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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1929-08-01 · 12 (8.1929) · p. Seite 438

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
7 (1928-1929)
Issue
12 (8.1929)
Date
1929-08-01
Page
Seite 438 (sequence 18)
Language
German
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Aushilfe für Tage und Stunden, desgleichen jüngere und ältere Hilfsarbeiter aller Art, „ Lageristen, Verkäufer, Reisende aus allen Branchen mit und ohne Vürokenntnisse (z.T. 1.—3. Gehilfenjahr), „ bilanzsichere Buchhalter, selbständige Korrespondenten, sowie junge Bürogehilsen mit Stenographie und Schreibmaschine, „ Statistiker, früherer Dozent einer Hochschule, „ hebräischen Lehrer. Offene Stellen: für kräftige Bauhilfsarbeiter, „ Schreiner (Anschläger), „ erfahrenen Metallrundschleifer, „ Zahntechniker, „ Remonteure, „ Spezialisten der Wein- und Spirituosenbranche, „ jungen ledigen Chauffeur mit Führerschein 3 b, „ tüchtigen Tapezierer, „ gewissenhaften Rollfixfahrer, mit Führerschein, „ Friseur (tüchtiger Bubikopfschneider). Wir machen besonders auf unsere Schreibstube aufmerksam, in welcher Vervielfältigungen und Druckaufträge unter billigster Berechnung prompt erledigt werden. Wir haben ständig Leute mit guter Handschrist zum Adressenschreiben usw. Berufsberatung und Arbeitsnachweis für Juden E. V. Langestraße 30 pt. — Telefon: Hansa 3728. Der Unentgeltliche Arbeitsnachweis der Weiblichen Fürsorge für jüdische Frauen und Mädchen, Langestraße 30, Hansa 3423, Sprechzeit täglich 10—12, 3—4^ Uhr, Sonntag 9^—11 Uhr, sucht und vermittelt: 1. Hausangestellte jeder Art wie: Stützen, Hausdamen, Wirtschafterinnen? Gesellschafterinnen, Kindergärtnerinnen, Kinderfräulein, Haustöchter, Köchinnen, Hausmädchen. 2. Kaufmännische Angestellte: Kontoristinnen, Buchhalterinnen, Kassiererinnen, Stenotypistinnen, Lageristinnen, Verkäuferinnen, 3. Gewerbliche Angestellte: Schneiderinnen, Modistinnen, Heimarbeiterinnen. 4. Lehrmädchen (kaufm. und gewerbliche). Wir bitten dringend alle Arbeitgeber, sich im Bedarfsfälle unseres Arbeitsnachweises zu bedienen. Ausschuß für jüdische Bevölkerungsvolilik. Um die zur Neige gehenden Mittel des Ausschusses zu strecken, wurde in der Sitzung vom 19. Juni beschlossen, bis auf weiteres die Eeldgabe auf 20 RM. herabzusetzen. Preußischer Landesverband jüdischer Gemeinden. (Amtlich.) Wohlfahrtsausschuß Am Sonntag, den 23. Juni, tagte zu Berlin unter dem Vorsitz des Herrn Professor Dr. Türk der Wohlfahrtsausschuß des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden. Mit Rücksicht auf die bevölkerungspolitische Konferenz vom 24. Februar, die sich mit allen einschlägigen Fragen eingehend befaßt hat, konnte von einer Aussprache über Bevölkerungspolitik abgesehen werden. Der stenographische Bericht über die Konferenz wird den Vorständen samtlicher Mitgliedsgemeinden des Landesverbandes sowie allen Ratsmitgliedern und Verbandstagsabgeordneten zugehen. Der bevölkerungspolitische Ausschuß wird die nunmehr notwendigen Schritte vorbereiten. Die Verteilung von Stipendien für soziale Ausbildung gibt Anlaß zu einer längeren Erörterung der Frage, ob nicht etwa die Zahl derjenigen, die sich dem Sozialbeamtinnenberuf widmen wollen, allmählich zu groß geworden ist. In der Tat ist es für jüdische Sozialbeamtinnen im Augenblick schwer, eine Anstellung zu finden, aber nicht etwa, weil der Beruf überfüllt ist, fondern weil zu wenige Stellen vorhanden sind. Es wird für dringend notwendig gehalten, daß in allen größeren Gemeinden wenigstens eine Sozialbeamtin hauptamtlich angestellt wird. Die Kosten dieser Stellen werden sich für die Gemeinden in jeder Weise bezahlt machen. Der Landesverband wird gemeinsam mit der Zentralwohlfahrtsstelle ein Rundschreiben an alle preußischen Gemeinden richten, in dem die Errichtung solcher Stellen dringend empfohlen werden wird. Geklagt wurde auch über den Mangel an hochqualifizierten, besonders auch männlichen Kräften. Auf ihre Heranbildung wird der Wohlfahrtsausschuh für die Folge sein besonderes Augenmerk richten. Bei der Vergebung von Stipendien soll nicht nur die Bedürftigkeit, sondern vor allem die besondere Eignung für den Beruf ausschlaggebend sein. Es wurde schließlich darauf hingewiesen, daß besonders in den Anstalten ein Mangel an Beamtinnen herrscht. Diesem Mangel könnte dadurch abgeholfen werden, daß man nach Beendigung der theoretischen Ausbildung der jungen Damen für sie in den Anstalten Praktikantenstellen schafft. In diesem Zusammenhang wurde auf die Notwendigkeit jüdischer Berufsberatung hingewiesen. Es wird davon Kenntnis genommen, daß der Jüdische Frauenbund zur Zeit mit dem Abschluß einer Versicherung unehelicher Kinder in kleinen Gemeinden beschäftigt ist. Eine