Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 8 (1929-1930)
- Issue
- 4 (12.1929)
- Date
- 1929-12-01
- Page
- Seite 143 (sequence 27)
- Language
- German
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143 ratung der Vorlage nicht verzichten könne, wird beschlossen, die Beratung der Vorlage zu vertagen, die vorgelegten Materialien sämtlichen Mitgliedern der Gemeindevertretung zuzustellen und mit der Vorberatung eine Kommission bestehend aus der Finanzkommission der Gemeindevertretung und den Mitgliedern der Kommission für Unterrichts- und Erziehungswesen, soweit sie der Gemeindevertretung angehören, zu betrauen. In der Angelegenheit der Veröffentlichung der A u s - trittserklärungen hat der Vorstand nunmehr beschlossen, sämtliche Austritte aus dem Judentum und aus der Gemeinde zu veröffentlichen und zwar unter Einschluß der in den Vorjahren erfolgten Austrittserklärungen. In einer kurzen Aussprache wird zu der Angelegenheit Stellung genommen und nach dem die Mehrheit sich für die Veröffentlichung erklärt hat, dem Beschluß des Vorstands zugestimmt. Der Vorstand hat beschlossen, auf Grund des Vorbehalts im Gemeindebeschluß vom 18/21. März 1929 über die Veranlagung und Erhebung der Kultussteuer im Rechnungsjahr 1929/30 den Zuschlag für das zweite Halbjahr (1. Oktober 1929 bis 31. März 1950) auf 15 vom Hundert der Reichseinkommensteuer einschließlich der Kapitalertragsteuer zu erhöhen. Von der Erhöhung sollen diejenigen Gemeindeglieder ausgenommen werden, deren der Veranlagung zugrunde liegendes Jahreseinkommen weniger als RM. 3.600.— beträgt. Namens der gemischten Finanzkommission berichtet Herr Dr. Geiger eingehend über die diesem Bericht vorausgegangene Kommissionsberatung an Hand des vorliegenden Sitzuhgsprotokolls. Demnach sind die ordentlichen Ausgaben im wesentlichen innerhalb des Voranschlags verblieben, während die für die Deckung erforderlichen Einnahmen, hauptsächlich die Steuereinnahmen hinter dem Voranschlag zurückgeblieben sind. Infolgedesssen war die Aufnahme eines Bankkredits sowohl zur Beschaffung der Deckung ordentlicher als auch außerordentlicher Ausgaben notwendig. Die Beseitigung dieser Bankschuld wird, soweit sie das Ordinarium betrifft, zum großen Teil durch die Steuererhöhung erfolgen. Die Frage, wie der zu Lasten des Extraordinariums aufgenommene Kredit zu decken ist, soll in weiteren Beratungen der gemischten Finanzkommission erörtert werden. Herr Dr. Mayer erläutert die Finanzlage im Einzelnen und begründet die beabsichtigte Erhöhung des Steuersatzes in der Hauptsache mit dem Ausfall an Steuereinnahmen, mit dem gerechnet werden müsse. Hiernach wird der beantragten Er- Sind Sie krank? so lassen Sie sofort den Urin untersuchen HMnnKSHBHaBMB in der öngel'flpotfjeke FRANKFURT AM MAIN Gr. Friedbergerstr. 44 Ecke Vilbelergasse Durch genaue Urinuntersuchung in unserem modern eingerichteten Laboratorium wird dem Arzt die Behandlung erleichtert. Auf teleph. Anruf wird der zur Untersuchung bestimmte Urin abgeholt. Hansa 387 Chanucka-Leuchter et lb höhung des Kultussteuersatzes gemäß dem Beschluß des Vorstands debattelos zugestimmt. Weitere Vorlagen betreffen die Gennehmigung eines Nachtragskredits von M. 14.000.— für die Erweiterung der Krankenhausanlage zu Lasten des Extraordinariums, die Uebernahme von Fahrtkosten für die Lehrkräfte des Religionsunterrichts in den eingemeindeten Vororten, die Ergänzung und Beschaffung von Inventarien auf dem neuen Friedhof, sowie die beantragte Subventionierung des Religionsunterrichts in einem Grundschulzirkel. Für die Prüfung der Jahresrechnung 1927/28 werden 3 Revisoren ernannt und von einem Schrift Wechsel zwischen Vertretern jüdischer Jugendvereine und dem Vorstand in Sachen der beabsichtigten Gründung einer „Schule der J u g e n d" wird Kenntnis gegeben, ebenso von dem Arbeitsplan des T a 1m u d T h o r a V e r e i n s für das Winterhalbjahr 1929/30. Es folgt eine nichtöffentliche Sitzung, in der hauptsächlich Personalangelegenheiten zur Sprache kommen. Aus den Gemeinden Deutschland. Bamberg. Zum Nachfolger des nach Saarbrücken berufenen Rabbiners Dr. Rülf wurde Rabbiner Dr. Katten gewählt. — Berlin. In einer vom Hauptvorstand der „Vereinigung für das liberale Judentu m" in seiner Sitzung vom 21. IX. gefaßten Resolution wird die Unrichtigkeit der Behauptung im Aufruf des Jüdischen Palästinawerks (Keren Hajessod) und der deutschen Mitglieder der „J e w i s h A g e n c y" „Hilfe duch Aufbau", wonach die Einigung der gesamten Judenheit für den Palästinaaufbau gelungen sei, festgestellt und geltend gemacht, daß die „Vereinigung für das liberale Judentum" jegliche Unterstützung des jüdisch-nationalen Aufbauwerkes ablehne und die Verwirklichung der religiös-sittlichen Ideale des Judentums in den Heimatländern der Juden als deren wahre Aufgabe betrachte. Auch der Arbeitsausschuß des „Centraivereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" befaßt sich in seiner Sitzung vom 22. IX. mit dem genannten Aufruf und erklärte, dali der Hauptvorstand des C.-V. es abgelehnt habe, Vertreter in die „Jewish Agency" zu senden, und daß demnach die Behauptung im Aufruf, „die Repräsentanten der jüdischen lllllllllllllllllllllllllillllllllllllllllilllllillllM Praktische | Geschenke 1 IN KRISTALL + PORZELLAN j Bestecken + Elektr. Lampen | Hausha 11 - Maschinen | kaufen Sie infgröhter Auswahl gut und billig beim | L Das Spezialhaus für vollständige^Küchen-Einrichtungen STIFTSTRASSE 8-10 BRONNERSTRASSE 5-9 ^^\J| | r""* | j j—^ Vereinigte Werkstätten für Wohnungskunst G. m. b. H. Kompl. Wohnräume und Einzelmöbel Unsere Vorzüge: Entwürfe eigener Art - Edelste Holzarten - Wertarbeit - Günstigste Zahlungsbedingungen. 3 Ausstellungshäuser: Großer Hirschgraban 10, 12, 14.