Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1929-10-01 · 2-3 (10.1929) · p. Seite 71

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
8 (1929-1930)
Issue
2-3 (10.1929)
Date
1929-10-01
Page
Seite 71 (sequence 23)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3094266-3094348-3094350--2042-3096780
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

71 stens bis zur Klärung der Verhältnisse mit Notbauten auskommen zu sollen, und beauftragte unseren Gemeindearchitekten Herrn Schragenheim, dafür Pläne anzufertigen. Nach wenigen Monaten schon beschlossen die Gemeindebehörden unter Einsetzung der Friedhofsbaukommission, bestehend aus Mitgliedern des Vorstandes, der Gemeindevertretung und der Gemeinde als solcher, die Erstellung definitiver Bauten, und auf Empfehlung der genannten Kommission wurde Herr Geh. Oberbaurat Prof. Dr. Graessei aus München gebeten, uns seine Erfahrung zur Verfügung zu stellen, Pläne und Programm zu entwerfen, welche ermöglichten, daß wir im Frühjahr 1921 unter acht hiesigen Architekten einen engeren Wettbewerb ausschreiben konnten. Im August desselben Jahres tagte das Preisgericht, es kam aber keiner der Entwürfe zur Ausführung. Die Geldverhältnisse hatten sich nach unserer damaligen Auffassung, die heute nicht mehr als richtig anerkannt werden kann, noch verschlechtert, die folgende Zeit wurde deshalb mit Verhandlungen, Neuerstellung von Plänen, Entwürfen für Provisorien und anderem mehr ausgefüllt und erst im Mai 1924, also nach weiteren drei Jahren, nachdem immer deutlicher erkannt wurde, daß man nicht mehr allzulange mit dem bisherigen Friedhof auskommen würde,, wurde beschlossen, nunmehr ernstlich an die Neubauten heranzugehen. Herr Regierungsbaumeister Nathan wurde gebeten, | auf Grund eines von der Gemeinde aufgestellten neuen Bauprogramms entsprechende Pläne zu machen, und wiederum war es Herr Geheimrat Grassel, der uns als Gutachter wertvolle Ratschläge erteilte. Anfang Februar 1925 wurde Herr Regierungsbaumeister Nathan mit der Ausführung der neuen Friedhofsanlagen betraut und im Juli die erste Arbeit, die Herstellung der Tiefbauarbeiten, vergeben. Schon in der zweiten Hälfte August mußte unterbrochen werden. Die Stadtverwaltung, der Ansicht, daß Friedhöfe möglichst an die Peripherie der Stadt gehören, wollte uns im Austausch Gelände in der Nähe Praunheims zur Verfügung stellen, nach reiflicher Prüfung seitens der Gemeindebehörden aber mußte das Angebot eine Ablehnung erfahren. Nach langen Verhandlungen kam dann ein Tausch zustande, auf Grund dessen uns das Gelände zugeteilt wurde, auf dem sich jetzt unsere Anlagen befinden. Inzwischen war es März 1927 geworden. Ende Mai konnten die Kleingärtner, bis dahin auf diesem Gelände, anderweit untergebracht werden, und endlich wurde der erste Ausbau durch Inangriffnahme der Erd-, Wege- und Kanalarbeiten begonnen. Bereits im August geschah die erste Anpflanzung auf dem Begräbnisfeld. Durch die uns aufgezwungene Aenderung des VVerksteinmaterials vergingen wiederum Monate, der Winter wurde dazu benutzt, neuer- I dings die Baupläne zu ändern, und endlich am 29. Mai 1928

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.