Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 8 (1929-1930)
- Issue
- 4 (12.1929)
- Date
- 1929-12-01
- Page
- Seite 149 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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149 ■ Gesellschaft für jüdische Volksbildung. Die Winter arbeit hat mit drei beachtlichen Veranstaltungen begonnen. Zuerst hat Herr Rabbinatskandidat Dr. Geis in formvollendeter Weise ein Referat über Sukkogedanken gehalten, um den infolge der Mendelssohnfeier ausgefallenen Vortrag über die Herbstfeiertage mindestens teilweise zu ersetzen. Herr Prof. Dr. Hülsen, im Vorstand der Gesellschaft, erklärte unter Verwendung zahlreicher Lichtbilder den Tempel Salomonis und wußte über das Bauwerk interessante Aufschlüsse zu geben. Die Beteiligung an diesem Vortrag, dem auch viele Nichtjuden beiwohnten, war so groß, daß der gewählte Saal gegen einen größereu Raum eingetauscht werden mußte. Ein weiteres Mitglied des Vorstandes, Herr Regierungsbaumeister Nathan, führte über den neu angelegten G e - meindef riedhof und zeigte die neueste mustergültige Einrichtung unserer Gemeinde. Herr Nathan verstand es, auch die künstlerischen Probleme seines Werkes den Teilnehmern nahezubringen, die sich insbesondere für die Vereinigung der modernsten technischen Anforderungen mit den strengsten religionsgesetzlichen Vorschriften interessierten. Arbeitsgemeinschaft für jüdische und kulturelle Interessen. Unter obigein Namen ist am 15. Juli d. Js. in Frankfurt die jüngste Gemeinschaft entstanden, die sich zum Ziele setzt, allgemeine Wissensverbreiterung und ideale Weiterbildung o h n e jegliche finanziell e V e r p f 1 i c h t u n g unter jungen Menschen zu fördern. Zusammenkunft jeden Mittwoch abend im Heim IK9 Uhr Ketten hol weg 2b (Mensa acad. jud.) unter der Leitung von Max Hahn. Iii-Feierstunde. Zu den Zielen unseres Iii gehört es, in die Herzen der jüdischen Jugend wahre Glaubensfreude und Gottvertrauen zu pflanzen, insbesondere die indifferente jüdische Jugend wieder stärker mit dem Glauben ihrer Väter zu verbinden. Aus diesen Gründen veranstalteten wir am 8. Oktober wieder eine Feierstunde im Hause unseres geschätzten Führers Dr. Hoffmann, die unter dem Motto ..Zwischen den Festtagen" stand. In wahrhaft schöner und edler Weise wurde uns Jugendlichen der Gottgedanke nahe gebracht. Mancher, dem der Gottesdienst in den Synagogen noch nicht das gibt, was er geben sollte, wurde durch diese \ eranstaltung angeregt, sich auf sein Inneres zu besinnen und über den ethischen Wert der Religion nachzudenken. Die Einleitung des Abends bildeten Beethovensche Klänge. Alsdann folgten Rezitationen Psalm 148. sowie Gedichte von G. Schuler und G. Engelke, die mit tiefem, innerein Verständnis vorgetragen wurden. Den Kernpunkt des Abends bildeten „Worte von B a e c k", die uns alle innerlich packten und den Gottgedanken, tief religiös erfühlt, nahe brachten. Es war eine Symphonie von Worten, welche man uns jugendlichen zurief, fast zu stark, um in ihrer wahren Macht erfaßt zu werden. Nach diesem Erlebnis, — ich nenne es mit Absicht so —, folgte der 2. Satz der Symphonie in H-moll von Franz Schubert. Wie tief mußte dieser Mann Gott in sich getragen haben, um ein solches Meisterwerk zu schaffen. Anschließend wurden einige Gedichte von Arno Nadel und ein Gedicht unseres verehrten Rabbiners Dr. Gottschalk, gesprochen. Den Schluß des Programms bildete der mächtige 2. Teil des 1. Satzes der D-moll Symphonie No. 9 von Beethoven. Welch' herrlichen, schönen Abschluß diese Klänge unserer Feierstunde brachten, ist kaum mit Worten zu schildern. Viele von den Lesern werden glauben, daß wir in den Feierstunden eine neue Art wollen, Gott zu suchen. Dein ist nicht so. Wir sehen Gott in allem, was in und um uns ist. In jedem guten Buch, in jedem Kunstwerk, in jeder guten Musik. Nur gottbegnadete Menschen können solches vollbringen. Unsere Feierstunden haben nichts mit Gottesdienst im herkömmlichen Sinne gemeinsam; sie sollen nur der sittlichen Stärkung und inneren Erbauung dienen. Wir wollen, die wir schon allzu früh den schweren Kampf ums Dasein aufnehmen müssen, die Sorgen des Arbeitstages für Stunden vergessen und zu schöneren freieren Höhen emporsteigen: getreu unserem Grundsatze: Das Alteehren und das Neue wollen. Ü. S. Jugendvereine. Der Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands, Sitz Düsseldorf, weist darauf hin, daß ihm lediglich der Verein „M ontefiore E. V." Frankfurt a. M. angeschlossen ist und bittet sämtliche Jugendi bündler, die nach Frankfurt kommen, sich an die Adresse! von Jacob Jacobs, Frankfurt a. M., Schöne Aussicht 4, zu! wenden. I Stundenplan der hebräischen Sprachschule. | Hermesweg 7. 1 Anmeldungen bei B. Messerer. Baumweg 21. Tel. 41883. j Kindergruppe: I Montag. Dienstag, Mittwoch, Donnerstag [SlA—19K Uhr. i Erwachsene: i. Gruppe: Montag, Mittwoch 21—22 Uhr. II. Gruppe: Dienstag 19 J4 — 20lA Uhr, Mittwoch 20—21 Uhr. i III. Gruppe: Montag 20—21 Uhr, Dienstag 20K>— 22 Uhr. IV. Gruppe: Donnerstag 20—22 Uhr. Es ist uns ein Bedürfnis, allen zu danken, die uns infolge unseres jüngsten Aufrufes Monats- und Jahresbeiträge oder einmalige Zuwendungen gewähren. Leider aber ist die Zahl derer, die heute zu nehmen gezwungen ist. eine so erschreckend grosse und von Tag zu Tag wachsende, dass keiner fehlen darf, der zu geben nur irgend in der Lage ist. Neben Sonderspenden, die uns jetzt zu Beginn der \\ interszeit besonders notwendig und willkommen sind, bedürfen wir vor allem regelmässiger Beiträge. Diese allein setzen uns in den Stand, unsere verantwortungsvolle Arbeit in Buhe zu leisten und allen gerechtfertigten Forderungen zu entsprechen. Nur die tätige Mitarbeit aller Wohlgesinnten kann verhüten, dass ein grosser Teil unserer Besten zerbricht. Der V o i" s t a n d der J ii d i s c h e n W o h l 1" a h r t s p f 1 e g e F rank tu r t a. M. Julius Bloch Babb. Dr. J. Horovitz Woligang Auerbach. Johanna Baer. Lulu Bloch-Neustadt, San.-Rat Dr. A. Ettlinger, Therese Freimann, Paula Frenkel, Stefanie Forchheimer. Heinrich Gerlich, Dir. J. Meyer. Paula Nassauer. Dr. Walter Mannheim. David Weiß. Julius Werner. Ella Werner. Besuchen Sie bei Ihren Einkäufen das bekannte Spezialhausfiir Herrenwäsche, Cravatten, Handschuhe, Strümpfe, Wollwaren u. Babyausstattungen 93 Zeil 93