Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 8 (1929-1930)
- Issue
- 1 (9.1929)
- Date
- 1929-09-01
- Page
- Seite 30 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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30 Museum jüd. Altertümer, Fahrgasse 146 Gesellschaft zur Erforschung jüd. Kunstdenkmäler E. V. Die Kultabteilungdes Museums jüdischer Altertümer ist völlig neu aufgestellt und durch, eine Reihe neuer Gegenstände erweitert Die neue Ausstellung kann nunmehr besichtigt werden. Für größere Gruppen, Vereine und Schulen empfiehlt sich die Besichtigung möglichst außerhalb der offiziellen Oeffnungszeiten nach vorheriger telephonischer oder persönliche- Anmeldung. Besuchszeiten: Sonntags vorm. 10—1 Uhr und Werktags nachm. 3—4 Uhr. An die Leser! In jeder Nummer des Gemeindeblatts sind viele leistungsfähige Firmen mit Anzeigen ihrer Erzeugnisse verzeichnet. Unsere Gemeindemitglieder bitten wir, das Gemeindeblatt dadurch zu fördern, daß sie bei Einkäufen, bei Vergebung von Arbeiten und dergleichen unsere Inserenten berücksichtigen und hierbei auf die Anzeigen in unserem Blatt Bezug nehmen. Aus den Gemeinden Deutschland. Barmen. In der letzten Sitzung der Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde wurde die Kultussteuer wiederum auf 20% der Einkommensteuer festgesetzt. — Berlin. Am Sonntag, den 11. August fand im Poststadion ein großes jüdisches Sportfest statt, das vom Jugendpflegeausschuß aus Anlaß des Verfassungstages veranstaltet war. — Anläßlich der 200. Wiederkehr des Geburtstages Moses Mendelssohns am 6. September d. J. haben die Nachkommen Moses Mendelssohns, an der Spitze der Berliner Handelskammerpräsident Franz von Mendelssohn, beschlossen, eine Moses Mendelssohn-Stiftung ins Leben zu rufen. Sie haben zu diesem Zweck den Betrag von RM. 250.000.— zur Verfügung gestellt. Die Zinsen der Stiftung sollen zur Förderung wissenschaftlicher Zwecke Verwendung finden. — Unter dem Namen „Verband jüdischer Ingenieure und Chemiker in Deutschland E. V." hat sich in Berlin eine Berufsorganisation von Angehörigen technisch-naturwissenschaftlicher Berufe konstituiert. — Prof. Simon Dubnow hat vor einigen Wochen sein großangelegtes Werk „Weltgeschichte des jüdischen Volkes", an dem er seit 50 Jahren arbeitet, abgeschlossen. — Die Universitätsverwaltung der Columbia-Universität in New York hat sich wegen der Besetzung des neuen Lehrstuhls für jüdische Wissenschaft an den Hauptredakteur der Encyclopaedia Judaica Dr. Jacob Klatzkin und an den jüdischen Geschichtsforscher und wissenschaftlichen Organisator Prof. Ismar Elbogen gewandt Dr. Klatzkin war nicht in der Lage, den Vorschlag zu erwägen, während Prof. Elbogen in Verhandlungen mit dem Präsidium der Universität eingetreten ist. — In der Schlußsitzung des internationalen Rates des Verbandes „O r t" wurde nach zweiter Lesung das neiie Eine-Million- Dollar-Budget für das Jahr 1929/30 einstimmig angenommen. — Aus Anlaß der Zehnjahrfeier der Verfassung ist in der Eingangshalle zum Portal II des Reichstagsgebäudes, dem Haupteingang für die Ehrengäste der Verfassungsfeier, eine Büste von Hugo Preufi aufgestellt worden. — Prof. Carl Neuberg ist zum Direktor des Kaiser Wilhelm- Instituts für Biochemie in Berlin-Dahlem berufen worden. — Die Professur für Krebsforschung an der Universität Berlin ist dem Geheimrat Prof. Dr. Ferdinand Blumenthal übertragen worden. — Die Leiterin der Bezirksfursorge Berlin-Charlottenburg, C1 a r a I s r a e 1, ist zum Magistratsrat befördert worden und damit der erste weibliche Magistratsrat in Berlin geworden. — Am Dienstag, den 6. August, vollendete Prof. Artur Josef Stanislaus B e r s o n, der hervorragende Meteorologe und Aerologe, sein 70. Lebensjahr. — Am Donnerstag, den 22. August, wurde der in Berlin lebende bekannte Schriftsteller und politische Kämpfer A r t hu r H o 11 i t s c h e r 60 Jahre alt. — Am 27. August verschied Prof. Moritz Türk, dessen 70. Geburtstag im April d. J. unter Anteilnahme der