Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 7 (1928-1929)
- Issue
- 10 (6.1929)
- Date
- 1929-06-01
- Page
- Seite 355 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/3094266-3094336-3094345--1865-3096600- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
ihre Einrichtungen auf einen unvergleichlich besseren Stand gebracht haben. Allerdings haben sie neben der wieder einsetzenden Werbung von Mitgliedern und Spenden durch Vermittlung der Zentralwohlfahrtsstelle Darlehen aus öffentlichen Mitteln in erheblichem Maße aufgenommen und sich dadurch stark verschuldet. Die Folge ist eine Pflegegeldpolitik, die es in vielen Fällen unmöglich macht, Pflegebedürftige aufzunehmen, weil sie den verlangten Sah nicht aufbringen können. Die Gemeinden müssen in solchen Fällen für ihre Pfleglinge Zuschüsse leisten; die Pflege mutz auf die notwendigsten Fälle beschränkt werden, die früher bestehenden zahlreichen Freiplätze sind weggefallen. Demnack) ein Zustand, der rein äußerlich betrachtet, für die Anstalten erfreulich, für die Planmäßige Wohlfahrtsarbeit aber recht betrüblich ist, umsomehr als er sich in einer sehr bedenklichen Weise auswirkt. Von 10 000 Betten in Kinderheimen, Altersheimen, Heilstätten usw. stehen durchschnittlich 500 Plätze leer und können nicht besetzt werden; zum Teil, wenigstens in den Kinderheimen, mag der Geburtenrückgang hierbei eine Rolle spielen, wesentliche Ursache ist die Unmöglichkeit der Pflegegeldbeschaffung. Hier muß nun wieder die Planwirtschaft einsetzen. Erforderlich erscheint Senkung der Selbstkosten durch Umorganisation hauptsächlich im Personalbestand, durch Verlegung der Anstalten nach kleineren, weniger teuren Plätzen und, wenn irgend möglich durch Zusammenlegung gleichartiger Anstalten. Dabei ist genau zu Prüfen, ob und welchen anderen Zwecken die so frei gemachten Einrichtungen zugeführt werden können. Beratung dieser Angelegenheiten mit den Organen der Zentralwohlfahrtsstelle wird empfohlen, vor Neugründungen wird dringend gewarnt. Auch die örtliche offene Wohlfahrtspflege sollte hier ein Wort mitzureden haben, sie sollte sich überhaupt viel intensiver um die Anstaltsvflege kümmern. Die Senkung der Selbstkosten nach dem Grundsatz „billig und gut" ist auch nötig, um konkurrenzfähig zu bleiben, damit jüdische Pfleglinge nicht gezwungen sind, nichtjüdische Anstalten auszusuchen. Weiter muß an dem Wiederaufbau von Fonds für Freistellen usw. herangegangen werden. Die Erholungsheime arbeiten durchweg unrationell. Von 56 Erholungsstätten mit 3278 Plätzen sind nur 14 (786 Plätze) während des ganzen Jahres, dagegen 42 mit 2492 Plätzen nur bis höchstens vier Monate in Betrieb. Grund: Neben dem zweifellos besseren Gesundheitszustand der Kinder und der Furcht vor dem Zurückbleiben in der Schule, die Unmöglichkeit für die Eltern, das Pflegegeld von ca. 150 Mark aufzubringen, ein Umstand, der umso schwerer wiegt, als der Reichsfinanzminister weitere Mittel für Er- - holungsheime nicht mehr bewilligt. Hie-raus folgt notwendig die Forderung des Ausbaues der örtlichen Erholungsmöglichkeiten (Ferienkolonien). Auch hier will die Zentralwohlfahrtsstelle den Ausgleich versuchen, wobei die Tatsache des Vorhandenseins zu vieler Plätze zur Auflösung eines Teils der Anstalten führen wird. Weitere. Forderungen der Planwirtschaft betreffen die Normung der Aufnahmeformulare in den einzelnen Anstalten, deren Bearbeitung angesichts der Fülle der Verschiedenheiten Leerlauf verursacht, und eine viel wirksamere Nachferienfürsorge. Auch diese Rednerin verlangt die Zurückstellung eigener Interessen zugunsten einer einheitlichen Planwirtschaft. Der dritte Redner, Herr Direktor Dr. Rothschild Dinslaken, behandelt die Planwirtschaft in Anstaltsbetrieben. Die Tatsache, daß hier der Mensch im Mittelpunkt aller Möglichkeitsbetrachtungen steht — im Gegensatz zu anderen Wirtschaftsbetrieben, wo ohne Rücksicht auf die Menschen lediglich die Gewinnmöglichkeit eine Rolle spielt —, bedingt Gestaltung und Begrenzung der Planwirtschaft eben nach den Erfordernissen, die sie Pflege und Erziehung von Menschen in den betreffenden Anstalten auferlegt. Der Grundsatz „größtmöglichster W ,,eÄe>vls>ss"-<Zrvk«lssckerei VsunusstrsKs IS Innader: cs?ii Llsnse Dßsnss Li^tlcla^igv Hussüki'ung in tts»'pkN8ts«'lcvwä8ens, vamsnu. ttau8na!tung8^ä8vnv A.bnoIunA unct l-iekerunZ kre! lisu8.?o8tver8Äli6 nscn susvSrts. W? «, HiVsn«, k^ernspr.: «an 8a 5056^53 5KU8ter-^usstettunA, Vürv unä Stadtlaser: ^in 8cn^vimmba<j 6 tisuptlazer: ttauptAüterbannnok HVssckKSsck« kür NS«ksn«t. ^Vssssr tXIoseNu. vs«Vs» einriektungsn un«t SveßsnplsNvn .. Ssusßskk« W WMMWMWW gsgsnljdsr cism Opsrnkaus Künstlsrkon2Sfte 4—12 Ukr ü-«- c>5ocivo im Abonnement 1929. k^lit cism ös?ug lcsnn jecisr^sit begonnen v/srclen. Die l-ieksrung srtolgt tsglicn kre! s. I-Isus, oucli Zonntsgs. In unserem Ztscitlsgsr Liebergasss 3 unterhalten wirgrohss l-Sgsr in c>5- 5c«k«n K neueste»' 5>steme unci bester Husiülirung in Änk unci Slss. Wir lsclsn?ur geil. IZesicntigung onns jsci. Ksus-wsng srgslosnst ein. krsnkkurter Li5bs5ckskkung5- <5e5ell5ekskk, (5. m. b. tt. Iiisisvrilc u. Külillisus Ssroermünlstr. 50-54 l^srnspr. Zpess. 62141 Ztscitbürc»: kiebargssss'ö fernspr. r-tsnss 6290 Vertreter: ZsII/ r^srxivkn, (5ervinu»»r. 58 DKiTilr'F lVÄKmasekinkn kür ttsustiglt unci (Zeverbe unüdertrotken. ps^'^k'L' ^3nmz8cnlnen-I-l2U5 > M.vecker,(5.ln.b.tt. KM MMMI. lll-A