Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 7 (1928-1929)
- Issue
- 12 (8.1929)
- Date
- 1929-08-01
- Page
- Seite 437 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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437 Mädchenklub. Am 1. Juli fand in den Klubräumen (Langestraße 30) die alljährliche Generalversammlung des Mädchenklubs statt-. Es wurde ein ausführlicher Tätigkeitsbericht von Fräulein Wallerstein erstattet, der bewies, wie vielseitig das Programm der Klubabende ist. Besonders hervorzuheben ist die gemeinsame Zeitungslektüre am Montag, die so sehr beliebte rythmische Gymnastikstunde, die Ausspracheabende über aktuelle Tagessragen, die geselligen und Spiel-Abende. In vielen Sonderveranstaltungen wurde schönes, belehrendes und unterhaltendes geboten, die Purim- und Chanukkahfeier vereinte Klubmitglieder und Freunde des Mädchenklubs: die Leiterin des Londoner Mädchenklubs, Hon. Lily Montagu war im letzten Jahr Gast in unfern bescheidenen Räumen. Manche Wünsche haben unsere Mitglieder: sie wünschen z. B. einen Radioapparat, besonders um die Uebertragungen aus dem Opernhaus mitgenießen zu können und eine Bereicherung der viel benutzten Bibliothek — eine Bitte, die auch an dieser Stelle einer weiteren Oeffentlichkeit zur freundlichen Beachtung mitgeteilt sei! Bei den Neuwahlen wurde auch eine Vertreterin der jüngsten Klubgeneration in den Vorstand gewählt. Den Abend beschloß Fräulein Bertha Pappenheim mit der Vorlesung ihres neuen Märchens „Die Perlenkette", das sie dem Klub gewidmet hat. D. E. Jüdischer Hugendbund. Am 10. Juli fand die 1. ordentliche Hauptversammlung statt, die den außerordentlichen Aufschwung des Vereins in seinem ersten Ge^ schäftsjahr widerspiegelte. Aus dem Geschäftsbericht ist zu ersehen, daß die Mitgliederzahl sich fast verdreifacht hat, daß ca. 150 Veranstaltungen stattgefunden haben und daß die Gesamtbesucherzahl ca. 3000 betrug. Der bisherige Vorstand wurde wiedergewählt, er besteht aus den Herren Herzfeld, Dillenberg und Eisenheimer, während die Leitung der Ausschüsse den Mitgliedern Paul Herzheimer (geistige Arbeit), Kurt Strauß (Sport), Gretl Levy (Propaganda), Otto Sichel (Wandern), Marianne Baer (Geselligkeit) übertragen wurde. Grundsteinlegung. Durch eine Spende von 100 000 M., mit der ein ehemaliger Zögling der Julius- und Amalie-Flersheimschen-Stiftung, Herr Eugen Spier in London, seine einstige Erziehungsstätte bedachte, war es am Sonntag, den 23. Juni, möglich, den Grundstein für ein neues Anstaltsgebäude zu legen. Der neue Bau, der von dem Architekten Willi Cohn entworfen wurde und von der Firma Anton Hilf ausgeführt wird, entsteht in der Ebersheimstraße nahe der Bertramswiese. Die Entwürfe zeigen ein Helles klargegliedertes Haus, das durch die großen Fensterreihen nach der Südseite und die staffelartig zurücktretenden Terrassen vor den Tages- und Schlafräumen sein Gepräge erhält. Es wird damit gerechnet, daß der Umzug aus dem alten Heim, Pfingstweidstraße 14, ins neue Anfang nächsten Jahres erfolgt. Mit der Errichtung dieses Gebäudes erfüllt sich endlich eine testamentarische Forderung der mit der obengenannten Stiftung seit IS Jahren vereinigten Ignatz- und Anna-Sichel-Stistung, eine Aufgabe, die wegen der Ungunst der Zeiten immer wieder zurückge stellt, jetzt aber durch die erwähnte großartige Schenkung ausgeführt werden kann. Bei der Feier hielt Rabbiner Dr. Lazarus die Weiherede, Herr Albert