Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 8 (1929-1930)
- Issue
- 1 (9.1929)
- Date
- 1929-09-01
- Page
- Seite 31 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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31 Leipzig. Am 20. August starb nach kurzem Leiden die Gemeindeverordnete Frau Regina Pfefferblüth, die im sozialen Leben der Leipziger Judenheit eine segensreiche Wirksamkeit übte. — Lüneburg. Auf das Haus des Rechtsanwalts Dr. Strauß wurde wahrscheinlich von nationalsozialistischer Seite ein Bombenattentat verübt, das glücklicherweise keine Menschenopfer forderte, aber schwere Beschädigungen des Gebäudes hervorrief. — Bad Nauheim. Die Israelitische Gemeinde weihte am 16. August ihr von Architekt Richard Kaufmann, Frankfurt a. M. erbautes neues Gotteshaus ein. — Nürnberg. Der bisher an der Präparandenschule in Höchberg tätige Lehrer J. Hönlein wurde ab 1. Oktober als Lehrer für die Israelitische Kultusgemeinde verpflichtet. — Stuttgart. In seinem Geburtsort Stuttgart fand die Beerdigung von Universitätsprofessor Emil H i 1 b aus Würzburg statt, der im Alter von 47 Jahren seinem reichen Wirkungskreis als Ordinarius der Mathematik an der Universität Würzburg entrissen worden ist. — Weinheim a. d. B. Herr Rechtsanwalt Dr. Moritz Pfälzer feierte am 17. August seinen 60. Geburtstag. Der Jubilar hat sich besonders durch die Mitarbeit im Oberrat der badischen Juden große Verdienste erworben und erfreut sich sowohl bei der christlichen als der jüdischen Bevölkerung seiner Heimat großer Beliebtheit. Ausland. Baden b. Wien. Im 76. Lebensjahr verschied plötzlich bei einer Beerdigung Herr Oberrabbiner Wilhelm Reich. Er erfreute sich nicht nur innerhalb seiner Gemeinde sondern auch in weiten Kreisen nichtjüdischer Bevölkerung großer Beliebtheit. — Beirut. Die historisch-philologische Fakultät der amerikanischen Universität Beirut richtet in diesem Jahre einen Lehrstuhl für hebräische Wissenschaft und Sprache ein. Der Lehrstuhl wird durch einen syrischen Araber, einem Schüler von Prof. Horovitz, Frankfurt a. M. besetzt werden. — Bukarest. Die rumänische Kammer hat mit großer Stimmenmehrheit den von der Regierung unterbreiteten Gesetzentwurf betr. die Organisation der jüdischen Gemeinden angenommen. — Czernowitz. Das hiesige Komitee des Weltverbandes der Schomre Schabbos bereitet die Gründung einer Schomre Schabbos-Bank vor. — London. Am 2. August ist nach kurzer Krankheit Bernhard Baron, der große jüdische Philanthrop, im Alter von 78 Jahren gestorben. Er hinterläßt etwa 1 Million Pfund für philanthropische Zwecke, davon ik für allgemeine und 1U für jüdische Anstalten, 10 000 Pfund vermachte er der Liberalen Synagoge und 5 00 0 00 Pfund der jüdischen Waisenhilfe. — Wien. Die Leitung der Wiener Agudah- Zentrale, bestehend aus den Herren Rabb. Dr. Pinchas Kohn, Rabb. Dr. Pollak und Moritz Felsenburg wurde vom Bundeskanzler Streeruwitz empfangen. — Am 18. August vollendete Oberbaurat Robert Stricker, der Herausgeber der „Neuen Welt' sein 50. Lebensjahr. — Zürich. In Anwesenheit von 60 Delegierten wurde am 22. Juli die fünfte Weltkonferenz der „W omens International Zionist Organisation (WIZO)" von der Ehrenpräsidentin Lady Herbert Samuel eröffnet. — Am 15. und 16. August hielten die Führer des Joint Distribution Committee in Amerika und die Joint-Direktoren in Europa eine gemeinsame Beratung ab, die der Aufstellung eines Programms der konstruktiven Arbeit für die nächste Zukunft galt. — Am 16., 18. und 19. August fanden die diesjährigen Sitzungen des Akademischen Rates und des Kuratoriums der Hebräischen Universität in