinschaften, gesellige Veranstaltungen, religiöse Feiern. Nähere Auskunft: Dr. Hugo Hoffmann, Untermain-Anlage 7, (Tel. Taunus 5205). ,,Kameraden" Deutsch-jüdischer Wanderbund. Fahrten, Heimabende. Anschrift: Fritz Rosenthal, Paul Ehrlichstr. 28. Heim: Jugendheim am Mainkai. „Kadimah" Bund jüdischer Jugend. Arbeitsgemeinschaften, Kurse, Heimabende, Fahrten. Sekretariat bei; Paul Rinsberger, Oederweg 101 (Tel. Hansa 7855). Heim: Unterlindau 21 und Jugendheim am Mainkai. Bund jüdischer Pfadfinder. Selbsterziehung auf jüdischer Grundlage. Arbeitsplan und Fahrtenzettel durch Erich May, Grempstr. 21. Mädchenklub, Langestr. 3. Leiterin: H. Wallerstein. Montag: Deutsch (Irene Darmstädter), Zeitungslesen (Frl. B. Pappenheim); Dienstag: Rezitationsunterricht (Frau S. Eisemann), Handarbeiten, Nähen, Schneidern, Stopfen (Frl. David); Mittwoch: Rhythmische Gymnastik (Frau Lotte Stern), Englisch (Frau H. Heyman), Französisch für Anfänger (Frl. A. Lubowski), Bücherausgabe und Bücherberatung (Frau Oppenheimer, Frau Nossbaum); Donnerstag: Deutsch (Frl. R. Jeidel), Pädagogische Arbeitsgemeinschaft (Frl. Dr. Fuchs), Französisch für Fortgeschrittene (Frau L. Feitier); Samstag: Aussprache über aktuelle Tagesfragen (Frl. Dr. H. Stern). Jugendgruppe des Jüdischen Frauenbundes. Die Gruppe ist bemüht, unter ihren Mitgliedern und allen Jugendlichen für soziale Arbeit zu werben, sie lässt durch ihre Mitglieder Nachhilfestunden an unbemittelte Kinder erteilen, bei alten und blinden Leuten vorlesen. Junge Frauen und Mädchen, die an den Veranstaltungen und Arbeiten der Jugendgruppe teilnehmen wollen, werden gebeten, ihre Anmeldung an Edith Falk, Bornwiesenweg 34 b. Prof. Werner, zu senden. Jüdischer Turnerbund E. V. Von Sonntag bis Donnerstag Turnen und Gymnastikkurse für Herren, alte Herren, Frauen, Damen. Knaben und Mädchen. Besonderer Gesundheitsgymnastikkurs für Frauen. Sämtliche Kurse unter Aufsicht und Leitung bewährter Lehrkräfte. Sonntags nach Bekanntgabe Wanderungen. Im Heim, Langestr. 55 erster Stock, jeden Montag und Mittwochabend 834 Uhr gesellige Zusammenkünfte. Ausführliche Auskunft bei der Vereinsleitung, Hanauerlandstr. 43. Einzelne Veranstaltungen im Februar: Samstag 1. Talmud Thora-Verein. Vortrag über „Die Ethik des Judentums nach Pirke Aboth" von Rabb. Dr. Hoffmann, 16 Uhr. Jüdischer Jugendbund. Literarischer Zirkel, Kaffee Falk, 2 t X Uhr. Sonntag 2. Talmud Thora-Verein. Tehillim-Vortrag von Rabb. Dr. Hoffmann, Syn. Börneplatz, 18 Uhr. „Arbe". Besichtigung des neuen israelitischen Friedhofs. (Ring jüdischer Führungen: 2. Tag) Führung: Regierungsbaumeister Nathan. Treffpunkt: 14.50 Uhr Eckenheimer Landstr. — Abzweigung (Linie 7) Karten zu Mk. 0.50, Mitglieder der „Arbe" frei. Geschäftsstelle: Kettenhofweg 19. Montag 3. Jüdischer Jugendbund. Englischer Zirkel b. Freund, Uhlandstr. 42, 21 Uhr. Verein Montefiore E. V. Vortrag über „Jüdische Maler in der neueren Kunstbewegung" mit Lichtbildern von Studienrat Dr. A. Galliner, Frankfurt-Loge, 20% Uhr. Dienstag 4. „Iii". Literaturschau, Westendsynagoge, 20% Uhr. Mittwoch 5. Arbeitsgemeinschaft f. jüd. u. allg.-kull Interessen. 1. Abend in der Vortragsreihe „Das Judentum im Wirtschaftsleben . Vortrag über „Wirtschaft und Ethik" von Fritz Haas. Diskussion.