Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 7 (1928-1929)
- Issue
- 12 (8.1929)
- Date
- 1929-08-01
- Page
- Seite 439 (sequence 19)
- Language
- German
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439 gebieten in Palästina hin. Besonderes Interesse erweckte die Anregung, das Techuik'.nn in Haisa, das noch heute als Syuibol der Hilfsvereinsarbeit in Palästina gilt, aufs neue zu fördern. Dr. Wischnitzer referierte hierauf über seine Studienreise nach Rumänien, wo er Gelegenheit hatte, die einschlägigen Prol'leine mit Vertretern dem Negieruugsbehörden, sowie mit maßgebenden jüdischen Politikern der verschiedensten Nichtuugen zu besprechen. Er besichtigte jüdische Anstalten, vornehmlich Zchulen, in mehreren größeren Städten. Trotz der Besserung der politischen Zustände ist die Wirtschaftslage der Juden außerordentlich kritisch. Es herrscht vielfach große Not, besonders in Bessarabien. Ter Hilfsverein hat bereits größere Beträge für das Hilfswerk in Bessarabien abgeführt und seht seine Sammlung hierfür fort. Es gilt aber, den Juden Rumäniens auch konstruktive Hilfe zu bringen, sie bei dem notwendig gewordenen ökonomischen Umschichtnngsprozeß zn beraten und zn unterstützen. Neben der großzügigen Tätigkeit der aus dem Gebiete der landwirtschaftlichen Kolonisation nnd der American Joint Rcconstruction Foundation auf dein Gebiete der Kredithilfe ist soziale und kulturelle Betätigung des Hilfsvereins dringend notwendig. Der Hilfsverein hat vor dem Kriege auf diesem Gebiete Hervorragendes geleistet. Man erwartet von ihm, daß er wieder fein Interesse den Fachgewerbeschulen zuwendet dnrch materielle Beihilfen, durch Beistellung von Maschinen nnd Handwerkszeug, und dnrch Entsendung von qualifizierten Lehrkräften. Der' Geschäftsfnhrende Ausschuß bewilligte zunächst Mk. 30 000.— sür die kulturelle Arbeit in. Rumänien, die im Einvernehmen mit Herrn Dr. Bernhard Kahn als dem Leiter des Ir-int-Hilfswerks durchgeführt werden soll. Erwähnt sei noch, daß außerdem Mk. 28 000.— sür die einmalige Rettungsaktion in Bessarabien ausgebracht wurden. In der Krim und in der Ukraine sind Ambulatorien im Ban, sür die der Hilssverein die Mittel zur Verfügung stellt und für die er anch die nötigen Instrumente und Medikamente beschafft. Diese beiden Anstalten werden einer Bevölkernng von über zehntausend Kolonisten dienen. Des weiteren übernimmt der Hilfsverein die Fürsorge für noch nicht schulpflichtige Kinder der Kolonisten, insbesondere für Säuglinge, durch ärztliche Beaufsichtigung ufw. Für die kulturell-sanitäre Arbeit in den jüdischen Siedlungen sind zunächst Mk. 100 060.— zur Verfügung gestellt. Die A n s w a n d e r c r f ü r s o r g e erfordert danernd größere Zuschüsse. Im letzten Jahre sind weit über 40 000 Aussind Rückwanderer in den verschiedenen Büros nnd Fürsorgestellen des Hilfsvereins betreut worden; Mk. 95 000.— sind für diese Arbeit, die innerhalb der deutschen Grenzen durchgesührr wird, verausgabt worden, in den ersten Monaten dieses Jahres bereits Mk. 47 000.