Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 7 (1928-1929)
- Issue
- 10 (6.1929)
- Date
- 1929-06-01
- Page
- Seite 344 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Amtliche Anzeigen des Gemeindevorstands Wahl von Synagogenvorstanden. Auf Grund der aus den einzelnen Synagogen eingeganenen Vorschlagslisten zur Ergänzungswahl in >d:e Shnagogenvorstände hat die Gemeindevertretung die Wahlen wie folgt vorgenommen: In den Vorstand der Hauptshnagoge: Anstelle der ausgeschiedenen Herren M. Lubajch und Benno Strupp die Herren Alfred Mayer und Siegmund Strauß. In den Borstand der Synagoge Wör-neplatz: Anstelle der ausgeschiedenen Herren Siegmund Singer und Carl Weil die Herren Jacob Bickhardt und Dr. Ernst Freimann. In den Vorstand der We st en d sy n a g o g e : Anstelle der ausgeschiedenen Mitglieder Frau Marie Bloch und Frau Tora Edinger Herr Em-il Strauß und Frau Louis Trier. Tie Wahl in den Borstand der Synagoge Bockenheim wurde vertagt. Das Friedhofsamt der Israelitischen Gemeinde übernimmt die Neuanlage, die dauernde und jahrweise Pflege von Arabern jeder Bepflanzung auf den Friedhöfen der Gemeinde. Nilskunft erteilt der Friedhofsverwalter, Rat Beilstraße, und das 'Femeindebüro, Fahrgasse 146, Zimmer 37. Fachmännische Beratung und Kostenberechnungen werden gebührenfrei zur Beringung gestellt. _ Friedhofsamt. Bei vorkommenden Sterbefällen ist umgehende Benachrichtigung des Fricdhofsamtes oder der Beerdigungskommissare Herrn Tally Adler und Tally Grüne'baum, Fernsprecher Carolus Nr. 43488, erforderlich. Soweit die behördlichen Formalitäten (ärztlich ausgefüllter Todesschein, Anmeldung beim zuständigen Polizeirevier und Standesamt) nicht erledigt werden können, wird dies auf Wunsch vom Friedhofsamt besorgt. Tie Vorlage dieser Dokumente ist Borbedingung für die Festsetzung der Beerdigung. _ Chor der Hauptsynagoge. Stimmbegabte Herren und Damen, sowie sangeskundlge Kinder über 10 Jahren werden zur freiwilligen Mitgliedschaft im Chor der Hauptsynagoge, Börnestraße, aufgefordert. Schriftliche Meldungen werden an den Dirigenten Lerrn Artur Holde, Im Trutz 17, erbeten. Persönliche Meldungen werden am Schluß des Gottesdienstes im Chorraum entgegengenommen. Sprechstunden der Gemeinderabbiner. Rabbiner Dr. Hosfmann, Börneplatz 16, Fernspr. Hansa 2924, nachm. 3—4 Uhr Rabbiner Dr. Horovitz, Staufenstr. 30, Fernspr. Maingau 77 963, nachm. 456—556 Uhr faußer Mittwoch) Rabbiner Dr. Lazarus, Cronberger Str. 3V, fernspr. Maiuaau 79 4»2. nackm. 3—4 Uhr Rabbiner Dr. Salzberg er, Eschersheimer Landstr. 67, Fernspr. Zeppelin 56920, Montag u. Tonnerstag, vorm. 9^—10)4 Uhr im Sitzungszimmer der Wcstendsynagoge Rabbiner Dr. Selig mann, Friedrichstr. 29, Fernspr. Viaingau 71124, nachm. 5—6 Uhr. Andere Sprechzeiten können telephonisch vereinbart werden. Gemeindebibliothek (Börnestraße 54). Bücherausleihe: Montag bis Donnerstag 12—13, 16—17 Uhr Freitag und Sonntag 12—13 Uhr. Lesezeiten: Samstag u. Sonntag 10.30-13, Samstag 15.30 -18 Uhr In der vorliegenden Nummer wird der Abdruck des Sachkatalogs der Gemeindebibliothek fortgesetzt, und zwar zunächst der Bestände jüdischen Inhalts. Tie Gemeindemiiglieder werden gebeten, von den reichen und vielseitigen Beständen der Bibliothek, vor allem auf dem Gebiet der neuesten populärwissenschaftlichen und Unterhaltungsliteratur, regen Gebrauch zu machen. Auch Bücherspenden sind erwünscht. Museum jüd. Altertümer, Fahrgasse 146 Gesellschaft zur Erforschung jüd. Kunstdenkmäler E. V. Die K u I t a b t e i l u n g des Museums jüdischer Altertümer ist völlig neu aufgestellt und durch eine Reihe neuer Gegenstände erweitert. Die neue Ausstellung kann nunmehr besichtigt werden. Für größere Gruppen, Vereine und Schulen empfiehlt sich die Besichtigung möglichst außerhalb der offiziellen Öffnungszeiten nach vorheriger telephonischer oder persönlicher Anmeldung. Besuchszeiten: Sonntags vorm. 10—1 Uhr und Werktags nachm. 