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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1929-09-01 · 1 (9.1929) · p. Seite 18

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
8 (1929-1930)
Issue
1 (9.1929)
Date
1929-09-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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die Philosophie in nicht eben langer Zeit zu einem Ziele gelangen könnte, das sie bisher in Jahrhunderten nicht erreicht bat". Kant sah in Moses Mendelssohn einen Ebenbürtigen und Gleichgestellten, einen Verwandten im Geiste; er schätzte ihn als Philosophen sehr hoch und trug kein Bedenken, ihn zu den Genies zu zählen, denen es zukommt, „in dieser Wissenschaft (der Metaphysik) eine neue Epoche zu machen". Kant schätzte den Geist und das Talent Moses Mendelssohns so hoch, daß er ihn für berufen hielt, an der Errichtung und dem Ausbau eines neuen philosophischen Lehrgebäudes in hervorragendem Maße mitzuwirken. Als Moses Mendelssohn im Jahre 1777 während eines mehrtägigen Aufenthaltes in Königsberg Kant besuchte, wurde er vom Philosophen mit großer Herzlichkeit und überaus ehrenroll empfangen. In einem Briefe an Dr. Markus Herz vom 20. August 1777 nennt Kant Moses Mendelssohn seinen „würdigen Freund" und schildert den Eindruck, den er bei seinem Königsberger Besuche auf ihn gemacht habe. „Einen solchen Mann," schreibt Kant, „von so sanfter Gemütsart, guter Laune und hellem Kopfe in Königsberg zum beständigen und innigen Umgange zu haben, würde diejenige Nahrung der Seele sein, deren ich hier so gänzlich entbehren muß, und die ich mit der Zunahme der Jahre vornehmlich vermisse: denn was die des Körpers betrifft, so werden Sie mich deshalb schon kennen, daß ich daran nur zuletzt und ohne Sorgen oder Bekümmernis denke und mit meinem Anteil an den Glücksgütern völlig zufrieden bin. Ich habe es indessen nicht so einzurichten gewußt, daß ich von dieser einzigen Gelegenheit, einen so seltenen Mann zu genießen, recht hätte Gebrauch machen können, zu Teil aus Besorgnis, ihm etwa in seinen hiesigen Geschäften hinderlich zu werden. Er tat mir vorgestern die Ehre, zween meiner Vorlesungen beizuwohnen, ä la fortune du pot, wie man sagen könnte, indem der Tisch auf einen so ansehnlichen Gast nicht eingerichtet war. Etwas tumultuarisch muß ihm der Vortrag diesmal vorgekommen sein: indem die durch die Ferien abgebrochene Prälection zum Teil summarisch wiederholt werden mußte, und dieses auch den größten Teil der Stunden wegnahm, wobei Deutlichkeit und Ordnung des ersten Vortrages großenteils vermißt wird. Ich bitte Sie, mir die Freundschaft dieses würdigen Mannes ferner zu erhalten." Wenn nicht schon der Briefwechsel Kants mit Mendelssohn, der sich auf einen Zeitraum von nahezu zwanzig Jahren erstreckt (von 1766 bis zum Tode Mendelssohns 1786) und fast durchgängig im Tone gegenseitiger Verehrung und Wertschätzung gehalten ist, — dieser eine Brief an Markus Herz würde zur Genüge beweisen, daß Kant dem Moses in wahrer Freundschaft zugetan war und daß er ihn als unbestrittenen Großen im Reiche des Geistes anerkannte. Besondere Anerkennung zollte Kant dem Stilisten Mendelssohn. Gerade Kant, der bei aller Kraftfülle des Ausdrucks und bei allem Reichtum der Sprache seine philosophischen Gedanken doch nur in einer schwerfälligen Diktion vorzutragen vermochte, wußte die Klarheit der Mendelssohnschen Schreibweise und die Lebendigkeit seines Stils zu würdigen. Mehr als einmal hebt es Kant rühmend hervor, daß Moses Mendelssohn unter den Philosophen seiner Zeit der einzige sei, der mit außerordentlicher Gewandtheit die tiefsten philosophischen Gedanken in einer geschmeidigen, leicht faßlichen Form wiederzugeben vermag. So schreibt Kant am 18. August 1783 an Mendelssohn: „Es sind wenige so glücklich, für sich und zugleich in der Stelle anderer denken und die ihnen allen angemessene Manier im Vortrage treffen zu können. Es gibt nur einen Mendelssohn." Und in der Einleitung zu „Prolegomena" bemerkt Kant: „Es ist zwar nicht jedermann gegeben, subtil und doch zugleich so anlockend zu schreiben, als David H u m e, oder so gründlich und dabei so elegant, als Moses Mendelsso h n." Charakteristisch ist nachstehende Aeußerung, die gleichfalls ein Lob über Mendelssohns Stil, zugleich aber auch die Anschauung Kants über den philosophischen Stil überhaupt ausspricht. „Man soll zwar," schreibt Kant, „ebenso wenig allen Verfassern Einen Stil, wie allen Bäumen Eine Rinde wünschen, aber dennoch scheint uns Mendelssohns Schreibart für die Philosophie die zuträglichste zu sein. So frei von aller Sucht nach blendendem Schmuck und doch so elegant: so scharfsinnig und doch so deutlich; so wenig auf Rührung dem Scheine nach arbeitend und doch so eindringend. Wenn sich die Muse der Philosophie eine Sprache erkiesen sollte, so würde sie diese wählen." Mit diesem Ausspruch ist die Ansicht Kants über die Weiten und die Grenzen einer schönen Ausdrucksform für die Philosophie scharf und klar umrissen. Porzellanbär's Küchenfee- Konserven-Gläser sind vorzüglich! Wir garantieren für die Haltbarkeit der Gläser und Einkoch-Ringe. i/2 8/4 1 lx/2 2Ltr. eng 47 50 55 60 weit 50 55 60 65 Nutenform (zylindrisch) eng 40 42 43 — weit 40 45 50 55 654 70 4 60 4 GummURinge von 3 4 an Klammern für Konserven- Gläser 4 4 Etnmach^Gläser m. Binderand von 15 4 an Gelee-Gläser konisch von 18 ,~ Stein*Topfe, grau p. 1 18 Einmacht) aut „Cellophan". . . 50 Einkocbapparate mit Thermometer emailliert 9.50 verzinkt 6. Verkaufsstelle des] „Hoover-Teppichklopf-Apparates" unverbindliche Vorführung bei teleph. Anruf. PORZELLANBÄR Stiftstraße 8—10 Bronnerstraße 5—7 Das Spezialhaus für vollständige Kücheneinrichtungen <$an*'f<te &auftnä'nmfd?e prfrafföuie Sranffurt a. 'M. . . £feid?ftr. 62 §anfa 3904 (©cfjulge&äube) A. 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