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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1929-08-01 · 12 (8.1929) · p. Seite 436

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
7 (1928-1929)
Issue
12 (8.1929)
Date
1929-08-01
Page
Seite 436 (sequence 16)
Language
German
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436 schaftsräumen, Turnsälen, Bastelzimmern, Vortragsräumen, behaglich, heimisch und ansprechend ausgestattet, wo junge Menschen nicht einen flüchtigen Aufenthalt nehmen können, fondern wo sie ein Hein?, ihr Heim, finden können. Und es gelingt in christlichen Kreisen so, eine neue Generation glaubiger Menschen aufwachsen zu lassen, ein Damm gegen die Einbrüche dieser Zeit. Im jüdischen Kreise ist in Dingen der Jugendarbeit eigentlich nie etwas zu viel getan worden. Die berufeneu Führer, die Gemeinden, taten bis in die letzten Jahre überhaupt nichts und überließen es einigen Weitschauenden Freunden der Jugend und der Jugend selbst, zu tun, was sie konnten. Sie konnten manches tun, über vieles, zu viel, konnte nicht getan werden. Da ist es besonders das Verdienst des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands, daß er von den 160 Orten aus, wo seine Vereine und Bünde bestehen, den Ruf nach guten, großen jüdischen Jugendheimen an die Öffentlichkeit immer wieder richtete. .So wenden sich nuu neuerdings die Zentralwohlfahrtsstelle, der Frauenbund, der Neichsausschuß der jüdischen Jugendverbände und der Verband der jüdischen Jugendvereine in einer überaus eindrucksvollen Broschüre an alle, die hören wollen: ..Schafft jüdische Jugend- und Gemeindeheime!" — Ob dieser Ruf gehört wird? Einmal wird er Wohl gehört werden. Aber jeder Tag entfremdet jüdifche junge Menfchen unserer Gemeinschaft, die sie nicht zu halten weiß. Und die Tage sind nie wieder einzuholen. „Die ewige Glückschance der Menschheit" (Buber) ist die Jugend auch für das deutsche Judentum, vielleicht seine einzige Chance überhaupt. Wer Häuser der Jugend baut, der in Wahrheit allein baut Häuser der Zukunft! __________.....^ Ernst Holz er. Chorausflug. In Fortführung einer schönen Tradition haben auch in diesem Jahr die Mitglieder des Chors der Synagoge am Börneplatz ihren jährlichen Ausflug unternommen, und zwar in zwei Abteilungen für die Knaben und für die älteren Mitglieder. Letztere begaben sich am 7. Juli nach Schwetzingen und Heidelberg, wo alle Sehenswürdigkeiten besichtigt wurden. Eine gemeinsame Mahlzeit durch Reden und Vorträge aller Art gewürzt, schloß die schöne Veranstaltung, die den Zusammenhalt der Chormitglieder zu erfreulichem Ausdruck brachte. Ein Heimabend im Ili. Nicht jeder kommt dazu, regelmäßig die Zeitungen zu studieren, um alles Wissenswerte und Aktuelle zu erfahren. Dem Zweck, jedem die wichtigsten Ereignisse in gedrängter Uebersicht zu vermitteln, dient die regelmäßige Zeitungsschau. Bei prachtvollem Sommerwetter oerbrachten wir unseren Heimabend im Garten der Familie Flörsheim e r, wo Herr Alex Jakobsohn eine solche Zeitungsschau hielt. Ueber Artikel der Jüdisch-liberalen Zeitung, des Israelitischen Familienblattes, der C. V. Zeitung, des Israelit und des Frankfurter Gemeindeblattes wurde berichtet. Dabei zeigte der Referent die entgegengesetzten Auffassungen, die die einzelnen Zeitschriften mit ihren verschiedenen Richtungen in denselben Dingen haben. Wir hörten