Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 7 (1928-1929)
- Issue
- 10 (6.1929)
- Date
- 1929-06-01
- Page
- Seite 357 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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357 Aus der Arbeit des Mädchenklubs. Wenn jetzt in den Tageszeitungen öfters von Wegen der Volksbildung gesprochen und dabei das Zeitungslesen in der Gemeinschaft als ein wertvolles Bildungs- und Erziehungsmittel genannt wird, so darf der Mädchenklub mit Stolz darauf hinweisen, daß er schon seit zwanzig Jahren auf Anregung von Fräulein Pappenheim diesen Weg beschritten und nach jeder Richtung bei den Mitgliedern gute Erfolge gezeitigt hat. Die Zeitung als Lehrmittel hat sich im Mädchenklub in aller Stille bewährt. Man beschränkt sich nicht auf Politische oder religiöse Artikel, man läßt die Mitglieder selbst lesen, selbst Zeitungsausschnitte mitbringen und stellt sie zur Diskussion. Man verlangt kleine kurze Berichte, erklärt Ausdrücke und regt zur Aussprache an. Man erhöht dadurch nicht nur den Sprachschatz, man überwindet auch die Scheu vor der eigenen Stimme und^vor allen Dingen sucht man die jungen Mädchen zur Freiheit des eigenen Denkens und zur Anerkennung einer anderen Meinung zu bringen. Wie nachhaltig und wirksam diese Methode 6N " ^- .l ' 5 ' ) > V - - ' ^^/F —^ " '^/y,^ ist, kann man vielleicht am besten daran beobachten, daß die in den Stunden gegebenen Anregungen in den Gesprächen der Mädchen nachwirken und ihnen sicher manchmal für ihr späteres Leben von Nutzen sein können. Es gibt kaum etwas, was nicht besprochen wird! Fragen der Erziehung, des Berufs, der sittlichen Lebensgestaltung, religiöse Fragen, und immer fühlt man, wie dankbar die Klubmitglieder sind, wie sie allmählich aus sich herausgehen und den Lesestoff auf ihr eigenes Leben wirken lassen. Es ist begreiflich, daß auf diesem rein geistigen Wege sich nahe persönliche Beziehungen entwickeln, die zu den großen Freuden auch eines bescheidenen Gemeinschaftslebens führen. Wenn man sich für den Mädchenklub die Frage der Möglichkeit der Neutralität vorlegt, so findet sie die Beantwortung gerade darin, daß keine Neutralität des Individuums verlangt wird: Richtung, Partei, religiöse Einstellung jedes einzelnen Mitgliedes sind unangetastet. Die verschiedenartigen Meinungen kommen auch gegebenenfalls zum Ausdruck, aber die Klubleitung hat es bisher immer verstanden über den Parteigedanken hinweg ein starkes Gemeinschaftsbewußtsein auszubilden. Der äußere Rahmen des Mädchenklubs bleibt sich immer gleich, die verschiedenen Mit^ Glieder kommen, trinken Tee und nehmen dann an den verschiedenen Unterrichtsstunden teil. Der abendliche Stundenplan ist ungefähr folgender: Montag 8—10 Uhr: Zeitungslesen, Bücherberatung und Bücheransgabe (Frl. B. Pappenheim, Frau Oppenheimer und Frau Noßbaum) 9—10 Uhr: Deutsche Literatur (Frau I. Darmstädter) Dienstag 8—10 Uhr: Deklamationsstunde (Frl. Selma Eisemann), Französisch (Frl. Lubowsky), 14tägig Kunstgeschichte (Frau Rose Hoffmann) Mittwoch 8—9 Uhr: Englisch f. Anfänger (Frau Heimann) 9—10 Uhr: Englisch f. Fortgeschrittene Donnerstag: Schneidern u. Handarbeiten (Frau Will) 8—10 Uhr: Gymnastik (Frau Stern-Markusy) Samstag: aktuelle Tagesfragen (Frl. Dr. Hannah Stern) Sonntag: 14tägig Vorträge und gemütliches Zusammensein. Alle Stunden werden gern besucht und haben viel Zuspruch. Auch Spaziergänge und Ausflüge werden gemacht, sowie Besichtigungen unternommen, zu denen sich Klubmitglieder in Gruppen zusammenfinden. Die jüdischen Feste werden betont und ganz besonders durch Borträge vorbereitet, auch durch Aufführungen gefeiert, an denen sich Freunde des Klubs und Klubmitglieder beteiligen. Der Vorstand des Mädchenklubs setzt sich zusammen aus Klubmitgliedern und sozial arbeitenden Frauen. Es ist viel Leben im Klub, Vergnügtsein und Freude, und auch die Form der Geselligkeit ist in einem einfachen Rahmen voll Unbefangenheit und Zufriedenheit. ^s. v. IVIomcks ^/läcioksn . . . l^on t?tt«^/ ivisnens lvläclensn sinci immsr ciansim, Das l.sosn kommt unci gsnt onns l?sim, lV!sn räumt ctis Ämmsr auf, lVlaent sinsn Linkauf Unci ist wiscisr ciansim, 8ti» onns k?sim. IVIsnormsI x,ent ciurcn ciss Limmer Lin Sonimmsr von oinsm Qssiont, Ooon man wsis« niont, War's sin Qeciiont, Ocisr war ss sin I_isct, cias man sang. Ocisr san man ss lang, lang lrgsnclwo auf cisr Strasss. Kur im Grünling ist ciisssr Lonimmsr Immer unci immsr in jsctsm Ämmsr l^nct ssltsams 1>äums ilrtMIsn c!is l?aums l^nci störsn ciis kacnts l^nci man möonts manenmal lsiss, leise In sins LIumv wsinsn. i^snenmsl wiscisr vsrnüllt man ciio i^snstsr, ^!m ctis Qsspsnstsr cirausssn?u sonsuonsn, vsnn cisr /^dencinimmsl nst Stsrns Unci ist von sinsr blausn l^srns Unci alles ist weit, v/sit, Voll llwigksit. Oven im Sommsr nst man ss lldskvvuncisn Unci scliämt sien mit ssinsm gssuncisn Ivlsnsonsnvsrstsncl ^11 ciisssr Traums. IvZan räumt still clis Ämmsr auf, l^sont sinsn Einkauf Unci ist immsr cisrisim, Urci cls« l.eden korrmt ur^ci gent onns I?sim. Auslsgsleppiek - Velsurs seit <1arir?srir»t6N bswänrt in silsn i^ardsn psr mir. ristto i^!<. 11.50 1^?k>ici-!-N/MZ koi«5c«».o isenii.l.eks^k^sse ie