Jerusalem statt. Amerika. New York. In Milwaukee ist am 7. August der Führer der amerikanischen Sozialisten Viktor L. Berger an den Folgen eines Autounfalles gestorben. — Der berühmte amerikanische Filmmagnat Louis B. Mayer hat -den ihm angebotenen Posten eines Botschafters der Vereinigten Staaten in der Türkei mit der Begründung abgelehnt, daß er eine Anzahl wichtiger Pläne im Filmwesen durchzuführen habe und nicht lange den Vereinigten Staaten fernbleiben könne. — Wie die Einwandrer Schutz- und Hilfsgesellschaft „H i a s" mitteilt, sind im Verlauf des Ende Juni d. J. zu Ende gegangenen Einwanderungsjahres in die Vereinigten Staaten 15 886 Juden eingewandert, unter ihnen waren 12 479 Einwanderer auf Grund der Einwanderungsquote. — Ein Raubüberfall, den drei Räuber während des Gottesdienstes auf die Harlem-Synagoge machten, konnte abgewiesen werden. — Washington. Im Alter von 78 Jahren verstarb der berühmte jüdische Erfinder des Mikrophons, Emil Berliner. Rußland. Kiew. „Ort" und Agro-Joint haben beschlossen, gemeinsam eine Kunstseidefabrik mit einem Kostenaufwand von 40.000 Dollar zu errichten, in der 100 jüdische Arbeiter dauernde Beschäftigung finden werden, weitere 300 Arbeiter werden durch die Fabrik Heimarbeit erhalten. — Nach der neusten Statistik zählt man bei einer Einwohnerschaft von 45 000 jüdischen Familien nicht weniger als 10 000 Arbeitslose. Palästina. Jerusalem. Am Sonntag, den 28. Juli (20. Tamus), dem 25. Jahrestag des Todes Theodor Herzls, wurden in allen jüdischem Gemeinden Palästinas Gedenkfeiern für den Schöpfer der modernen zionistischen Bewegung abgehalten. — Tel Aviv. Im Alter von 49 Jahren starb der bekannte hebräische Schriftsteller und Publizist Samuel Tschern o w i t z. — Seit dem 23. August steht das Land unter dem Zeichen bedrohlicher Unruhen infolge von Angriffen der Araber auf die jüdische Bevölkerung. Zahlreiche Juden haben den Tod gefunden. Die englische Regierung hat sofort energische Maßnahmen zur Unterdrückung der Unruhen getroffen. Ueber Jerusalem ist der Belagerungszustand verhängt. Anstalten und Vereine Rabbinische Lehranstalt „Jeschiwa" Frankfurt a. M. Leiter: Gemeinde-Rabbiner Dr. Jakob Hoffraann. Das Wintersemester an der Rabbinischen Lehranstalt „Jeschiwa'1 beginnt am 4. November. Anmeldungen für alle drei Altenlingen (Unter-, Mittel- und Oberstufe) werden schon jetzt entgegengenommen. Die Lehranstalt verfolgt folgende Zwecke: 1. schulentlassenen Jünglingen auf traditionell gesetzestreuer Grundlage Fortbildungsunterricht in den jüdischen Religionswissenschaften zu erteilen, 2. junge Leute, die sich dem Berufe eines Rabbiners, Religionslehrers oder Kultusbeamten widmen wollen, durch Studium des biblisch-talmudisehen Schrifttums für ihren Lebensberuf vorzubereiten. Der Unterricht erstreckt sich auf Bibel, hebr. Grammatik, Talmud mit Kommentaren und Schulchan Aruch. Den Schülern wird eventi. Gelegenheit geboten, sich in profanen Fächern unter fachgemäßer Leitung fortzubilden. Anmeldungen sind zu richten an den Leiter Herrn Rabbiner Dr. Jakob Hoffmann, Frankfurt a. M., Börneplatz 16. welcher zu jeder näheren Auskunft bereit ist. Sußmann Una'sches Vermächtnis. Entsprechend dem Zweck der Stiftung soll solchen alten bedürftigen Personen männlichen Geschlechts jüdischen Glaubens Unterstützung gewährt werden, welche länger als fünf Jahre ihren Wohnsitz in Frankfurt am Main haben und einen ehrbaren, streng religiösen Lebenswandel nach Neueste Herbstmodelle in feinfarbig, Lack und Wildleder, in größter Auswahl zu bekannt billigen Preisen. —_ _ _ Am Schwimmbad 8 Gegenüber dem tädt. Schwimmbad ESMA Schuhe