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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1929-09-01 · 1 (9.1929) · p. Seite 16

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
8 (1929-1930)
Issue
1 (9.1929)
Date
1929-09-01
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
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Roman „Die Begebenheiten der Philippine Damien von ihr selbst beschrieben und von dem Herausgeber der Jungfer Meyern besorget" — ist von Juden überhaupt nicht die Rede, ausgenommen an einer Stelle von — Mendelssohn. Ferner hatte er sich genau die gleiche Abfuhr wie bei diesem in der literarischen Öffentlichkeit schon etwa 20 Jahre früher bei einem — natürlich nichtjüdischen — Jenenser Professor wegen seiner „Ketzermacherey" geholt. Es hatte nichts gefruchtet. Mit Moses Mendelssohn allerdings band er in ganz besonderer Zähigkeit immer wieder an. Er hatte darin sogar entschieden die Priorität vor Lavater. Schon 1765 war er in einer ..Flüchtigen Vergleichung zwischen der Weltw e isheitundMeskundewobeyzugleichdieüber dieBerlinischePreisfragedermet aphysischen Evidenz herausgekommene Schriften kürzlich beurt heilet werden" unserem Philosophen, dem Preisträger jenes Ausschreibens der Berliner Akademie, mit seinen indiskreten Fragen auf den Leib gerückt. Er sandte ihm das Büchlein mit einem französischen Handschreiben, auf welches Mendelssohn so wenig wie auf das spätere geantwortet hatte. Erst jetzt kam er in gutmütigem Sarkasmus darauf zurück.- .,Ich fand aber aus mancherley Ursachen nicht für gut, mich mit Hr. K. einzulassen, zumal da er seinen Traktat selbst eine ..Flüchtige Vergleichung" nannte, und bey mehrer Muße etwas Ausführlicheres über diese Materie versprach. Vielleicht nimmt er, dachte ich, nach einer reifen Ueberlegung selbst zurück, was ihn eine flüchtige Vergleichung hat niederschreiben lassen," Auch diese Hoffnung Mendelssohns, jetzt in Ruhe gelassen zu werden, schlug fehl. Sowie der „Phädon" erschienen war, machte sich Kölbele an einen .,A n t i p h ä d o n", den er im Buchhandel immer wieder angekündigt, aber nie herausgegeben hat. Die in Mendelssohns ..Nacherinnerung" auch nur nachsichtig berührte Stelle der „Jungfer Meyern", wo bedauert wird, daß er kein Christ sei, nahm von Auflage zu Auflage an Länge und Taktlosigkeit zu.' Vor allem aber: obwohl Mendelssohn mit der ganz energischen Versicherung schloß, er werde auch in dieser Streitsache nicht wieder antworten, erschien kaum 3 Monate später, „den 14ten Heumonats 1770", ein „Zweytes Schreiben an Herrn Moses Mendelssohn insonderheit über den ehemahligen Mendelssohnischen Deismus, über das Mendelssohnische Kennzeichen einer Offenbarung, und kürzlich über die Glaubwürdigkeit der Evangelischen Geschichte", nahezu dreimal so umfangreich als das erste und über und -über gespickt mit hochgelahrten Zitaten. Da sich Mendelssohn nicht darum gekümmert hat, so geht es uns hier nichts an. Auch bei anderen zeitgenössischen Beurteilern der reichen Broschürenliteratur zum Streit zwischen Lavater und Mendelssohn fand Kölbeles zweites Schreiben weniger Beachtung als das erste, das freilich in der Hauptsache nur unliebsames Aufsehen gemacht hatte. Man konnte darüber etwa folgendes lesen: x,So oft auch die Anrede mein Geliebter Gegner, mein Geliebter Hr. M. vorkommt, so ausnehmend lieblos urtheilt Hr. K. über die innersten geheimen Gesinnungen seines geliebten Gegners, die doch keinem als Gott ganz genau bekannt sein können." Häufiger allerdings als Tücke oder Dummheit wird privat und öffentlich eine andere Erklärung für Kölbeles Schreibereien gegeben. Von „einem kranken Christen, dessen Krankheit notorisch ist!" hatte schon Lavater gesprochen, als er Kölbele Mendelssohn gegenüber abschüttelte, ohne zu ahnen, wie tollwütig jener sich bis zum Ende gebärden werde. Noch 1772 erschien nämlich als seine letzte Publikation: „Kleiner Versuch über die Wunder nach Houttevillischem Bonnetischem und Hollmännischem Leitfaden mit einigen Zusätzen über die Mendelssohnische undKölbelischeReligionsstreitigkeit"! In dessen wiederum recht willkürlich angeschlossenem zweiten Teil ergeht er sich unter Kapitelüberschriften wie „Geist des heutigen Gelehrten", ^Schicksale des Eisenmengers und seines Werkes" in derben Schimpfreden über die Mitarbeiter literarischer Journale, über die sie angeblich bezahlenden Juden und vor allem über Mendelssohn. Diesmal wurde ihm aber in besonderer Ausführlichkeit mit einer geradezu vernichtenden Kritik heimgezahlt, und zwar nicht etwa aus Berlin oder Leipzig; sondern, was er zu hören bekam, war die Ansicht der „Frankfurter Zeitung", wie man damals die halbwöchentlich erscheinenden „Frankfurter gelehrten Anzeigen" kurz zu nennen pflegte. Da hieß es denn: „Seine ganze Autorschaft würden wir, die wir den körperlichen Zustand des Herrn Dr. K. in der Nähe zu QfwSff&CiffßtTP. QMMok JfankfurtaM.Cjegt.im l \ ist das beste Waschmittel, für das es keinin Er- |&:$atj gibt. Für jeden Pfennig, den Sie das Stück Site 'titehr zahlen, sparen Sie ebenso- \3ki! l.: . ■- ... .. VT'i'"T": ------- Atfäi lttnetervers<Me!5 der Wäsche. Badeöfen Badewannen Gasherde Fachmännische Beratung! Riesige Auswahl! Günstigste Preise! Zahlungserleichterung! E. HAGE & C9 Am Eschenheimer Tor 3 SENKINe

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