Rothschild nahm die Grundsteinlegung vor, der Leiter der Stiftung, Herr Gut, übernahm mit Worten öes Dankes den Bau. Nachdem von den Zöglingen der Anstalt eine junge Linde gepflanzt war, schloß die Feier, die von zahlreichen Freunden dieser Alt-Frankfurier Stiftung und Delegierten vieler Korporationen besucht war. Die im Jahre 1863 errichtete Stiftung wurde bis 1882 von Dr. Jakob Auerbach, dann bis 1917 von Prof. I. Kracauer geleitet. Mitgliederversammlung der »Achawa". Am 16. Juni fand im Sitzungssaal der Israelitischen Männerkran'(..^ ue in Frankfurt a. M. eine Mitgliederversammlung der Achawa iMensions- und Hilfskasse israelitischer Lehrer in Deutschland) statt. Der Vorsitzende, Herr Oberlehrer E. Gut, erstattete den Tätigkeitsbericht. Die im Jahre 1864 gegründete Kasse hatte im Jahre 1914 vierhundert aktive und 1400 Ehrenmitglieder: die Jahresleistung betrug bei Quoten von 180 Mark über 30 000 Mark. Jetzt hat die Achawa 730 Ehrenmitglieder, davon 220 in Frankfurt, 150 aktive Mitglieder und 180 Pensionäre und Witwen. Die geringe Quote von 30 RM. konnte nur durch Inanspruchnahme des Vermögens aufrecht erhalten werden. Unter diesen Umständen wurde aus die Aufnahme neuer aktiver Mitglieder verzichtet. Die Bestrebungen., die Leistungsfähigkeit der Achawa durch eine Verschmelzung mit anderen Kassen zu erhöhen, sind bisher erfolglos geblieben. Nun beabsichtigt der Vorstand, jeweils am Ende des Jahres statt der geringen Jahrespensionen Beihilfen in Fällen besonderen Notstandes zu gewähren. Aus dem Kassenbericht, den Herr Vankdirektor Emil Simon erstattete, ging hervor, daß im Jahre 1928 über 6000 RM. ausgezahlt wurden. Das Vereinsvermögen, das im wesentlichen aus Abläsungsrenten besteht, stellt einen ungefähren Wert von 25 000 RM. dar. Der Verwaltungsaus schuh wurde durch Zuruf einstimmig wiedergewählt und durch Herrn Louis Levisohn in Hannover ergänzt. Es wirken danach als Vorsitzender Herr Oberl. E. Gut, Pfingstweidstr. 14. als Kassenführer Herr Bankdirektor Emil Simon, Kaiserstraße 16, und als Schriftführer Herr Studienrat Walther Rothschild, Unterweg 20. Die Aussprache über die Zukunft der Achawa war von dem Willen beseelt, die Einrichtung, die seit 65 Jahren unendlichen Segen gespendet hat und sich eines großen Rufes erfreut, zu erhalten und unter Anpassung an die Zeitverhältnisse unter Betonung ihres Charakters als Hilfskasse wieder aufzubauen. ArbeilsvermMlung. Gesuchte Stellen: für jüngeren landwirtschaftlichen Äufseher, „ jüngeren gelernten Gärtner, „ junge landwirtschaftliche Arbeiter, „ Spengler, Schlosser, Elektro-Ingenieure, „ Uhrmacher und Goldarbeiter, „ junge Buchbinder und Buchdrucker, „ junge Setzer für hebräisch und deutsch, „ Metzger, Bäcker und Konditoren, „ jungen Polsterer (Matratzenarbeiter) und Möbelschreiner, „ Portefeuiller und Anschläger, „ Schneider und Mützenmacher, „ Schäftemacher und Schnittsräser (Schuhbranche), „ Zigarrenarbeiter, Tabakschneider, „ Schuhmacher (Schoßarbeiter), „ erfahrenen Koch und Kellner für alle Gelegenheiten, „ gewandte Packer und Auslaufer, stadtkundige Radfahrer, auch zur SsekS Als k ZSs krtspßl sgv i.sngestpsa« 20 i-St'nspr. tt-insA 9543 postsoti.Konto 5439Z k-IguptZüterbÄknliot " l'el. lVIainZau 79241-2 4u»5LK?ung sZint!. 0s«S»srdsiitss» ^siSs?gerüst u. Hntennsndsu s: psppoissK-vscks? » ferclinanc! Venösr, frankfurt am Ü/Sam-Wvst l'slsfon IVlsi ng su 74090 .-. 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