—. Anch im laufenden Jahre erfordert die Auswandererfürsorge erhöhte organisatorische und finanzielle Leistungen des Hilfsvereins'. Die Organisation des HilfsVereins erfährt dauernde Verstärkung dnrch den Beitritt von Mitgliedern, dnrch Bildung nener Mitgliedergruppen nnd dnrch Reorganisation der bestehenden Lokalkomitees in Berlin nnd im ganzen Reiche. In den letzten Monaten sind in Berlin sechzehn' Bezirkskomitees gebildet worden, im Reiche über zwanzig neue Lokalkomitees. Tie letzte Jahresversammlung hat starkes Interesse erweckt, die Berichte über diese Versammlung sind von sehr zahlreichen Presseorganen in und außerhalb Teutschlands gebracht worden. Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser e. V. Die Mitgliederversammlung des Vereins zur Förderung ritueller Speisehäuser e. V. fand am 23. Juni in Hamburg statt. Aus >dem vom Vorsitzenden erstatteten Geschäftsbericht sei erwähnt, daß die Mitglioderzahl einen tatsächlichen Zugang von zirka 130 ersahreu hat. 'Der Verein hat sich wiederum in vielen Einzelfällen um >die Hebung des Kaschrnth in Restaurationsbetrieben bemüht und dabei wirksame Unterstützung durch die aussichtführen'den Herren Rabbiner und durch den 'Verein jüdischer Hotelbesitzer und Restaurateure e. V. gesunden. Die Gesamtzahl >der dem Verein angeschlossenen Restaurationen usw. beträgt am Ende des Berichtsjahres etwa 380; die Anzahl der vom Verein errichteten oder unterstützten akademischen Mensen ist von 7 ans 9 gestiegen. Der Verein wird sich auch in Zukunft der so bedeutungsvollen Angelegenheit der Mensen mit besonderem Interesse widmen; dabei ist er allerdings darauf angewiesen, daß die Landesverbände -auch weiterhin dieses Bestreben unterstützen. Der Bericht stellt abschließend fest, daß sich die Tätigkeit des Vereins unzweifelhaft zunehmender Beachtung weitester Kreise erfreue und daß der Verein im Lause der Zeit zu einein Faktor geworden sei., mit dem die jüdische Öffentlichkeit nicht nur innerhalb Teutschlands, sondern auch über dessen Grenzen hinaus, rechne. Die vorgelegte Abrechnung wurde genehmigt. Bei der V o r st>a n d s w ah l wurden die turnusmäßig ausscheidenden Herren Emil H. Lehmann-Frankfurt a. M., Dr. Emil Hirsch- Berlin, Dr. Wilhelm Freyhan-Breslau, Jacob Rothschild-Frankfurt a. M., David -Bloch-Straßburg i. Elf., Oberrabbiner Dr. Carlebach - Altona, M. BisLritzky - Hamburg wiedergewählt, die Herren Markus Emannel und John Gotthold nen gewählt. Zur Bevölkerungsstatistik der russischen Juden. Nach den neuesten amtlichen Materialien sind im Jahr 1926 im europäischen Ruhland bei einer jüdischen Bevölkerung von 2 399 347 Seelen 57 786 Geburten gezählt worden, dies ergibt eine Geburtenziffer von 24,08 pro 1000. In den einzelnen Teilen Rußlands sind die jüdischen Geburtenziffern wie folgt: Zentralrußland mit 8687 (18,06), Ukraine 39 380 (2S,02), Weißrußland 9719 (28,26 pro 1000). Die Sterbefälle in demselben Jahre betragen: für Gesamtrußland 21 868 (9,11 per 1000), davon für Zentralrußland 