Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 7 (1928-1929)
- Issue
- 11 (7.1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 398 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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398 Gemeinde- Mglieder unsere Inserenten! krau Ii^mgo^ uncß c^is Isolcanno illllllllllllllllllllllllllllllllllllllttlllllllllllllllllllllllllllliu krov Irmgor«! >s» »ln» k?oi» von Wol». diismols vürcis sie «Kren Sössen, mögen sie nun gebeten ocivr ungsbstsn kommen, clünnsn, koclsn Iss vorsstzcsn. für kesucnei' uncl bssoncjsfo Oslsgsnnsilen noi^ sio ststt eins Packung „Isskonns (Zolci" im ^ouss, clis Deister-^iscnvng ou5 scislstsn tlocngsväcnssn lnciisn«. „>Vis sin olumsnrsicnss Qsciicnt ciss Orients" - sogen clis (ZöstS von ciiossm Iss. Lis nobsn ksck». und in England und Amerika verwirklicht ist. Leider war es durch allzu kurze Zeit zur Aussprache nicht möglich, aus dem Gestrüpp der festgelegten Parteianichauungen herauszukommen; oft war auch die Vorsitzende dem allZu lebhaften Temperament der Versammlung nicht ganz gewachsen. Am stärksten trat das Trennende bei den Referaten über die allgemeine Bedeutung der Kulturarbeit in Palästina für die Frauen hervor. Die Leidenschaft Anitta Müller-Cobens, die ruhigere Sachlichkeit Helene-Hanna Thons (Palästina) und besonders die etwas unklaren Aussührungen der Hadassah-Vertreterin Mrs. Lind heim, die anscheinend eine Beteiligung des „Weltbundes" an der Jewish Agency Propagierte machten noch in letzter Stunde dessen Zustandekommen zweifelhaft. Es war die sympathische und menschlich schöne Haltung Paula Ollendorffs, die Klugheit und Zielsicherheit Mrs. Kohuts, die auch aus diesen Stürmen schließlich in die ruhige Sphäre hinüberleitete, so daß es doch zum Zusammenschluß kommen konnte. Nur dies äußere Gerüst ist freilich fertig; die Satzungen, damit auch die Klärung über die Ziele, müssen erst erarbeitet werden; sorgen wir, jeder an seiner Stelle — und daß das deutsche Judentum noch Gewichtiges dazu tun kann, hat sicher jedem die Tagung klar gezeigt —, daß dieser neue Bund etwas in der lebendigen Wirklichkeit Tätiges werde! Es gäbe noch manches zu berichten von den gesellschaftlichen Veranstaltungen, die diese so überaus arbeitsreichen Tage aus- und einleiteten. Man spürte deutlich, daß die Öffentlichkeit sich der Bedeutung dieser Zusammenkunft bewußt war; der Senat der Freien Stadt und andererseits die allgemeine deutsche Frauenbewegung begrüßte die Teilnehmer nicht nur, sondern nahm durch hervorragende Vertreter auch an den Verhandlungen teil. Unvergeßlich wird den Gästen der freudige Auftakt des Begrüßungsabends durch den Hamburger israelitisch-humanitären Frauenverein und seine Vorsitzende, Sidonie Werner, der Nachmittag im Hause und in den wundervollen Gärten der Familie Warburg, der musikalische Genuß sein, den die Deutsch-Israelitische Gemeinde bei dem abendlichen Empfang bot. Die Antwort der Präsidentin Mrs. Kohut auf die Ansprache des Bürgermeisters Dr. Petersen, ihre Erklärung des Begriffes der Freiheit, dem Einigenden zwischen der freien Stadt, dem freien Amerika, als der zuerst von Moses für sein Volk geforderten inneren Freiheit zeigte würdig chre harmonische, reife und überlegene Persönlichkeit. Wir hofM, daß unter ihrer Führung der neue Weltbund das erreiche, was Paula Ollendorff in ihrer Schlußansprache ausführte: „Meinungen trennen — Gesinnung verbindet". Ueber die Weltkonferenz und die Berliner Jubiläumstagung des Jüdischen Frauenbundes berichteten am Montag, den 17. Juni, Frau Dora Edinger und Fräulein Zedner in einer überfüllten Versammlung der Frankfurter Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes. Preußischer Landesverband jüdischer Gemeinden. (Amtlich.) Großer Rat. Am Sonntag, dem 26. Mai, tagte zu Berlin der Große Rat des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden. In Vertretung des Herrn Kammergerichtsrat Wolfs eröffnete sein Vertreter Prof. Dr. Türk die Sitzung mit einem Nachruf auf den jüngst verstorbenen Iustizrat Hirschberg in Breslau. — Die formale Anerkennung des Preußischen Landesverbandes durch die Staatsregierung steht zur Zeit immer noch aus. Von der Staatsregierung wurde eine Abänderung der Verfassung des Landesverbandes als Voraussetzung für die Anerkennung gefordert. Bei dieser Aenderung handelt es sich in der Hauptsache um die Beseitigung des Satzes in Artikel 1: „Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden ist eine Religionsgesellschaft", serner um die Forderung, daß für das Wahlrecht die deutsche Reichsangehörigkeit oerlangt wird, und daß für Umlagebeschlüsse, für die Aufnahme von Anleihen und für die Veräußerung von kulturhistorisch wertvollen Gegenständen bestimmte staatliche Aufsichtsbefugnisse in der Verfassung vorgesehen werden. Der Rat war in der Mehrheit der Ansicht, daß über diese Forderungen weiterhin mit der Regierung verhandelt werden soll. — Für Zwecke der Ausbildung konservativer Lehrer war nach Bewilligung von 20 000 RM. für den Oberbau der Jawneschule in Köln sowie eine Anzahl von Stipendien an die Lehranstalten Köln, Würzburg, Höchberg und Frankfurt a. M. noch ein Rest von 20 000 RM. vorhanden; diese wurden nach längerer Debatte dem Seminar Würzburg-Höchberg zugesprochen. — Zu dem Beschlüsse des Verbandstages vom 3. und 4. Februar d. I., der eine Gesamtrevisionöer Verfassung des Landesverbandes verlangte, wurde in eingehender Debatte Stellung genommen. Der von der Volkspartei ausgegangene Vorschlag betr. Einrichtung des Einkammersystems fand bei der Mehrheit keine Zustimmung, dagegen erschien eine Herabsetzung der Zahl der Mitglieder des Verbandstages und Rates erforderlich. Der Rechtsausschuß wurde beauftragt, der nächsten Sitzung des Großen Rates seine Vorschläge für eine Revision der Verfassung zu unterbreiten. — Dem Beschluß des Verbandstages, beim Landesverband Schiedsstellen zur Schlichtung von Streitigkeiten zwischen verschiedenen Gemeinden, Gemeinden und ihren Beamten usw. zu errichten, wurde zugestimmt. — Das Dezernentenkollegium wurde ersucht, dem Wunsche des Verbandstages auf Wiederaufnahme der Verhandlungen mit dem Halberstädter Verband über das Iudengesetz nach Möglichkeit Rechnung zu tragen. — An der Berliner Vorbereitungsanstalt des Landesverbandes für künftige Lehrer sollen zwei Studienräte fest angestellt werden. Der Berliner Gememdevorstand soll ersucht werden, für Pension und Rentenversorgung die gesetzliche Gewähr zu übernehmen. — Der vom Rechtsausschuß fertiggestllte Entwurf einer Geschäftsordnung für alle Ausschüsse des