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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1930-02-01 · 6 (2.1930) · p. Seite 227

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
8 (1929-1930)
Issue
6 (2.1930)
Date
1930-02-01
Page
Seite 227 (sequence 11)
Language
German
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227 Aus dieser Tabelle wird nun in folgender Weise die Einhaltung des Art. 9 des genannten Gesetzes bewiesen: „Es waren demnach Ende Juny 1835", so heißt es im Rechney- Amts-Protokoll, „doch 5 Warenhändler mehr und 17 Kleinhändler weniger als im Jahre 1825, folglich die frühere Zahl der Waren- und Kleinhändler zusammen nicht überschritten." Unter einem ganz anderen Gesichtspunkt betrachtet das Senatsdeputationsprotokoll diese Frage. Im Anschluß an die 217 „offene Handlungen" der oben wiedergegebenen Berufsgliederung vom 23. Juli 1835 wird festgestellt, daß man von dieser Summe noch folgende Posten zu subtrahieren habe: 2 Wachistuehfabriken 5 Buchhändler und Antiquare 10 Juweliere 13 Handlungen, die früher in Ständchen und Zimmern _geführt worden seien. Sa. 30 Handlungen. Sie sind von der Summe von 217 abzurechnen. Da 200 Handlungen zulässig sind, bleiben noch 13 Stellen frei, die in folgender Weise besetzt werden könnten. Man brauchte nur 10 schwebende Gesuche zu erledigen, und 3 Teilhaber früher genannter Firmen in die Rechnung einzubeziehen. Der Senat schloß sich dieser Meinung nicht an. Er beschloß vielmehr, unter Zugrundelegung der Zahl 217, daß in Zukunft jeder, der den Voraussetzungen des Gesetzes genügt, ins Bürgerrecht aufgenommen werden müsse, sobald er sich darum bewerbe. Es sollte jedoch erst wieder-gestattet werden, eine neue Handlung zu eröffnen, wenn die vorschriftsmäßige Zahl von 200 Handlungen wieder erreicht sei. Wie bereits betont wurde, fand diese Frage ihre endgültige Lösung in dem Gesetz von 27. Dezember 1836. Bevölkerungsbewegung. Nachdem wir bisher den Bevölkerungsstand untersucht haben, kommen wir im folgenden zur Betrachtung der Erscheinungen der Bevölkerungsbewegung. Es tritt hier zuerst die Frage auf, was wir über die Zahl der Geburten wissen. Wie aus dem oben Angegebenen19) 18) Vgl. den Nachweis der benutzten Akten. zu schließen ist, sind wir über die Zahl der Geburten bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts nur sehr wenig unterrichtet. Bis zu diesem Zeitpunkt haben wir keine genauen Unterlagen; erst von dieser Zeit an geben uns die Quellen Aufschluß. Von geringem Wert sind die nur zum kleinsten Teil erhaltenen Beschneidungsbücher. Es sind dies Bücher, in die alle Beschneidungen eingetragen wurden. Sie müßten uns, wären sie vollständig20), die genaue Zahl der männlichen Geburten angeben. Eine weitere Schwierigkeit, die sich für die Anfertigung einer Statistik männlicher Geburten aus ihnen ergäbe, wäre die: häufig wurden die Männer, die die Beschneidungen vollzogen, nach auswärts berufen, sodaß auch außerhalb Frankfurts geborene Knaben in diese Bücher eingetragen sind. Von den Quellen, die uns tatsächlich statistisches Material liefern, sind die Hebammenbücher zu nennen, die in der Zeit von 1749 bis 1805 geführt wurden. Ferner sind von Juli 1808 bis November 1856 die Gemeinderegister erhalten. Drei Hebammenbücher werden erwähnt21), und zwar für die Zeit von 1748 bis 1780, 1780 bis 1798 und 1798 bis 1805. Es ist jedoch heute nur noch das erstgenannte Buch in deutscher Uebertragung des hebräischen Urtextes erhalten. Diese Uebersetzung enthält die Jahre 1748 bis 1784. Das erste und letzte Jahr ist nicht vollständig. Im folgenden seien nur die Jahre 1749 bis 1779 in Betracht gezogen mit Rücksicht auf die widersprechenden Angaben. Das Gemeindegeburtsregister (seit 180S) wurde auf Grund der Ratsverordnung vom 3. Juli 1808 von dem Vorstand der Israelitischen Gemeinde geführt.22) Die folgende Tabelle ist aus diesen beiden Quellen zusammengestellt für die Zeit von 1749 bis 1856, mit Ausnahme der Jahre 1780 bis 1809.23). 2f) Die Prüfung der Vollständigkeit ist besonders dadurch erschwert, daQ immer mehrere Leute zu einer Zeit diese ehrenamtliche Tätigkeit ausübten. 21) Ullmann, E. Ueber L. Börnes Geburtstag. Mitteilungen des Vereins für Altertumskunde in Frankfurt am Main. III. 289. " 22) Bereits in der Stättigkeit (1807) wird die Führung von Geburts-, Trauungs- und Sterbelisten als Pflicht des Vorstandes bezeichnet. 23) Nur für die zweite Periode ist hier eine graphische Darstellung der Entwicklung gegeben, da sich nur hier größere Schwankungen im Verlauf der Kurve ergeben, die eine eigenartige Mannigfaltigkeit aulweisen. Während sich in der ersten Zeit die Zahlen zwischen 144 und 100 bewegen — abgesehen von den 5 Zahlen, die schon keine vollständige Registrierung mehr darstellen — finden wir in der zweiten die Zahlen zwischen 40 und 150 vertreten. Kunst-Porzellane der Staatl. Porzellan-Manufakturen Berlin, Meissen, Nymph enburg, sowie Lorenz Hutschenreuther A.Q. Bleikristall der Josephinen-Hütte A.-3. Rohrbach und Böhme Unsere Spezialität: Vollständige KüchensEinriditungen einschl. 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