3—4 Uhr. Rituelle Aufsicht. Vom 2. Juni 1929 ab hat die Ritualkommission die Aufsicht über das Geflügelgeschäft von I. S. Siegel, Zeil 37, übenommen. Auch Teile von Geflügeln können daselbst bezogen werden. An die Leser! In jeder Nummer des Gemeindeblatts sind viele leistungsfähige Firmen mit Anzeigen ihrer Erzeugnisse verzeichnet. Unsere Gemeindemitglieder bitten wir, das Gemeindeblatt dadurch zu fördern, daß sie bei Einkäufen, bei Vergebung von Arbeiten und dergleichen unsere Inserenten berücksichtigen und hierbei auf die Anzeigen in unserem Blatt Bezug nehmen. Aus der Gemeindevertretung. Sitzungsbericht von Bürodirektor I. Meher. Sitzung vom17. April 1929. In Anwesenheit von 35 Mitgliedern der Gemeindevertretung und sechs Mitgliedern des Vorstandes eröffnete der Vorsitzende, Herr Dr. Richard Merzbach, die Sitzung. Es wird zunächst debattelos eine Reihe von Vorlagen erledigt, u. a. die Bewilligung eines Budgetzwölftels für den Monat April, eine Vorlage betr. Besetzung der Verwaltungskommissionen, die Ergänzungswahl in die Synagogenvorstände, die Anschaffung einer Wäschereianlage im Krankenhaus und der Bericht über die Gefängnisseelsorge im ersten Vierteljahr 1929. Eine längere Diskussion rief eine Anfrage des Gemeindevertreters Stiefel über die Eröffnung des neuen Friedhofs hervor. Während ans der Versammlung die Ansicht geäußert wurde, daß der Beginn der Belegung des neuen Friedhofs noch hinausgeschoben werden könne, steht der Vorstand auf dem Standpunkt, daß die Beerdigungsmöglichkeiten auf dem Friedhof an der Rat-Beil-Straße erschöpft sind. Die Angelegenheit soll im Rahmen der Etatberatung beim Kapitel Friedhofsamt nochmals erörtert werden, wobei die Stellung von Anträgen vorbehalten bleibt. Ein Dankschreiben des Herrn Gemeinderabbiners Dr. Lazarus für die durch eine Deputation der Gemeindevertreter überbrachten Glückwünsche anläßlich seines Amtsjubiläums wird zur Kenntnis gebracht. Hierauf wird in die Generaldebatte über den Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1929/30 eingetreten. Der Entwurf ist abweichend von früheren Jahren der Einfachheit halber zuerst von den Finanzkommissionen des Vorstandes und der Gemeindevertretung in gemeinschaftlichen Beratungen durchgearbeitet worden. Ein Bericht des Gemeindevertreters Dr. Rudolf Geiger, der von den Kommissionen zum Generalberichterstatter ernannt ist, liegt vor. ebenso die zu diesem Bericht und zu dem Entwurf ergangenen Vorstandsbeschlüsse. Sämtliche Materialien sind den Mitgliedern der Gemeindevertretung zugestellt worden. Als erster Redner spricht namens der konservativen Fraktion Gemeindevertreter Naphtali Fromm dem Borstand und den Kommissionen, insbesondere dem Generalberichterstatter, den Dank für die mühevolle Vorbereitung der Etatberatung aus und stellt aus den Verhandlungen der Kommission eine erfreuliche Einmütigkeit der Parteivertreter fest, die er auch in den Beratungen des Plenums zu finden hofft, denn die Ueberhandnahme des Parteiwesens, wie sie anderwärts herrsche, bedeute eine empfindliche Schädigung des Einheitsgedankens. Uebergehend zu den einzelnen Etatspositionen bemängelt Herr Fromm die Komplizierrmg der Gemeindeverwaltung durch zahlreiche Komnchswnen zum Schaden der Gemeindevertretung, welche dadurck in ihren Rechten geschmälert und oftmals genötigt sei, einer Borlage in letzter Stunde zuzustimmen, ohne vorher Stellung