Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 7 (1928-1929)
- Issue
- 12 (8.1929)
- Date
- 1929-08-01
- Page
- Seite 426 (sequence 6)
- Language
- German
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426 Houdini. Von Bernhard Haas. Der durch seine Kühnheit berühmt gewordene „König der Ausbrecher" Harry Houdini, eigentlich Erich Weiß, war am 6. April 1374 als eines der vielen Kinder des Rabbiners Meyer Samuel Weiß in einem kleinen Ort des Staates Wisconsin, Bereinigte Staaten Don Nordamerika, geboren. Seiner (ve. W. Heinemann in London erschienenen) Lebensgeschichte von Harold Kellock ist zu entnehmen, daß Rabbi Weiß aus Budavest flüchten mußte, weil er einen ungarischen Adeligen im Duell, das er als Verteidiger des von seinem Gegner verunglimpften Judentums ausfocht, verwundet hatte. Äomit erweist sich Houoinis oft bewiesener Mut bereits als väterliches Erbteil. In Amerika konnte Rabbi Weiß seine reichen Kenntnisse nicht einträglich genug verwerten, um seine zahlreiche Familie zu ernähren. Bereits im Alter von sechs Jahren trug der pflichttreue, seine Eltern innig verehrende Hunge Zeitungen aus. Als Neunjähriger trat er in einer Zehncentsbude mit seinem ersten selbstersundenen Trick auf: an den Füßen aufgehängt, hob er mit den Augenlidern Nähnadeln vom Boden auf. In verschiedenen Schaubuden angestellt und schlecht bezahlt, trat er zeitweise bei einem Schlosser in die Lehre und eignete sich hier die Fähigkeit an, jedes, auch das komplizierteste Schloß mit einer Nadel, einem Nagel, einem Faden zu öffnen. Als der Rabbiner 1892 starb, gelobte an seinem Totenbette Erich, stets für die noch ziemlich jugendliche Mutter sorgen zu wollen. Selbst in Zeiten des Darbens hat er diesen Schwur wahrgemacht; und als er auf der Höhe seines Ruhmes zum ersten Male ein Wochengehalt von 1000 Dollar bezog, ließ er sich den Betrag in Goldmünzen auszahlen, um ihn in Erinnerung an sein Gelübde der geliebten Mutter in den Schoß zu schütten. Als Neunzehnjähriger heiratete Houdi-rn unter romantischen Umständen eine achtzehnjährige Katholikin, Beatrice Rahner, genannt Beß, die sich in jeder Hinsicht, auch beruflich, liebevoll und gewandt in sein Dasein einfügte, und die neben seiner Mutter die einzige Frau geblieben ist, die in seinem Leben wichtig war. Erst standesamtlich, dann jüdisch, endlich katholisch getraut, wurde Houdini vielleicht das Vorbild des jungen Helden zu dem jetzt so viel gespielten amerikanischen Schwank „Dreimal Hochzeit". Beß zog mit ihrem Manne von Bühne zu Bühne; bei verschiedenen Truppen angestellt, mühte das Paar sich jahrelang bei geringem Gehalt: aber Houdini ließ sich niemals aus seiner festen Hoffnung aus eine große Zukunft hinausdrängen. Sein Hand - sch ellentrick. nämlich die Kunst, aus jeder Art von Handfesselung sich zu befreien, wurde anfangs nicht gebührend gewürdigt. Erst als die Polizei als Mitspieler interessiert wurde, als Houdini sich, an Händen und Füßen gefesselt, in eine dreifach verwahrte Gefangenenzelle einschließen ließ und in kurzer Zeit frei daraus hervorging, wurde auch das breitere Publikum aufmerksam. Seine Glanzleistung bestand darin, sich nach genauester Polizeilicher Prüfung, an Händen und Füßen gefesselt, in eine Zwangsjacke stecken und in eine Kiste einnageln zu lassen, die von einem Boot aus ins Wasser gestürzt wurde. Wenige Minuten später erschien er vollkommen frei. Einmal im strengsten Winter ließ er sich, nachdem ein Loch in das Eis gehackt worden war, gefesselt ins Wasser werfen, ein andermal ließ er sich sechs Fuß tief in die Erde begraben. „Alle diese Wunder meiner Vorführungen", erklärte Houdini, „konnte ich nur ausführen, nachdem ich Angst und Furcht hatte bezähmen lernen. Ich wußte bestimmt, daß, solange ich ruhig blieb, ich Meister der Situation bleiben würde. Natürlich gehörte dazu, daß ich meinen Körper für solche Anstrengungen trainiert hatte.' Jeden einzelnen Muskel konnte ich einzeln nach meinem Willen dirigieren; meine Finger hatten eine Beweglichkeit, um die mich jeder Kartenkünstler beneiden durfte. Meine Zehen arbeiteten so gut wie die Hände gewöhnlicher Leute. Meine Lunge hatte ich so trainiert, daß ich fast vier Minuten ohne Luft auskommen konnte,, und mein Atmen derartig eingerichtet, daß ich in ein Paar Kubikmeter Luft länger leben konnte als eine Maus." Konnte Houdini auch auf seinen ständigen Reisen durch Amerika und Europa die von Haus aus gewohnten jüdischen Gebräuche nicht aufrechterhalten, so hat er es doch niemals versäumt, am Todestage seines Vaters Kaddisch zu sagen. Befand er sich zufällig an einem Orte, der keine Synagoge besaß, so sparte er weder Zeit noch Anstrengung, eine noch so ferngelegene Synagoge zu erreichen, um morgens beim Gottesdienst das Andenken an seinen Vater durch das übliche Gebet zu ehren. Die Hingabe an seine Mutter überstieg alle Grenzen. - Nicht nur ihr Leben »05 VollkomMüe! viewirkück beste 5» Warette -' /° Di'.I^reLenillL I^irsc^ApOt^elie 8pe2ialabteilrinx: Diaetäti8<^e k^äparate Zentrale samtlicker anerkannter 8onvlernanrnnSsmittel uncl I>Iänrpraparste <les Inlinct Auslandes kiir Zuckerkranke Litte 8on<ter-?reisllLte anfordern. Teil III k^rankkul-t 3. ^lVI. Aes. I^suvtpOLt ^- - F V^l.^7Ik>I ^l.L> . «-K/^KI-UK7 i^..5civ 5ck^sn!ks!er5krshe 52 ------- ------- ^'>5Enl(0N5tfuI(tioNSN 5ct>sussn8iSrsnlsgSn Islsion: 5pS55Sfl 66132. kspsrslui'Ski aller Hfl. Dsutselis urici psrse»' I? Ie»-! l-äuferstoffS u vivan^Seksn I.o«k 5 «liene« Xsi»e?-5trs0e IS?rie«I«n»»»rsae 11