Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 7 (1928-1929)
- Issue
- 9 (5.1929)
- Date
- 1929-05-01
- Page
- Seite 305 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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305 den für 1929 aufgestellten Voranschlag in bezug auf Ersparnismöglichkeiten zu prüfen. Tie Interesselosigkeit vieler kleiner Gemeinden, die in keiner Weise ihren Verpslichtuugen nachkommen und dabei große Ansprüche an die Hilfe des Verbandes stellen, wird scharf verurteilt und nach Wegen der Abhilfe, insbesondere durch moralische Beeinflussung der einzelnen Mitglieder, gesucht. Die Ersparnisvorschläge der neugewähllen Kommission bestehen in der Streichung des "Lehrstuhles an der Universität Gießen, der Herabsetzung der Feiertags-Gratifikationen für die Lehrer, der Leistung von Zuschüssen an die Seminare nur in der Höhe, wie der Verband selbst sie von seinen Gemeinden erhält, und dem Antrage, künftighin den Gemeinden Beihilfen für Zwecke des Religionsunterrichtes oder der ^ehrerbesoldung usw. im allgemeinen nur in dem Betrage zu gewähren, den die betreffende Gev^i.?.^ ^V. ^N^V^VK?M. K^'d ^-mv^J^ Sonderabgabe von 1.— Rm. Pro Mitglied bleibt vorbehalten. In der sehr lebhaften Diskussion dieser Vorschläge treten die Herren Rabbiner Dr. Sander-Gießen und Dr. Levi- Mainz sowie Justizrat Dr. Marx-Bingen für eine möglichst geringe Ermäßigung der Lehrer-Gratifikationen ein. Herr Lehrer Kahn-Alsfeld erinnert daran, wie unwürdig ohnehin die Gehaltsverhältnisse der meisten hessischen Lehrer geregelt seien. Sehr viele erreichen selbst mit der Feicrtagsbeihilfe noch nicht das Jahreseinkommen von 3000 Rm. Das Lektorat in Gießen solle keinesfalls vor dem 1. April 1930 aufgegeben werden, falls man nicht bis dahin noch einen Weg gefunden hat, es überhaupt zu erhalten. Dem Vorstande wird nach längerer Debatte die Genehmigung gegeben, von den vorgeschlagenen Sparmaßnahmen so weit notwendig Gebrauch zu machen. Im übrigen wird dem Voranschlage zugestimmt. . Nun wird die Neuwahl des Oberrats vorgenommen. Die bisherigen Mitglieder werden mit einigen geringen Aenderungen wiedergewählt. Dr. Stahl, Bad Nauheim, tritt als stellvertretendes Mitglied neu ein. Mit einem Vortrage von Rabbiner Dr. Dienemann, Offenbach, über „Aufbau und Gedanken unseres täglichen Gebetes" endet die Tagung, die durch ein gemeinsames, von der Gemeinde Ofsenbach veränstaltetes, Mittagessen und eine Besichtigung der Synagoge sowie einer Ausstellung von Kultusgegenständen Berthold" W o l p e s in der Mittagsstunde unterbrochen worden war. Hilfsverein der Deutschen Juden. Am Sonntag, 24. März, fand in Verlin die Jahresversammlung des Hilfsvereins der Deutschen Juden statt, die sehr zahlreich besucht war. Auch viele Mitglieder der auswärtigen Komitees waren erschienen, so aus Breslau, Kassel, Dessau, Dresden, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover, Leipzig, Luckenwalde, Mannheim. Den Vorsitz führte in Vertretung des durch Krankheit am Erscheinen verhinderten Dr. James Simon Generalkonsul Eugen Landau, Willy DreYfus, stellv. Vorfitzender des Hilfsvcreins erstattete den Finanzbericht. Die Einnahmen haben eine erfreuliche Steigerung erfahren, sie betragen rund 300 000 Rm. Zu den Einnahmen kommen außerdem noch hinzu 23 500 Rm. für den Paul Nathan-Fonds. Dr. Mark Wisch nitzer, Generalsekretär des HilfsVereins, gab einen kurzen Ueberblick über die Tätigkeit in der Berichtszeit. Tie Werbe- und Propagandaarbeit wurde nach Kräften fortgesetzt, um möglichst weite Kreise zu gewinnen. Durch die Werbeaktion sind erhebliche Mittel aufgebracht worden. Die Auswandererfürsorge sei nach wie vor das Hauptgebiet. Die überseeischen Länder verschließen sich immer mehr der Einwanderung. Die Auswanderung sei dadurch zwar kleiner geworden, aber die Auswandererfürsorge erfordere weit kompliziertere Arbeit. Durch seine Tätigkeit entlaste der Hilfsverein die deutschen Gemeinden. Auch dem ^Verband der russischen Juden" habe der Hilfsverein durch Gewährung von namhaften Zuschüssen seine Unterstützung geliehen. Für die Uebersiedlung junger Leute aus Deutschland und aus den Ländern des Ostens nach dem