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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1930-02-01 · 6 (2.1930) · p. Seite 238

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
8 (1929-1930)
Issue
6 (2.1930)
Date
1930-02-01
Page
Seite 238 (sequence 22)
Language
German
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Nobel-Vorlesung. In der Reihe der all jähr lidi vom Freien Jüdischen Lehrhaus zum Todestag Rabbiner Nobels s. A. veranstalteten Vorlesungen sprach in diesem Jahr am Samstag, oYri« 25. Januar vor sehr zahlreichen Zuhörern Herr cand. phil. N. Glatzer über das Thema: „Ach er. Altesjudentum und fremder Geis t". In klarem Aufbau erstand das Bild einer der merkwürdigsten Epochen in der Geistesgeschichte des Judentums und der Menschheit: der Zusammenprall der Gnosis mit den Religionen des Orients. Die aufschlussreichen und stellenweise kühnen Darlegungen wurden mit gespanntem Interesse entgegengenommen. — Vor Beginn der Vorlesung gedachte Dr. Eduard Strauss mit einem kurzen eindrucksvollen Wort des Gründers des Lehrhauses, Franz Ro seji zweig s. Nobel-Spende. Das Komitee der Nobel-Spende, dessen Bestrebungen von zahlreichen Persönlichkeiten aus verschiedenen Gemeinden unterstützt werden, erinnert die jüdische Oeffentlichkeit an den 24. Teweth, den Todestag von Rabbiner Dr. Nehemias Anton Nobels. A., und bittet Jahreszeitspenden für die Nobel-Stiftung zu richten an: Frau Irene Darmstädter, Postscheckkonto: 46778 Frankfurt a. M. Die Erträgnisse der Stiftung werden zu Studienbeihilfen für jüdische Religionslehrerinnen verwendet. Freies Jüdisches Lehrhaus. Die von Dr. Eduard Strauss geleitete Arbeitsgemeinschaft über die Heilige Schrift (gegenwärtig das fünfte Buch) findet regelmässig Donnerstag von 19Yn bis 20 Uhr im Lehrzimmer der Westendsynagoge (Nebeneingang Freiherr v. Steinstr.) statt. Die Teilnahme ist kostenlos und kann jederzeit erfolgen. Jüdischer Jugendbund. Die Mitgliederversammlung f an d am 8. Januar statt. Aus dem Geschäftsbericht, den Herr S. Dillenberg den zahlreich erschienenen Mitgliedern erstattete, war zu ersehen, dass der Verein sich weiter sehr gut entwickelt hat. An 80 Veranstaltungen haben sich ca. 1100 Besucher beteiligt. Die neue Vereinsleitung, die an Stelle des aus beruflichen Gründen ausscheidenden 1. Vorsitzenden Herr Erich Herzfeld, gewählt wurde, besteht aus den Herren Sidney Dillenberg, (1. Schriftführer), Paul Herzheimer, Wolfgang Eisenheimer, (I. Kassierer), Hellmuth Strauss, (2. Schriftführer), und Frl. Erna Rosenthal, (2. Kassiererin). Die Leitung des Geistigen Ausschusses hat Paul Herzheimer übernommen, den Wanderausschuss Otto Sichel, den Werbeausschuss Sidney Dillenberg und den Geselligkeitsausschuss FrL Erna Rosenthal. Konservativ Jüd. Jugendverein. Wir machen darauf aufmerksam, dass jeden Mittwoch in unseren Vereinsräumen, Theobaldstrasse 6, abends 9 Uhr Arbeitsgemeinschaften unter Leitung der Herren Rechtsanwalt Klibanski, Dr. Ernst Freimann, Dr. Jos. Frank u. a. stattfinden. Ferner weisen wir auf die Samstag und Montag stattfindenden Ping-Pong- Abende hin. Nähere Auskünfte durch Rechtsanwalt Klibanski, Frankfurt a. M., Zeil 97. .Henry und Emma Budge-Stiftung. Wie von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, sind zur Aufnahme von Juden 16 Plätze im Heim dieser Stiftung vorbehalten. Das Heim wird voraussichtlich noch im Laufe des Frühjahrs eröffnet. Berücksichtigt werden Frankfurter Bürger des gebildeten Mittelstandes, die eine selbständige Wohnung zur Verfügung stellen können und in der Lage sind, einen Pensionspreis von Mk. 160 bis 170.— monatlich zu entrichten. Ermässigung ist in Sonderfällen möglich. Es wird eine abgeschlossene kleine Wohnung, bestehend aus Vorraum, Abstellraum und geräumigen Zimmer und Bettnische zur Verfügung gestellt. Für Bedienung sowie für ausreichende Badegelegenheit ist gesorgt. Baldige Meldung an den Stiftungsvorstand, Saalgasse 51/35 II., mittels Einschreibebrief wird empfohlen. Achawa. Am 19. Januar fand die Vorstandssitzung der „Achawa", Pensions- und Hilfskasse israelitischer Lehrer statt. Der Vorsitzende, Herr Oberlehrer Gut, gab einen Rückblick auf das vergangene Geschäftjahr, das für die Achawa, wie alle ähnlichen Einrichtungen infolge der herrschenden Wirtschaftslage ein sorgenschweres gewesen ist. Herr Bankdirektor Emil Simon legte die Finanzverhältnisse dar. Es können rund Mk. 5000.