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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1929-09-01 · 1 (9.1929) · p. Seite 32

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
8 (1929-1930)
Issue
1 (9.1929)
Date
1929-09-01
Page
Seite 32 (sequence 32)
Language
German
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32 Maßgabe des traditionellen Judentums führen. Dabei sollen solche Personen, die aus unverschuldeten Gründen weder in der Versorgungsanstalt für Israeliten noch in dem Gumpertz'schen Siechenhaus Aufnahme finden können, bei Vergebung der Unterstützung vorzugsweise Berücksichtigung finden. Außerhalb Frankfurts wohnhafte Bewerber, auf die die obigen Bedingungen zutreffen, sollen auch berücksichtigt werden, wenn eich nicht genügend Bewerber in Frankfurt a. M. finden und wenn die betreffenden weiteren Bewerber ihren Unterstützungswohnsitz in der Provinz Hessen-Nassau haben. Schriftliche Meldungen für eine Unterstützung sind an das Mitglied der Verwaltung. Herrn Rechtsanwalt Horovitz, Frankfurt am Main, Oberlindau 1, bis zum 15. September 1929 zu richten. Frankfurt a. M.: im August 1929. Arbeitsvermittlung. Gesuchte Stellen: für jungen tüchtigen gelernten Gärtner. „ junge landwirtschaftliche Arbeiter. ., Schlosser. Mechaniker und Elektrotechniker, ,. Uhrmacher und Goldarbeiter, _ perfekte Buchdrucker und Buchbinder, ,, jungen Setzer für Hebräisch und Deutsch, .. Metzger, Bäcker und Konditoren, tüchtige Portefeuiller und Anschläger, ., junge tüchtige Schneider für Konfektions- und Maßarbeit, .. Mützenmacher, ,, Schnittfräser und Schäftemacher (Schuhindustrie), ,. Zigarren- und Tabakarbeiter, ,, Schuhmacher, .. erfahrenen Koch, sowie Kellner für alle Gelegenheiten, ., gewandte Packer und Auslauf er, stadtkundige Radfahrer, ,. Aushilfsarbeiter für jede Art Arbeit für Tage und Stunden (wir haben ständig kräftige Leute, die Waggons ein- und ausladen können), ferner Lageristen, Verkäufer. Reisende aus allen-Branchen mit und ohne Bürokenntnisse (z. T. 1.—3. Gehilfenjahr), .. bilanzsichere Buchhalter, selbständige Korrespondenten, sowie junge Bürogehilfen mit Stenographie u. Schreibmaschine, „ hebräischen Lehrer. .. tüchtigen Chauffeur, der 12 Jahre im Polizeidienst war. Offene Stellen: für Schreiner (Anschläger), ., erfahrenen Metallrundschleifer, .. Spezialisten der Wein- und Spirituosenbranche, ., jungen ledigen Chauffeur mit Führerschein 3 b, .. jungen tüchtigen Tapezierer (speziell für Tapeten), .. gewissenhaften Rollfixfahrer mit Führerschein, .. Friseur (tüchtigen Bubikopfschneider). Wir machen besonders auf unsere Schreibstube aufmerksam, in welcher Vervielfältigungen und Druckaufträge unter billigster Berechnung prompt erledigt werden. Wir haben ständig Leute mit guter Handschrift zum Adressenschreiben usw. Berufsberatung und Arbeitsnachweis für Juden E. V. Langestraße 30. pt. Telephon Hansa 3728. Der Unentgeltliche Arbeitsnachweis der Weiblichen Fürsorge für jüdische Frauen und Mädchen. Langestraße 30, Hansa 3425, Sprechzeit täglich 10—12, 3—4i/2 Uhr, Sonntag^ 9l/2—11 Uhr, sucht und vermittelt: 1. Hausangestellte jeder Art wie: Stützen, Hausdamen, W irlschaflerinnen, Gesellschafterinnen, Kindergärtnerinnen, Kinderfräulein, Haustöchter, Köchinnen, Hausmädchen. 2. Kaufmännische Angestellte Kontoristinnen, Buchhalterinnen,^ Kassiererinnen, Stenotypistinnen, Lagerislinnen, Verkäuferinnen. 3. Gewerbliche Angestellte: Schneiderinnen, Modistinnen, Heimarbeiterinnen. 