Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 8 (1929-1930)
- Issue
- 2-3 (10.1929)
- Date
- 1929-10-01
- Page
- Seite 67 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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67 kommen. Die früher schon vorhanden gewesene Infektionsabteilung mußte zeitweise geschlossen werden, und gerade bei den rituellen Bedürfnissen der jüdischen Kranken wurde das Fehlen einer solchen Abteilung oft schmerzlich empfunden. Was nun die urologische Abteilung betrifft, so hat Herr Kollege Oppenheimer darauf hingewiesen, daß sich die Urologie verhältnismäßig spät von der allgemeinen Chirurgie abgezweigt hat. Ich kann von mir wohl sagen, daß ich in den Anfängen des Aufbaues der Urologie mit dabei gewesen bin, wenigstens als Zuschauer und als bescheidener Mithelfer von Prof. Israel. Mir ist jetzt noch immer im Gedächtnis, was ich bei ihm sehen und lernen durfte. Inzwischen ist die Urologie selbständig geworden und bedarf eigener Arbeitsstätten. Die Aufsplitterung der allgemeinen Medizin in so viele Sonderfächer bringt natürlich ihre unangenehmen Seiten mit, aber wenn Kollegen an der Spitze stehen, die immer sich des Zusammenhangs mit der allgemeinen Medizin bewußt sind, dann wird auch diese großen Nutzen von der Detailforschung haben. Und wie die Einzelfäciier mit der allgemeinen Medizin eng verllochten sind, so stehen auch ihre Vertreter, die Fachärzte, mit den anderen Aerzten im engsten Zusammenhang und, so darf man immer die Eröffnung von so notwendigen Sonderabteilungen herzlichst begrüßen. Ich beglückwünsche Sie zu der neu gewonnenen Arbeitsstätte und ich hoffe, auch für die übrigen Aer/.te. daß sie Nutzen davon haben werden, indem Sie uns an Ihren Arbeiten und ihren Ergebnissen teilnehmen lassen. Nochmals meinen herzlichen Glückwunsch. Straßenansicht des Hauptportals. Der neue Friedhof i. Baubeschreibung* Von Regierungsbaiimeister Fritz Nathan. Im Jahre 1924 wurde das Bauprogramm von den Gemeindekörperschaften zum Beschluß erhoben. Seine Fassung gab der gewaltigen Aufgabe Grundlage und Grenze zugleich: „Der neue jüdische Friedhof soll die hohe Tradition der alten würdigen und einheitlichen jüdischen Begräbnisplätze verbinden mit den neuzeitlichen Anforderungen hygienischer und technischer Art, die die Häufigkeit der Beerdigungen einer Großgemeinde bedingen. Die äußere Erscheinung des Portales, der Einfriedigung und der Gebäude soll durch die Verwendung soliden Materials und einfacher Formen, durch geschlossene Silhouette der Baugruppe eine weihevolle Monumentalität erzielen. Mit einfachsten Mitteln gilt es, durch Proportionen und Farbgebung eine Stätte Abbildungen nach Aufnahmen der Firma H. Collischonn. Durchgang zum Beerdigungsfeld.