Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 7 (1928-1929)
- Issue
- 10 (6.1929)
- Date
- 1929-06-01
- Page
- Seite 354 (sequence 22)
- Language
- German
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Stellen durch die Orts gemeinden für unumgänglich. Dabei ist weitgehende Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse erforderlich, schon wegen der privaten Mitarbeit, auf die man nicht verzichten könne. Dagegen ist Zurückstellung des Ver einsartikularismus und Einordnung in den Plan unter allen mständen geboten. Die Gründe für die stärkere Einflußnahme der Gemeinden liegen vor allem in der wieder und stetig zunehmenden Inanspruchnahme von Steuermitteln. Während sich seit der Emanzipation bis vor dem Krieg die Gemeinden — zum Teil infolge chrer Verfassungsbestimmungen — auf die Befriedigung der rein religiösen und kultinllen Ausgaben beschränkten, ist es heute wieder so, daß ein mehr oder minder großer Prozentsatz der Steuermittel für soziale und Wohlfahrtszwecke verwendet wird. Hiermit kann aber den Erfordernissen der Wohlfahrtspflege bei weitem nicht genügt werden, so daß andere Wege, insbesondere der der freiwilligen Gaben offengehalten werden müssen. Redner diskutiert alsdann den hie und da aufgetauchten Gedanken einer Wohlfahrtssteuer, die er angesichts der grundsätzlichen Bestimmungen für die Etataufstellung nicht für durchführbar hält. Er. spricht! für die weitestgehende Nutzbarmachung des „Maasser"- Gedankens als einer von altersher gebotenen freiwilligen Steuer gemäß dem Einkommen des Einzelnen. Er berührt die weitere Mittelbeschaffung durch die übliche Form der Vereinsbeiträge und schließlich die gelegentlichen Sammlungen, ür alle Arten ist planmäßiges Vorgehen, d. h. gemeinsame rhebung, und wenn irgend möglich, auch gemeinsame Verteilung der aufzuwendenden Mittel zu fordern. Bei der Erhebung ist grundsätzlich dafür zu sorgen, daß jeder Geber nur einmal angegangen und von jeder Sonderaktion verschont wird. Vorteile hierbei sind die Möglichkeit der planmäßigen Beeinflussung und der Umstand, daß der Geber sich darüber unterrichten kann, was andere Persönlichkeiten gleicher wirtschaftlicher oder sozialer Stellung zu tun beabsichtigen. Er kommt dann auf die unter ungleich günstigeren Bedingungen arbeitende amerikanische Wohlfahrtspflege, insbesondere auf die dortige Geldbeschaffung zu sprechen und zeigt die eminenten Vorteile in bezug auf die Ersparung von Zeit und Arbeitskräfte« sowohl, als auch aus die restlose Erfassung der gesamten Geberschaft. Diese Methoden (buswess Council und oomraunitv ekest) in Verbindung mit den auch in Amerika alljährlich einmal durchgeführten Sammlungen (ärivss) müßten, wenn auch naturgemäß in kleinerem Umfang in Deutschland durchführbar sein, wie die in Berlin bestehende Sammelaktion „Jüdische Not" zeige. Die andere Seite, die Verwendung der Mittel, müsse gleichfalls nach einheitlichem Plan vorgenommen werden. Voraussetzung hierfür sei, daß die einzelnen zu bedenkenden Anstalten von sich aus gründlichen Einblick in ihre Rechnungsführung gestatten. Hierdurch wird vor allem sachgemäße und sparsame Wirtschaft gewährleistet. Die oft unkontrollierbaren Sammlungen für