Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 8 (1929-1930)
- Issue
- 2-3 (10.1929)
- Date
- 1929-10-01
- Page
- Seite 88 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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88 Israelitisdies Lehrerinnenheim. Das Israelitisdie Lehrerinnenheini, Rückertstr. 53, wurde im Jahr 1908 als „Müde. Stiftung" der zu Frankfurt verstorbenen Eheleute Isaac und Clara Bermann gegründet, mit dem Zweck, deutschen israelitischen Lehrerinnen, Erzieherinnen, Kindergärtnerinnen. Haus- und sonstigen Beamtinnen, sowie anderen weiblichen Angestellten höherer Bildung, wenn sie in ihrer Arbeitsfähigkeit durch Alter oder aus einem sonstigen Grund beschränkt oder arbeitsunfähig geworden sind, ein Heim zum dauernden oder vorübergehenden Aufenthalt zu gewähren. Der Stiftungsfonds ist, wie das Vermögen aller derartigen Vereine, durch die Inflation verloren gegangen und es war bisher nur mit alleräußerster Anstrengung möglich, den alten Insassinnen ihre letzte Bleibe zu sichern. Das Heim hat eine Aufnahmefähigkeit von 8 Insassinnen und ist seit Jahren voll besetzt. Die Insassinnen sind sämtlich ehemalige Lehrerinnen, die im Alter zwischen 60 und 85 Jahren stehen und nicht mehr in der Lage sind, für ihren Unterhalt aus eigenen Kräften zu sorgen. Wenn auch die Israelitisdie Gemeinde und das Wohlfahrtsamt in dankenswerter Weise dem Heim Unterstützungen zuwenden, so reichen diese Summen dodi nidit aus. um das Heim zu erhalten. Audi die Mitgliederbeiträge, die in den letzten Jahren nur spärlich eingingen, konnten nicht dazu beitragen, den Etat des Lehrerinnnenheims so auszugleidien, daß seine ungefährdete Existenz gesichert wäre. Aus dieser Notlage heraus erläßt das Heim im Inseratenteil dieser Nummer einen Aufruf zum Beitritt als Mitgleid und zu Spendet) anläßlich der hohen Feiertage. Israelitische Waisenanslall. Slaü der üblichen Drucksachen versendet die Ansiall in diesem Jahr zu den Feiertagen einen \\ ochenabreißkaleiuier und verbindet damit die Bitte um reichliche Zuwendungen. Achtung Arbeitgeber! Wir bitten alle Arbeitgeber, die offenen Stellen aller Berufe sofort dem Verein Berufsberatung und Arbeitsnachweis für Juden E. V., Frankfurt a. M., Langestraße 50 pt., Telefon: Hansa 572S zu melden. Bei uns melden sich ständig: tüchtige kaufmännische und technisdie Angestellte, gelernte und ungelernte Arbeiter, Hilfsarbeiter aller Art. Auf Anruf Hansa 5728 schicken wir Ihnen sofort Aushilfskräfte tage- und stundenweise für jede vorkommende Arbeit, wie Umzüge, Ausladen von Waggons, Beförderung von Paketen und Kisten etc. Außerdem verweisen wir auf unsere Schreibstube, in der Vervielfältigungs- und Druckaufträge aller Art, sowie Adressenschreiben prompt und billig ausgeführt werden. Die Berufsberatung hat wöchentlich Dienstag Abend von 6—73^ Uhr kostenlose Sprechstunde. Jüdische Wohlfahrtspflege Frankfurt a. M. " Langestr. 30, Hansa 9548 Unentgeltliche Beratungsstelle in allen Unterstützungsangelegenheiten Der Unentgeltliche Arbeitsnachweis der Weiblichen Fürsorge für jüdische Frauen und Mädchen. Langeslraße 3 1., Hansa 3425, Sprechzeil täglich 10—12, 3—4«/s Uhr, Somilag 9l/2—11 Uhr, sucht und vermittelt: 1. -Hausangestellte jeder Art wie: Stützen, Hausdamen, Wirtschafterinnen, Gesellschafterinnen, Kindergärtnerinnen, Kinderfräulein, Haustöchter. Köchinnen, Hausmädchen. 2. Kau f m ä n n i s c h e Angestellte Kontorislinnen, Buchhallerinnen Kassiererinnen, Stenotypistinnen, Lagerislinnen, Verkäuferinnen. 3. Gewerbliche Angestellte: Schneiderinnen, Modistinnen, Heimarbeilerinnen. 4. Lehrmädchen (kau Im. und gewerblich^). Wir bitten dringend alle Arbeilgeber, sich im Bedarfsfalle unseres Arbeitsnachweises zu bedienen. Lokaländerung'. H £' Die Geschäftsstelle [des Heimes lund der Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes, sowie derJNl ä d c h e n*k 1 u b, bisher Langeslrasse 30, befinden sich ab [23. September Langest rasse 3. erster Stock. Jüdische Leihkassc£E. -V. Die Geschäftsstelle dieser gemeinnützigen Einrichtung befindet sich Eschersheimer Landstraße 29, 1. Stock. Geschäl'lsslunden: Dienstag und Donnerstag, nachmittags von .4—6 Uhr. Die Leihkasse bewilligt selbständigen Gewerbetreibenden und Handwerkern Darlehen in mäßigen Beträgen gegen Bürgschaft zahlungsfähiger Personen. Hebräisch in Frankfurt. „Zehn Jahre meines Lebens würde idi freudig opfern, wäre idi heute nodi in der Lage hebräisdi zu erlernen." (Cremieux in einem Gesprädi mit Perez Smolenskin.) Es ist in der jüdisdien Oeffentlidikeit nicht zur Genüge bekannt, daß in Frankfurt seit 10—11 Jahren eine hebräische Sprach schule besteht, in der Lernbegierige jeglichen Alters beiden Gesdiledits sidi am Unterricht beteiligen. Die Kurse finden abends stall, um den werktätigen Mensdien, Schülern der städtisdien Sdiulen und Studenten die Möglichkeit zu geben, sich in der Sprache aus- und fortzubilden. Die Vorstellungen vom „Neuhebräischem" sind vielfach irrig. Es gibt nur eine hebräische Sprache, die allerdings in der Neuzeit — im Gegensatz zur Zeit der deutschen „Measfim", die nur die Bibelsprache als klassisch betraditeten, — eine Erweiterung dahin erfahren hat, daß sie aus einer dreitausend jähr igen Literatur sdiöpft. Das Hebräisdi der Neuzeit ist umso mannigfaltiger und färben- Quälen Sie sich nicht mit Ihrer alten Brille. f®iQesen. und arbeiten mit unseren modernen optisch und technisch vollkommenen Augengläsern. Schlesicky Ströhlein Z». JETZT KAISERSTRASSE 27 Ecke Neue Mainzerstraße : : Telefon Hansa 2iC8 SEEYEWPRK EINE NEUE S~ CIGARRE . IN FARBE UND QUALITÄT EINE SPITZENLEISTUNG ^HülX F RAN KF URTM'G E€R»161*9