Weiterführung dieser Arbeit durch den Landesverband erscheint jedoch nicht angängig, weil nicht zu seinem Aufgabenkreis gehörig. Ueber die dringende Notwendigkeit der Schaffung h a u s w i r t s ch a f t l i ch e r Ausbildungs statten war man sich bereits in der vorhergehenden Sitzung einig gewesen. Es soll der Versuch gemacht werden, neben den in Deutschland bereits bestehenden vier Haushaltungsschulen wenigstens in den großen und mittleren Gemeinden weitere Kurse einzurichten, in denen junge Mädchen Gelegenheit haben, sich zu Haushaltungslehrerinnen auszubilden, vor allem aber auch tüchtige Hausfrauen zu wsrdkn. Die Kurse müssen von staatlich anerkannten Lehrerinnen, frei von Dilettantismus, nach modernen Grundsätzen geleitet werden. Das Erlernen der rituellen Haushaltsführung soll besondere Berücksichtigung finden. Soweit möglich, sollen die neu zu errichtenden Schulen mit bereits bestehenden Anstalten (Waisenhäusern, Altersheimen usw.) verbunden werden, um sie von vornherein produktiv zu gestalten. Sobald der Landesverband Beträge hierfür frei machen kann, sollen auch zukünftige 5)aushaltungsschullehrerinnen Stipendien für ihre Ausbildung erhalten. Es wurde beschlossen, zur Unterstützung jüdischer Studenten und Handwerker einen Betrag einzusetzen. Die Stipendien sollen auf Grund genauer Prüfung der Eignung und Begabung wie natürlich auch der Bedürftigkeit der Petenten vergeben werden. Auf diese Weise wird es möglich sein, einer Reihe von jungen Menschen ihre berufliche Ausbildung zu erleichtern. Zur Unterstützung der mensae acaclemicae in preußischen Universitätsstädten hat der Landesverband in seinem diesjährigen Etat eine Summe vorgesehen. Es wird beschlossen, daß der Landesverband selbst die Verteilung dieses Betrages vornimmt. Für das Sommersemester werden den verschiedenen Mensen Beträge im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel zugesprochen. Ueber die Frage der Zweckmäßigkeit einer Umwandlung des in Ems bestehenden Kinderheims in ein Erholungsheim sür jüdische Kultusbeamte waren die Ansichten geteilt; vor der Gründung neuer Alters¬ und Erholungsheime wurde unter Hinweis darauf gewarnt, daß bereits bestehende Heime nicht voll besetzt sind. Da jedoch die Lehrer und Kantoren den dringenden Wunsch haben, in Ems ein Alters¬ und Erholungsheim zu bekommen und sogar durch eine Selbsthilfeaktion die Gründung des Heims ermöglichen wollen, wird ein Betrag zurückgestellt und der Vorsitzende ermächtigt, diese Summe zur Auszahlung zu bringen, sobald durch die Selbsthilfe der Beamtenschaft der Bestand und eine genügende Inanspruchnahme des Heimes sichergestellt ist. Die Nachmittagsverhandlungen waren der Verteilung der dem Wohlfahrtsausschuß zur Verfügung stehenden Mittel vorbehalten. Auch für dieses Jahr konnte nur ein Teil der Gesuche Berücksichtigung finden. Man war darüber einig, daß die im Etat vorgesehene Summe den Bedürfnissen nicht entspreche. Jewish Agency. In der Sitzung des deutschen Initiativkomitees für die erweiterte „Jewish Agency", die am 24. Juni in Berlin stattfand, wurde die Wahl der Vertreter des deutschen Judentums für die nichtzionistische Hälfte des Councils der „Jewish Agency" vorgenommen. Gewählt wurden als Mitglieder des Councils: Stadtkämmerer Bruno Asch (Frankfurt a. M.), Rabbiner Dr. Leo Vaeck (Berlin), Iustizrat Dr. Julius Blau (Frankfurt a. M.), Dr. Bernhard Kahn (Berlin), Kommerzienrat Gerson Simson (Berlin), Rabbiner Dr. Jsak Unna (Mannheim), Direktor Oscar Wassermann (Berlin); als Stellvertreter: Professor Georg Bernhard (Berlin), Dr. Friedrich Brodnitz (Berlin), Willy Dreysus (Berlin), Rabbiner Dr. Hugo Hahn (Essen), Jakob Hekscher (Hamburg), Ministerialrat Dr. Otto Hisch (Stuttgart) Berthold Israel (Berlin), Rabbiner Dr. Jakob Horovitz (Frankfurt a. M.), Oberlandesgerichtsrat Dr. Alfrod Neumeyer (München), Leo Simon (Berlin), Professor Dr. Moritz Sobernheim (Berlin), Dr. Albert Sondheimer (Frankfurt a. M.), Dr. Ludwig Tietz (Berlin), Frau Margarete Tietz (Köln). Hilfsverein der deutschen Juden. In der letzten Sitzung des G e s ch ä f t s f ü h r e n d e n A u s - s chusses unter Vorsitz von Herrn Dr. James Simon berichtete Generalsekretär Dr. M. Wischnitzer über die Zusammenarbeit mit den grasten jüdischen Organisationen des Auslandes: dem American Jewish Committee, dem American Joint Distribution Committee, der Alliance Jsraölite Universelle, der Jewish Colonization Association (le.-V), dem Joint Foreign Committee und der Israelitischen Allianz in Wien. Die Herren Berthold Israel, Dr. Bernhard Kahn und Max M. Warburg berichteten über ihre Eindrücke in Palästina; sie wiesen auf die Notwendigkeit der Betätigung des HilfsVereins auf einzelnen SPezial-

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