auswärtige und außerdeutsche Institutionen werden, soweit sie unzweckmäßig und unerwünscht sind, verhindert, jedenfalls aber wird dadurch den Anstalten, welche als unterstützungsbedürftig und gemeinnützig anerkannt sind, ein größtmögliches Maß von Mittelbeschaffung gewährleistet, was bei der Entsendung von privaten Beauftragten keineswegs der Fall ist. Auch die Inanspruchnahme von Reichs¬ und Staatsmitteln für einzelne Aufgaben der Wohlfahrtspflege mache die straffe Durchführung der Planwirtschaft notwendig. Es sei Aufgabe der Landesverbände und auch des hoffentlich kommenden Reichsverbands sowie der Zentralwohlfahrtsstelle, hier schöpferische Arbeit zu leisten, indem sie zunächst die überlokalen Anstalten und Einrichtungen katastermäßia ermitteln und ihre Finanzierung sicherstellen, damit der planlose und unwürdige Zustand des „Schnorrens" aufhöre. Was für die überlokalen Anstalten gelte, sei auch für die lokalen in verstärktem Maße anzustreben. Auch hier müsse Planmäßig vorgegangen werden, vernünftigerweise im Einvernehmen mit den öffentlich-rechtlichen Organisationen. Daneben und als wichtige Teilaktion ist Organisation des Auskunftswesens in der freien Wohlfahrtspflege unbeoingtes Erfordernis. Wenn so die einzelnen Stellen den Organisationsgedanken erfassen und sich von ihm durchdringen lassen, sich zugunsten des Ganzen in den Plan einordnen, sich der geforderten Kontrolle unterwerfen und die Vorteile der zentralen Mittelbeschaffung erkennen, werden sie einen erheblichen Aufwand an Mehrkosten und unfruchtbarer Arbeit ersparen und Kräste für wirksame Arbeit im Interesse der Bedürftigen freimachen. Fräulein Frieda Weinreich, Berlin, spricht über „P la n -> Wirtschaft im Anstaltswesen und in der Erholung ssürsorge". Ausgehend von der Betrachtung des durchweg mangelhaften wirtschaftlichen Zustands der meisten geschlossenen Anstalten nach Krieg und Inflation (Vermögensverlust, Verwahrlosung der Gebäude, Dezimierung des Wäschebestands, schlechte Pflegegeldwirtschaft, zuviel Personal, das zum Teil mangelhaft vorgebildet, schlecht besoldet und ungenügend versorgt ist), zeigt Referentin den in den letzten fünf Jahren erfolgten planmäßigen Aufstieg dieser Anstalten. Ihr zäher Lebenswille hat es zuwege gebracht, daß fast alle ihre Wirtschaft und U ^-^.„^^-^ 8e.n^ vr. Lernkard Strauek (frün. In!,, von vienls Nulläeklinik, ttsnnover) Taiserstrasse 11 v.. Sprechstunden: ll—1, 3—Svnr Nsnsa S994 „> 8teuei'be»'atung idlstionsle Ireuksnclu.Ksvii5ion5-<5.m b I.ei!ung- 0ip!.-Kim. 1. Sostkeplst? 7 lel.: ttsnss 1760. D> «»v.kMeMz W^lMW» Kolonien W»»»» l'sfelunc! Oeszertveine, ^einbrsnll, vranxesäe, ttonix, l-ikme V5«tn kllr Zuekarllrsnl«« Alleinvertrieb kür Veutscnlsn6: IW1M5. »im m. d.«. Sr-HI.lW V. 57. LiilovstrsLe 89 l'elekon Kurkür 5 t 290. 4177 -/ ver Kecorct-Xocntopk kocnß in 10 Minuten alle Zpeiien VortunrunA: Dienstag uncl OonnerstsZZ ad 4 l_lnr 5Cttk«NKc von SS., an 5145(M5IL5> ^lexanäenv 1 1^ 12.60 an <5 >. A 5 L k ZedlsZen ...... 23 von 1.» SN KIumen-Ksiten . . von 50 sn Llumsnuncl Qsrtsn-Vish-Ksnnen Linkocn -Apparat« Xon5sr von-V läisr Z uI UN 6 dilllZ 51»^151°!? S 1O^S^Q^^e^I«- Das Lpe/.w b-ius türvollstämLes KÄvnsv-NnrioMrmsoii.