3869 (8,04), für die Ukraine 14 351 (9,24), für Weißrußland 3448 (10,03). Daraus ergibt sich folgender natürlicher Zuwachs auf je 1000 der jüdischen Bevölkerung: Gesamtrußland 14,97; Zentralrußland 10,02; Ukraine 15,78; Weißrußland 18,23. Sehr gestiegen ist die Zahl der Mischehen unter den russischen Juden. Auf 23 588 reine jüdische Ehen im Jahre 1926 entfielen 1983 jüdische Frauen und 2378 jüdische Männer, die Mischehen eingingen. Der höchste Prozentsatz an Mischehen ergibt sich in Zentralrußland, wo die Juden eine verschwindende Minderheit der Gesamtbevölkerung darstellen; der geringste Prozentsatz in Weißrußland, wo die Juden am dichtesten leben. MM8u. VM8MNIMK8-«^M0W (Mitteilungen kür clie näcliste Kummer müssen spätestens am 27. /Vugust dei der 8ebriktleiwng vorliegen.) iriinweis. ^us I?anmgl ünclen Ivönnen Vereinsan?eigen vom neuen ^abrgang ad nur in beschränktem Umkang aufgenommen vveräen, ins- I>c>!>on<It.'>'l! >v^i clon .^i-I»?il8i)i'<i>5!'nnini(; einxelntn' X ei eine Iiüc-Iistens Zweimal jänrüen veröklentliekt. H.uk einzelne Veranstaltungen vvircl -n cler Regel nur ciann ningewiesen, wenn sie aucn kür r>licnt- Mitglieder?ugänglicn sinci. äv«U87 ^slmull-^kvra-Verein. Vereinslokal 8vnagoge körneplat?, Lüro Ineodalclstrake 0. I'äglicn nsck <lem ^lorgengottesclienst in clen 8vnagogen Lörneplat? uncl l^ermesweg Lckiurim. ^orlbilclungsunterricbt kür junge Leute taglicn von 20 dis 22 Unr 'fneobaiclstraste ü. Der forrbilckungsunterriciit kür Knaben un6 lViäclcden beginnt wieder am 8amstag, clen 18. August. Allgemeine Lckiurim: Sonntag y><!—10>-> (l4ermesweg) Qemoro (Dr. ^. Unna); Montag 13^—19 (körneplat?) ^gacliscne 8tellen aus clem lalmuci (5. Unna); Dienstag 19^—20öH (UnlanclstralZe 46) Qemoro (kabb. l)r. ttokkmann); Hlittvvocn 18X bis 19 (Unlancistr. 58) Dinim (8. Unna) kür Damen; 20—21 (Ineobalclstr. 6) propneten (8. Unna); 20X--21X> (Lörneplat?) Dinim (I?abb. Donatn) kür Damen; Donnerstag 20X« bis 21 >2 (blermesvveg) (Zemoro (Dr. L Unna); 8amstag 11^—12^ (t4ermesweg) 8cnulcnan Brückl (8. Unna); 15^ bis 16^ (öörneplat?) Lnumiscn kascni (Kabb.-H.ss. Lipinsicv); 8tcl. vor >lacnt (körneplat^) ^Vlikro (Dr. L Unna). Verein ^Vlontenore L. V. Verein?urpklege cler iclealen Interessen jiiclisc)ner junger Leute, im Verkancl cler jücliscnen ^ugencivereine Deutscblancis. Arbeitsgruppen: Dramatische (Zruppe, Leitg.: Herbert Qortatovvslci. Deelen Donnerstag 20^ Ubrini Heim. ^.rbeitsgemeinscbakt „Icieenvvelt cles Zionismus", Leitung: /akob Dränger. Diese Liruppe tagt naen Vereinbarung, ^lel^ungen?n cicn Arbeitsgruppen sinci nocb erwünscht Die Vereinsbibiioilielc stellt jedem Mitglied okken. Lücber leiben clie öibliotbekare ^.liee Kakn uncl Hclgar (Zerson aus. rleim: Oeclerv/eg 14 pt. postsckeclciconto: I^rankkurt a. ^Vl. 49533. I. Vors. jalcob Jacobs, 8cbone .Aussiebt 4 CLeleion: ttansa 6219). UNS ks,,^ A»S?Lkürsvrgv ^^^^^^^A Lü 12 cks k s? s k L p k I S g e S-sngesteske 3V fernspr. «»nss 9543 postsOti.-Konto 54L93 WW^l>WlWl>l^>S>>WM>>>>W>>^>>l>>>>>^^