weitesten jüdischen Oeffentlichkeit gefeiert wurde. — Bonn. Herr Leo Friedmann rettete zwei Menschenleben vor dem Ertrinken im Rhein. — Bremen. Am 1. August hat Kantor Seif Bremen verlassen, um sein neues Amt in Aschaffenburg anzutreten. — Buttenheim (Obfr.) Frau KlaraBauer feierte am 14. August in voller körperlicher und geistiger Frische ihren 90. Geburtstag. Sie hat mit Hilfe von amerikanischen Verwandten eine Kinderbewahranstalt für alle Konfessionen errichtet, die schon viel Gutes gewirkt hat. — Colmberg. Bei Herrichtung der Synagoge wurde unter dreifachem Anstrich eine mittelalterliche Bemalung entdeckt. Die wertvolle Decke wird nach der nötigen Konservierung durch das Landesamt für Denkmalpflege nach München gebracht werden. — Dortmund. Die Synagogengemeinde hat auf fünf Jahre das alte Wiskottsche Patrizierhaus gepachtet, um es in ein Gemeindehaus umzuwandeln, da die bisherigen Räumlichkeiten dem Bedürfnis nicht mehr entsprachen. Außerdem wird die Errichtung eines Ritualbades geplant. — Dresden. Frau Grace Winter, Gattin des Rabbiners Prof. Dr. Winter, verschied an den Folgen eines Herzschlags. — Elberfeld. Der Haushaltsplan der Gemeinde wurde auf Vorschlag des Vorstands in Einnahmen und Ausgaben auf RM. 124,318.—, die Kultussteuer auf 18% der Reichseinkommensteuer festgesetzt. — Erfurt. Die historische Ausstellung, die im Herbst im Anger-Museum eröffnet werden soll, wird auch mandie interessante jüdische Sehenswürdigkeiten enthalten. — Frankfurt a. M. Das Exekutiv-Komitee der „Religiösen Weltfriedenskonferenz" hielt seine zweite Sitzung ab, an der 70 Vertreter von insgesamt 11 Religionen aus den verschiedenen. Ländern der Welt teilnahmen. Als Vertreter der Israelitischen Gemeinde und des Friedensbundes der deutschen Juden begrüßte Rabb. Dr. Seligmann die Versammlung. — Hamburg. Die Monatsschrift „Jüdische Welt", Zentralorgan des Verbandes ostjüdischer Organisationen in Deutschland, wird ab 1.' Oktober d. J. als Wochenschrift erscheinen. — Hannover. Der 12. Deutsehe Studententag hat gemäß dem Antrag des Vorstands mit 103 gegen 70 Stimmen bei zwei Stimmenthaltungen beschlossen, die Anträge von Vertreterschaften der Universitäten Würzburg, Erlangen, Brünn und der Technischen Hochschule München, in denen die Herbeiführung des Numerus clausus für jüdische Studierende und Professoren gefordert wurde, von der Tagesordnung abzusetzen. — Homburg v. d. H. Auf Anraten seiner Aerzte hat sich der berühmte Rabbi A. Rokach aus Beiz nach Homburg begeben. — Horb a. N. Am 30. Juli fand die Beisetzung des Sanitätsrats Dr. Rosenfeld statt, der 50 Jahre lang erfolgreich als Arzt tätig war und sich auch in der Jüdischen Gemeinde lange Jahre betätigt hatte. — Kassel. Dr. Max Gerson, der lang verkannte Bielefelder Arzt, der eine Diät für Tuberkulosekranke erfunden und erprobt hat, erhält in Wilhelmshöhe ein eigenes Sanatorium zur Weiterführung seiner Forschungsarbeiten. — Auf Vorschlag des Vorsteheramts der Israeliten in Kassel wurde Rechtsanwalt Dr. Weisbecker vom Regierungspräsidenten zum Mitglied des Vorsteheramts ernannt. — Der im Dezember 1927 in Berlin verstorbene jüdische Landgerichtsdirektor Dr. F. Aschrott hat seiner Vaterstadt einen beträchtlichen Teil seines Nachlasses im Wert von, fast drei Millionen Mark vermacht. — Kiel. Herr Michael Lask, das älteste Mitglied der Gemeinde, ist im Alter von 93 Jahren entschlafen. — Königsberg. Nach schwerer Krankheit verschied Sanitätsrat Dr. SaliyCohn, dessen Hinscheiden für das Königsberger kulturelle Leben einen ungeheuren Verlust bedeutet. — Koswig. An dem Geburtshaus des i. J. 1918 gestorbenen Begründers der „Marburger Schule", des Philosophen Hermann Cohen, ist eine Inschrift angebracht worden. Ferner wird im Rathaus eine Erinnerungsplakette ihren Platz erhalten. — BiOX-ULTßA-ZAHNPASTA ist für Sie die richtige sie macht die Zähne blendend weiß und beseitigt Mundgeruch spritzt nicht, ist hochkonzentriert, daher sparsamer. Kleine Tube 5 0 Pf g. MAX ELB A.-G., DRESDEN II