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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1929-08-01 · 12 (8.1929) · p. Seite 427

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
7 (1928-1929)
Issue
12 (8.1929)
Date
1929-08-01
Page
Seite 427 (sequence 7)
Language
German
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sorglos zu gestalten strebte er, sondern auch ihr besondere Ehren zu bereiten. So brachte cr große Opfer an Geld, Zeit und Mühe, um ein Kleid für "sie zu erwerben, Äas eigentlich für die Königin von England bestimmt gewesen war; bei jeder Gelegenheit überschüttete er sie mit ausgesuchten Aufmerksamkeiten und Ehrungen. Er befand sich auf einer Europatour, die ihn eben nach Dänemark führen sollte, «ls er die Nachricht vom Tode seiner Mutter erhielt. Sosort brach er, ohne Rücksicht auf die Hunderttausende, die er als Ersatz zu zahlen hatte und die ihm als Honorare entgingen,, seine Kontrakte und eilte, so rasch ein Schiff ihn befördern konnte, nach Amerika zurück. Er kam zu spät. Dieser Verlust fiel als ein nicht mehr zu bannender Schatten auf sein Leben; er feierte die'Entschlafene in Vers und Prosa. Eine Botschaft, die seine Mutter noch für ihn bereit gehabt, aber nicht mehr hatte übermitteln können, quälte ihn als ungelöstes Rätsel. Der Mann^ der feine letzten Lebensjahre, mehr noch als mit seinen unnachahmlichen Künsten, mit der Aufdeckung spriritistischer Betrugsmanöver ausfüllte, saß manchmal, von seiner Frau mit Sorge beobachtet, in peinvoller Erwartung da, eine geisterhafte Mitteilung erwartend, ein Wort der Mutter nus dem Jenseits. Eine Verletzung des Blinddarms infolge eines Unfalls auf der Bühne wurde diesem wunderbar trainierten Körper verhängnisvoll. Und auch jetzt noch Widerstand er mit unerhörter Selbstüberwindung und führte unter bitteren Schmerzen seine letzte Vorstellung, unmittelbar vor der Operation, noch mit Hilfe eines Assistenten durch. Zwölf Stunden gab der Arzt ihm zu leben — sieben Tage focht er willenskräftig mit dem Tode, bis er sich endlich überwunden gab und seinem Bruder gestand, daß er des Kampfes müde sei. Er starb am 21. Oktober 1926 und wurde in einem Sarge, der ihm häusig bei seinen Vorstellungen gedient hatte, in Macypelah Cemetry bei New Dort beigesetzt. Ein ergreifendes Brieschen an seine Frau, voll Liebe zu ihr und zu seiner Mutter, fand sich als i.ein letzter Gruß vor. Aus der Geschichte der Gemeinde. Statistik cler f>ankkurter ^ucien von den ^.nkängen Iiis 2UIN dabr 1866 Von vr. ^osek Unna. lsuk-n<1 sri 6ie»er Llelle verökkentlictn verclea. IZs ist in >Vu5sicnt genommen, ciis ^dnundlunA nscti ciiesem Vorsdciruck in öucniorm Die llntersuebung 6er Ltatistik 6er Mdisebsn Bevölkerung l5rankkurts stützt sieb xum l'eil auk Orueksebrikten, 2urn l'sil auk arebivalisebes Alatsrial. Die Literatur wird in einem desonderen Naebweis am Tnds der Arbeit zusammengestellt. ^Vas die arebivalisoben Hu eilen anlangt, so muL von vornbsrein betont werden, dalZ wir kür'keinen der obengenannten Zweigs, die die Ltatistik?u besvreeli.sn bat, über die ganze 2^sit sieb erstreokends ^.uksoblüsss srbalten. Iis ist daber kaum möglieb, auk Orund dieser (Quellen, 6. b. obns sebr gs-wagte Llonzsktursn, eine solebe