die Vorschläge, die in der Jüdisch-liberalen Zeitung überfeine Reform des allgemeinen Gottesdienstes, des Jugendgottesdienstes° der Einsegnung und der Barmizwoh gemacht werden, Vorschläge zur Errichtung eines besonderen Jugendgottesdienstes an den hohen Feiertagen. Ein Aufsatz beschäftigte sich mit den Verhältnissen der jüdischen Einwanderer in Nord- und Süd-Amerika. Wir hörten, daß 50 Prozent der amerikanischen Reformjuden die Gebräuche des Versöhnungsfestes nicht beobachten, dagegen beachten 90 Prozent die Jahrzeitgebräuche. Aus den einzelnen Nachrufen für Prof. Julius Goldstein wurden Ausschnitte verlesen. Die Entwicklung der Jewish Agency wird verfolgt, die Bildung des Initiativkomitees besprochen: wir erfahren, wie sich dieses zusammensetzt, welche Verbände und Einzelpersonen ihm beigetreten sind. Man unterhält sich über die Auswahl der Delegierten und ihrer Stellvertreter. Der ablehnende Standpunkt von uns Liberalen wird verglichen mit den Gründen, aus denen die Orthodoxie den Veitritt zur Jewish Agency ablehnt. Der „Israelit" verwahrt sich insbesondere gegen die unreligiöse Art in Palästina, z. B. sei ihm berichtet worden, daß aus Anlaß des Wochenfestes dort „Schewouaus- Fußballturniere" stattgefunden hätten. Ein Blick wurde auf die religiöse Form der Ehescheidung geworfen, die höchst reformbedürftig sei. Es ist dies nicht einmal alles, was an dem Abend kurz behandelt oder gestreift wurde. Eine solche Zeitungsschau kann viel Anregung in leichtfaßlicher Weise geben. W. H. Verein ZNonlcfiore E. V. Der Verein veranstaltete am Mittwoch, den 17. Juli, aus Anlaß des Einzuges in das neue Vereinsheim, Oederweg 14, eine kleine Einweihungsfeier in den schön geschmückten Räumen. Nach einem Klaviervortrag ergriff der 1. Vorsitzende, Herr Jakob Jacobs, das Wort zu einer längeren Aussprache an die zahlreich erschienenen Mitglieder und Freunde des Vereins. Er forderte den Zusammenschluß der jüdischen Jugend zu gemeinsamem Werk, das unbedingt notwendige Heim für ihre Zusammenkünfte und Veranstaltungen. Bedauerlicherweise fehle hierfür vielerorts noch das notwendige Verständnis. Das Jugendheim sei dringendes Erfordernis und keine Phantasterei. Der Montefiore habe sich nunmehr ein neues Heim geschaffen, und damit weitere ersprießliche Tätigkeit zum Segen der ihm anvertrauten Jugend ermöglicht. Es folgten unterhaltende Darbietungen, u. a. Rezitationen des Herrn Gortatowski, der auch ein sehr beifällig aufgenommenes Stück „Jüdische Jugend von 1880 bis 1929" verfaßt hatte. Hierauf wurde der Arbeitsplan für das Sommerquartal 1929 bekanntgegeben, der u. a. zwei Arbeitsgruppen vorsieht, und zwar eine dramatische Gruppe unter Leitung von Herrn Herbert Gortatowski und eine zionistische Arbeitsgruppe unter Leitung von Herrn Jakob Dränger. Zum Schluß konnte zur allgemeinen Freude noch bekanntgegeben werden, daß sich eine ganze Änzahl neue Mitglieder angemeldet haben. „Lc>sZ«sssiss">D?sK^Zs«ksrSi?sunu»s«rsl»s IS lnnaber: LarZ Llsnsr 7«I. «snss 1SSS/S1 Ln8tk!s88igv Hu8fiin!-ung in ttvrrsi^tSricvv^ens, kamenu. ttau8naltung8ws8ens ^bnolung und Liekerung trei ttau8.?o8tver8sn6 nscn su8v3rt8. WM.KMM'8 Kolonien l'skeluiic! Oes-ertxveine, VVeindrsnä, Olanxes^e. ttonlx, I-ikörs Wein küs Z!urks?Strsnks Alleinvertrieb kür veutscklsnä: IlMl-kW. »W «I. d.«. SLKl.II-I >V. 57. 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