4. Lehrmädchen (kaufm. und gewerbliche). Wir bitten dringend alle Arbeitgeber, sich im Bedarfsfalle unseres Arbeitsnachweises zu bedienen. Büroverlegung. Die Büros der Weiblichen Fürsorge, des Arbeitsnachweises der Weiblichen Fürsorge, der Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes, der Geschäftsstelle des Heims des Jüdischen Frauenbundes befinden sich ab Mitte September im Haus Langestraße 5, I. (Näheres s. Tageszeitungen.) Jüdischer Kunstkalender. ..Das Gesicht der Stadt u n d ihre Jude n." Mit Bildern und Texten aus jüd. interessanten Städten aller Länder. Zu beziehen zum Preise von M. 3 25 durch den Jüdischen Frauenbund. , Ortsgruppe Frankfurt a. M.. Langestraße 30. Mendelssohn-Feier. Anläßlich der zweihundertsten Wiederkehr des Geburtstages von Moses Mendelssohn, findet Montag, den 16. September 20 Uhr im großen Saal der Frankfurt-Loge, Eschersheimer Landstr. 27 eine Feier statt. Nach einem Vorspruch hält Herr Rabb. Dr. Seligmann die Festrede. Die Feier wird von Gesängen des A-capella-Chors unter Leitung von Herrn Itor Kahn umrahmt. Es gelangt der 51. Psalm nach den beiden von Mendelssohn verfaßten TJebersetzungen in Vertonung von Kirnberger und Vogler zur Aufführung. Mendelssohn-Ausstellung. Im Museum jüdischer Altertümer, Fahrgasse 146, findet anläßlich der zweihundertsten Wiederkehr des Geburtstages von Moses Mendelssohn eine Ausstellung von Werken von und über Mendelssohn, von Bildern, Medaillen, Büsten und Autogrammen Mendelssohns und seines Kreises statt. Die Ausstellung wird vom 15. September 11 Uhr 30 bis zum 15. Oktober 1929 wochentäglich von 10—1 und 3—6, Samstags, Sonntags auch vormittags von 10—1 bei kostenlosem Eintritt geöffnet sein. Sonderführungen insbesondere für Schulen, Vereine, andere Organisationen, Gruppen und Gemeinden können nach vorheriger Anmeldung und Vereinbarung des Termins unter H. 1527 und H. 7085 auch außer den Oeffnungszeiten stattfinden. Der XVI. Zionistenkongress. Der Kongreß wurde am 28. Juli 1929, dem 25. Todestag Theodor Herzls, nachmittags 4M Uhr im Stadttheater in Zürich eröffnet. Die Beteiligung von Delegierten und Besuchern aus der ganzen Welt war so stark, daß die Verhandlungen in ein größeres Lokal verlegt werden mußten. Der Präsident der Zionistischen Organisation Dr. Chaim Weizmann hielt die Eröffnungsrede, in der er die Aufgaben des Kongresses klarstellte und der Hoffnung Ausdruck gab, daß die zu schaffende Jewish Agency dem Aufbauwerk neue Kräfte zuführen werde. Die zweite Rede der Eröffnungssitzung, die von NahumSokolow in hebräischer Sprache gehalten wurde, war dem Andenken Theodor Herzls gewidmet. Hierauf folgten die Begrüßungen. Eine besondere Huldigung wurde Prof. Warburg zuteil, dem Prof. Weizmann zu seinem 70. Geburtstag die Glückwünsche des Kongresses aussprach. Zum Präsidenten des Kongresses wurde Nahum Sokolow gewählt. Der Kongreß zählte 322 Mitglieder, davon 60 Mitglieder des Aktions-Comites, 8 Mitglieder der Exekutive und 254 gewählte Delegierte. Dr. Arthur R u p p i n hielt das erste Referat über „D i e Bedeutung Palästinas für die Zukunft der Jude n". Er wies zunächst auf die Lage des Judentums in den letzten drei Jahrzehnten hin. Als Mittel gegen den Zerfall könne nur das Zentrum in Palästina dienen. Uebergehend auf die wirtschaftlichen Probleme Palästinas betonte der Redner die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit aller Schichten der Bevölkerung, vor allem der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer. Zum Schluß gab Dr. Ruppin einen Ausblick über die Wirkung des Nationalheimes auf das ganze Judentum. Nach diesem Referat leitete Dr. Weizmann die politische Debatte ein. In seinem Rechenschaftsbericht gab Dr. Weizmann einen eingehenden Ueberblick über - die Entwicklung der Lage in den letzten zwei Jahren. In der Nachmittagssitzung hielt Felix Rosenblüth, Mitglied der Exekutive, ein Referat über „Die Verfassung der Jewish Agency" und Prof. Dr. S. Brodetzky, Mitglied der Exekutive, sprach über „Die Aufgaben der Zionistischen Organisation in der Zukunft". Im Anschluß an die beiden Referate wurde in die Generaldebatte eingetreten, die mehrere Tage in Anspruch nahm und zu ausgedehnten Auseinandersetzungen über die bis-

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