Ltatistik auszuarbeiten. i?s sind .in erster Ltelle die ^.kten zu nennen, die sieb im k'rankkurder Ltadtarobiv linden: die B-eebnungs-, die Leeds- und clie Lebätzungsbüeber 6er Ltadt. ^us ibnen läüt sieb die Aabl der Lteuerzablenden und daraus clis der Tinwobner überbauvt bsreebnen. Ebenso sind sie zur ^.ukstellung von Lerukslistsn wiebtig. Ls linden sieb unter anderem in den neuesten Ruuri- Ken: „Linnabmsn von den duden" und ..Hauszinsen der duden". ^us den letzteren ist kür unseren Twsok die Rubrik ,d?ssde and Lebätzung der duden"^) von Bedeutung. Das sogenannte „dudsnbronnenrobr" ist ein Verzsiebnis sämtliober in den dabren 1S93—1717 gsseblossenen Dben. I^ins Fortsetzung ist kür die dabre 1795—97 vorbanden?) Ts muLts bei Heder Qbeseblis- Lung der duden von den Leiratsndon eine R.öbre zum Springbrunnen auk dem Lamstsgsberg gegeben werden. Lpäter wurde ibnen auk t^esueb der Laumeister sine Abgabe von 4 Qoldgulden an Ltslle der Röbrs aukerlsgt. V^eitsrbin besitzt das Ltadtarebiv das israelitisobe Lürgerbueb vom dabrs 1824 sowie kämtliebe übrigen ^kten, die im Repstitorium L 49 genannt sind. Lis können bier niebt einzeln aukgskülirt werden, ^.n versebiedenen Ltellen -wird noeb ank die einzelnen benutzten .^kten bingewissen werden, .^.uob die Lenatsakten und die Lenatsprotokolls leisten wertvolle Dienste. kommen ^vir 2U den (Quellen, die die israelitisebe (Gemeinde besitzt, so ^werden >vir uns im ersten ^.ugenbliek darüber wundern, daL bier wenig aus trüberen dabrbunderten erbalten ist. ^Vir werden diese?atsaebs aber verständlieb Luden, wenn wir boren, dak die?ravkkurter Briden dreimal samt und sonders aus dem Ltadtgooiet Lieben muüten, und ^war in den ^labren ^) s. tüsrüdei-. Vüelisr, L. 341 kk. 2) Lg staod mir döi der LearbeitunA nur elas ^bsLbrikt?ur Vsrküxuo^, die dis israontisebs (ZeiueiQds dssit^t. I»lÄ.^erss s. Leirats- LiSitistäk. 1241 und 1349 naeb dsr sogenannten ersten b^w. Zweiten „d'udensoblaebt" und irn dabre 1614 naeb dem?ettmileb'sebsn ^.ukstand, ^u diesen (Gründen kommt noeb, daL die beiden groLev öränd (' - dabre 1711 und 1721 viel wertvolles Natsrial verniebteten. /VulZerdem werden in den dabren 1780 und 1794 Kleinsre Lränds in dsr dudengasso erwäbnt, bei denen vislisiebt aueli (^emeindedüebsr u. ä. verbrannten. i5s sind trotzdem vorbanden: 1. vis?0pulationslist6n von Beginn des 19. danrbunderrs. 2. Das Rebaminsnbuob, in das kür die dabre 1748—8? von einer Hebamme sämtliobs (Geborenen eingetragen ^nirdeu. 3. Das Osburtsregister seit 1808. 4. Das Ltsrberegister seit 17L9. 5. Das „Nsmorbueb^, in welebem die Kterbsfälle in dsr (?smeinde ver^eiebnet sind, i^s beginnt mit dem dabre 1629. 6. vis l'agebüeber der Oemeindediener. Lintelns Eliten werden an ibrer Ltelle erwäbnt oder eingebender bssprooben werden. Leblieülieb besitzt noeb die bissige israelitisobe Les r d i g u n g s b r u d er s e b a k t ein mit dem dabcs 1624 bsginnendes Register sämtlieber in?rankkurt vorgekommener lodsskälis unter den duden; es reiel^t bis 1828. ver erste?sii dieses Luebes, der die dabre 1624—80 umkaüt, wurde im dabre 1914 von Liinon l^snna, mit llebersetxung und I^rläutsrung verssben, berausgegebsn.2) Ls ersebeint angsbracbt, der statistisebsn lintersuebung einen kurzen bistoriseben Ulsberbliek über die (zresobiebte der l^rankkurter duden und ibrs rsebtliebs Ltellung voraus^usebieken, besonders mit Rüeksiebt ank die amtiieben Labien der Hüdiseben Lin-wobner?rankkurts und '/um Verstandnis der Angaben der IZeruksstatistik.