Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 8 (1929-1930)
- Issue
- 2-3 (10.1929)
- Date
- 1929-10-01
- Page
- Seite 69 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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69 Raum, dessen schwarzgebeizte Schiebetüren sich beiderseitig zu je 6 Zellen für männliche und weibliche Leichen öffnen, die von Wächter- und Wüchterinnen-Zimmer durch Glaswände übersehbar sind. Beste Isolierinaterialien, Doppelfenster, Sonnenläden, Lüftungsanlagen und reiche Verwendung abwaschbarer Materialien schützen die in diesen Gebäuden ehrenamtlich und beruflich tätigen Menschen. Mit besonderer Sorgfalt ausgestattete Räume stehen für die „Chewra Kadischa", die „Frauenkippe", die für die Leichenhalle angestellten Beamten zur Verfügung und sind mit allen Einrichtungen versehen, die die Handhabung dieser schweren und nach jüdischem Brauch ehrenvollen Aufgabe Kleine Trauerhalle. der Bestattung der Leichen erfordert. Um die Ausübung der seit langen Jahrhunderten bestehenden Bräuche bei der Waschung und Einsargung der Toten auch für den Bestand dieses Friedhofes zu sichern, wurde ein ,.Tahara"-Raum in hygienischster Weise ausgestattet und ein behördlich vorgeschriebener Sezierraum so gestaltet, daß er gleichfalls für diesen Zweck dienen kann. Kaddisdiraum. Große Trauerhalle, Teilansicht Zur Leichenhalle führt eine Zufahrt von der Straße her, wie auch für die Leidtragenden, die Rabbiner und die Kohanim ein besonderer Zugang vorgesehen ist und das Hauptportal für die Besucher des Friedhofes und die Teilnehmer an den Trauerfeiern vorbehalten bleibt. Auch für den technischen Betrieb des Verwaltungsgebäudes ist eine abseitige Einfahrt mit Zugang zu den dort untergebrachten drei Beamtenwohnungen angeordnet. An den dieses Gebäude umgebenden Wirtschaftshof schließt die Gärtnerei mit ihren zwei Gewächshäusern an, eine geräumige Kantine für die auf dem Friedhof tätigen Gärtner und Arbeiter, Geräteräume, ein kleiner Pferdestall mit Wagenremise, eine Nähstube, heute noch unbenutzte Räxime für eine Sargschreinerei und Sarglager, zwei Boxen für die Leichentransportwagen mit Werkstatt und anschließend nach dem Portalhof zu gelegene Büros für das gesamte Beerdigungswesen, für Portier, Gärtnereibüros, Materialienräume, Registraturen usw., sowie in Verbindung mit einem dem Besucher nicht sichtbar werdenden Blumen-Verkaufsraum, andere Nebenräume der Gärtnerei. Nur durch einen Schalterraum zu Auskunftserteilung und Besprechungen mit der Friedhofsverwaltung ist das gesamte Verwaltungsgebäude vom Portalhoi aus zugänglich. Die gesamten Bauanlagen sind durch mehrere Heizungssysteme versorgt, eine Luftheizung für die Trauerhalle, eine Warmwasserheizung Und Warmwasserversorgung für die zu ständigem Aufenthalt von Menschen dienenden Räume der Leichenhalle, außerdem eine kleine Dampfheizungsanlage zur Beheizung der kleinen Trauerhalle und die anschließenden, evtl. nur für kurze Zeit gebrauchten Nebenräume. So hat die vielfaltige und vielgestaltige Benutzbarkeit dieser Anlage in vieler Hinsicht eine individuelle, seither