— zur Verteilung gelangen. Eine grössere Anzahl Bezugsberechtigter haben in dankenswerter Weise zu Gunsten Notleidender auf ihre Quote verzichtet. — Der Mitgliedsbeitrag für aktive Mitglieder beträgt Mk. 4.—, für Ehrenmitglieder ist der Mindestbeitrag auf Mk. 6.— festgesetzt. Es wird gebeten, die Beiträge für 1930 auf das Postscheckkonto der „Achawa" Frankfurt a. M., Nr. 47452 abzuführen. Da im Bestand der Zahl der Ehrenmitglieder ein Rückgang eingetreten ist, werden alle Freunde der '.„Achawa", insbesondere die aktiven Mitglieder gebeten, dem Verein neue Mittel zuzuführen, damit eine Institution, die jahrzehntelang so segensreich gewirkt hat, und die ihre Hilfe besonders schwer Bedrängten angedeihen lässt, erhalten und wieder neu aufgebaut weiden kann. — Anfragen wolle man an den Schriftführer, Herrn Studienrat Walt her Rothschild, Unter weg 20, Frankfurt am Main, richten. Jüdische Leihkasse E. V. Die Geschäftsstelle dieser gemeinnützigen Einrichtung befindet sich Eschersheimer Landstraße 29, 1. Stock. Geschäftsstunden: Dienstag und Donnerstag, nachmittags von 4—6 Uhr. Die Leihkasse bewilligt selbständigen Gewerbetreibenden und Handwerkern Darlehen in mäßigen Beträgen gegen Bürgschaft zahlungsfähiger Personen. Der Unentgeltliche Arbeitsnachweis der Weiblichen Fürsorge für jüdische Frauen und Mädchen, Langestraße 3 I., Hansa 3425, Sprechzeit täglich 10—12, 3—4i/2 Uhr, Sonntag 9i/2—11 Uhr, sucht und vermittelt: 1. Hausangestellte jeder Art wie: Stützen, Hausdamen, Wirtschafterinnen, Gesellschafterinnen, Kindergärtnerinnen. Kinderl'räulein, Haustöchter, Köchinnen, Hausmädchen. 2. Kaufmännische Angestellte Kontoristinnen, Buchhalterinnen Kassiererinnen, Stenotypistinnen. Lageristinnen, Verkäuferinnen. 3. Gewerbliche Angestellte: Schneiderinnen, Modistinnen, Heimarbeiterinnen. 4. Lehrmädchen (kaufm. und gewerbliche). Wir bitten dringend alle Arbeitgeber, sich im Bedarfsfalle unseres Arbeitsnachweises zu bedienen. Achtung Arbeitgeber! Wir bitten alle Arbeitgeber, die offenen Stellen aller Berufe sofort unserem Verein zu melden. Bei uns melden sich ständig: tüchtige kaufmännische und technische Angestellte, gelernte und ungelernte Arbeiter, Hilf sarbeiter aller Art. Auf Anruf Hansa 3728 schicken wir Ihnen sofort Aushilfs:- kräfte tage- und stundenweise für jede vorkommende Arbeit, wie Umzüge, Ausladen von Waggons, Beförderung von Paketen und Kisten etc. Ausserdem verweisen wir auf unsere Schreibstube, in der Verfielfältigungs- und Druckaufträge aller Art, sowie Adressenschreiben prompt und billig ausgeführt werden. Die Berufsberatung hat wöchentlich Dienstag Abend von 6—7% Uhr kostenlose Sprechstunde. Berufsberatung und Arbeitsnachweis für Juden E. V., Langestr. 50 pt. Tel. Hansa 5728. Hodiherzige Stiftung — in New-York. Ein als junger Mann nach den Vereinigten Staaten gekommener russischer Jude namens Conrad Hubert, der es als Industrieller zu einem grossen Vermögen gebracht hatte, hinterliess, wie die New-York-Times berichten, sechs Millionen Dollar für wohltätige Zwecke und überliess die Verteilung dem früheren Präsidenten Coolidge, dem früheren Gouverneur Alfred Smith und dem bekannten jüdischen Philanthropen Julius RosenwakL Unter den zahlreichen bedachten Wohlfahrtseinrichtungen stehen eine Reihe von jüdischen Anstalten mit an der Spitze* Rabbinertagung. Im Mittelpunkt der Verhandlungen der 5. Jahresversammlung des Südwestdeutschen Rabbinerverband e s, die am 15. Dezember 1929 in Mainz abgehalten wurde, stand das Referat von Rabbiner Dr. Arnold Lazarus- Frankfurt a. M. über das Thema „Ist Religion

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