^) .^uk die einzelnen kestimmungen, die kür Heden Twsig dieser Ltatistik von Bedeutung sind, muL dann an ibrer Ltelle noebmals Idngewissen werden. ^.us der Aeit vor den üw^ei ^.nstrsibungenin den dabiev 1241 und 1349 ist niebt allzuviel über die rsebtliebs I^ags der duden bekannt, ö) ^ssob Xriegk und öattonn müssen wir annebmen, daü sebon ssbr krüb duden bier ansässig waren. Trstsrers) stellt die IZvpotbese auk, dalZ die I^rankkurtor jüdi^ebe (Gemeinde um dieselbe?!sit entstanden sei, wie die Ltadtgeineinde t?rankkurt; d. b. also im 10. dabrbundsrt. Lieber ist aber, dak die duden in der Zweiten Hallte des 12. dabrbunderts bier ansässig waren. Wir Lnden ein erstes, die Reebts der duüen einsobränkendss Lresst? in der ersten „dndenstättigkeit" ^) des dabres 1424. vis erste Lesebränkung ibrer Wobnungen auk eine bestimmte Ltrake auösrbalb der Ltadt nar dureb Lrlaü des Kaisers vom dabre 1438 begründet, .^.uk Orund dieses Ldikts mulZtsn die duden 1462 sieb in dsr erstem dudengasss ansiedeln. Wabrsebsinliob "wurde sebon wenige dabre snäter „ver dudsv xu l^rankkurt Ltättigksit und Ordnung'', die ..alte Ltättigkeit", wio sie von Lebudt genannt wird, dureb kaiserliebes Dekret eingskübrt.s) Das genaue dabr seiner Ausgabe läkt sieb niebt leststellen. Die ersten datierten Ergänzungen, die Lebudt nennt, sind aus dem dnbre 1488. Diese Ltättigkeit l.atte bis» /um?ettmileb'seben ^ukstand Reebtskrakt. ^Vls nun die duden, r-aebdem sie samt und sonders im dabrs 1614 von Raus und Nok vertrieben worden Ovaren, im dabrs 1616 wieder /urüekg'Zruleu wurden, erbielten sis eins neue Ltättigksitsordnuug: ..Dsr duden z.n?ranekkurt a. N. Ltättigkeit und Ordnung". Von Lebudt wird sie als „neue Ltättigkeit" bsüsiebnst.") Sie wurde von Xaissr Natbias am 3. danuar 1617 gegeben und später von Kaiser dosspb I. am 7. Dexembor 17(!5 bestätigt, vis näebsten wiektigeren H.sndei'ungen wurden erst ea. ein dabrliundert später dureb den?ürstprimas, Xarl von Dalberg, bewirkt, vainit begannen die Xämpke der l^rankkurter duden um das Bürgerreebt, die ein volles HalbHabrbundsrt das volitisebs ^.eben in 8. 3tsrdo8tat!stik. (Oer ^usdruok des Xriexss veriiioderts Sie HsrausßiAbs dsr väckstev Bände.) ^) Das xweibälldixs Ssselnetitswerk d. Liraeausrs kat bei ^.bkAssun^ dieser Arbeit voek nietit vor^elexen. °) Vxi. ^äler, Hl., LsitrÄKe zur ältesten (Zeseoiokte dsr?rankkurter duäenx?emeinde. °) Lür^srswist« 8. 412. ^) Ilsber die verselüsäene Lsdsuwnx dieses Wortes vxl. Lüelier 3. 528, ^om. 2. Ts kson darunter verstanden sein: 1. das Reckt der ^nkevtnslts^ewärirun^. 2. die Ledin^unxen der ^ukevtnaltSMwaniunx. 3. Sas Senriktstüelc, in dem diese Normen kestZels^t sind. ») ^eil 3. L. 119 kk. °) vass. 3. 156. amsteurkinemstogrsvkle! Ikre Litern, Kinder und kreunäe filmen Z»e mit einem Kino-äppsrst von ^. 5?«ci7«oi.o 5«t»»«eepls«» 7 und?«tt KS " liauptwacbe Xvnstsdler V^acbe Oie ^smilie im film ist 6>e Ieden6e ckronill

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