Orient zur unmittelbaren Ausnahme von Arbeit habe der Hilfsverein erhebliche Beiträge geleistet. In der Berichtszeit passierten den Bahnhofsdienst des Hilssvereins am Schlcsischen Bahnhof in Berlin rund 30 000 Personen, die deutsch-polnische Grenze in Stentsch zirka 7500, Hamburg und Bremen 3900 Durchwanderer. Der HilfsVerein hat seine Auswandererfürsorgetätigkeit erweitert durch Subveutionierung der Zentralwohlfahrtsstelle in Danzig und des Hilfsausschüsses für jüdische Durchwanderer in Köln, die wichtige Aufgaben an der Ost- und Westgrenze zu erfüllen haben. Dank den "Mitteln, die durch den Hilfsverein dem „Verband Jüdischer Studentenvereine" in Deutschland zur Verfügung, gestellt wurden, konnten vom Wintersemester 1927 bis 1928/29 145 Studenten aus Osteuropa ihr Studium in Deutschland absolvieren. Für die kulturell-sanitäre Arbeit in den neugegründetcn jüdischen Kolonien in Rußland ist zunächst ein Betrag von 100000 Rm. bestimmt worden. Im Laufe des vorigen und zu Anfang dieses Jahres hat der HilfsVerein bei zwei Katastrophen wirksam eingegriffen: v^v^ch dri T'r'drier'erlrarllftro'pye m Bulgarien und oer Hungersnot in Bessarabien. Im Sommer 1928 haben sich zum ersten Male seit längerer Zeit die großen jüdischen Organisationen zu gemeinsamer Beratung zusammengefunden, wodurch das Band zwischen den deutschen Juden und denen der Weststaaten und Amerikas wieder enger geknüpft worden ist. Am 1. Juli 1928 fand eine Konferenz in Paris statt, an der das American Jewish Committee, die Jewish Colonization Association, das Joint Foreign Committee in London, die Israelitische Allianz in Wien und'der Hilfsveren der Deutschen Juden teilnahmen. Der HilfsVerein war durch die Herren Max M. Warburg, Justizrat Dr. Blau und Dr. Mark Wischnitzer vertreten. Es wurde eine Reihe aktueller Probleme und die Frage der Herstellung einer Arbeitsgemeinschaft der vertretenen Organisationen erörtert. Es erfolgt auf Grund -nnes Beschlusses dieser Zusammenkunft ein ständiger Austausch von Informationen, der für die Praktische Arbeit wertvoll ist. Max M. Warburg (Hamburg), stellvertretender Vorsitzender des Hilfsvereins, betonte die Weltweite und Weltverbundenheit der jüdischen Hilfstätigkeit der Gegenwart, die Notwendigkeit des Zusammenarbeitens der großen Gesellschaften für Auslandshilfe in Amerika, England, Frankreich und Deutschland. Er hob die Bedeutung des Hilfsvereins Deutscher Juden als ständiger, stets hilfsbereiter Organisation hervor. Die deutschen Juden seien unmittelbare Nachbarn der Länder des Ostens, wo die Juden am meisten zu kämpfen haben, und als solche natürliche Mittler zwischen Westen und Osten bei der Organisation und Durchführung von Hilfsaktionen. Frauentagungen. Vom 9. bis 11. Juni findet in Berlin eine Tagung des Jüdischen Frauenbundes statt, die durch das 25jährige Bestehen des Bundes in diesem J;hr eine besondere Bedeutung hat. Die verantwortlichen Vertreterinnen des Bundes werden über die Entwicklung des Bundes berichten. Dieser Tagung geht vorn 4. bis 6. Juni eine internationale jüdische Frauentagung in Hamburg voraus, deren Vorbereitung der jüdische Frauenbund übernommen hat. «. VM8MMlMt!8-kzl.NI!Lk! Mitteilungen kür clio näedste Nummer müssen spätestens am 22. Nai dsi äer LebriktleitumF vorliegen.) Verein IVlontetiore iZ. V. VvrtrÄM uncl ^rdeits^smeinseda.kten, ManclerunAkn, l'urnuncl LportAvteilunA, AeselliAS Tusammenkünkte, Libliotnelc. Versinslokal: Hoet-neplatÄ 5. „Kameraaen" Oeutsek-jüllisener ^anaerbunö. säurten, Leim- Spenge, ^.nsotn-'ikt.:?r!t2 kosentnal,?au1-^br1ieb.-8tr. 28. Heim: ^uASnclberm am Uainksi. „Kaäimak" Kun6 ^üäiseker ^uxenä. ^rdeits^emeinsedakten, Kurse, Leimadenäe, k'a.brten. Lekrerariat dei Paul KZullsberZer, Oeclei^veA 101. Heim: Ilnterlinclau 21 unü ^u^eiulbeim am Uaiakai. kunll ^iia'iselier pksäiinller. Leldstsraienung auk Mäiseker (BruneilaZe. ^rdeitsvlan uncl?a.brten2et.te1 cluron Lriek Iks?, OrempstiALe 21. t I^PPIO»-!^ 6/Vk?l)l>»^i>I M M>» >vom zröMsn Sps-is»»si«» 5ii«I«>«>>»»«>>Isn<>» l»"vkvl»I.IK I_Ii>iOI_l^iVI?»> I»ki«g»t«i» »ua«eg««S!»>lI«k gllnstSg« neue 2s-zo IS«8iontigen 8ie meine SonaufenZtor. prüfen 8ie «Iis preise u. Qualitäten.!