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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1929-04-01 · 8 (4.1929) · p. Seite 269

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
7 (1928-1929)
Issue
8 (4.1929)
Date
1929-04-01
Page
Seite 269 (sequence 25)
Language
German
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schaftlich kritischen Periode in den Jahren 1926 und 1927 im letzten Jahr eine Konsolidierung auf allen Wirtschaftsgebieten eingetreten ist, und daß Anzeichen für eine neue Expansion des Kolouisationswerkes nc großer Anzahl vorliegen. Erwähnt wird das große Elektrizitätswerl am Jordan, das jetzt seiner Vollendung entgegengeht, der Ausbau des Hafens von Haifa, den die palästinensische Regierung demnächst in Angriff nimmt, die außerordentliche Entwicklung des Pflanzungsbaues an der Küstenebene von Haifa bis Jaffa. Es wird betont, daß die Palästina-Orange (Jaffa-Orange) sich immer mehr den Weltmarkt erobert und jetzt auch iu Deutschland gut eingeführt ist. Mit dem neuen Oberkommissär Sir John Chanceller, früherer Gouverneur von Südrhodesia, ist zum erstenmal ein Mann mit kolonisatorischer Erfahrung au die Spitze getreten. Die Beziehungen zwischen der jüdischen und arabischen Bevölkerung sind trotz kleinrerer Zwischenfälle durchaus zufriedenstellend.' Es sei mit Sicherheit zu erwarten, daß die Entwicklung des Kolonisationswerkes in diesem Jahr bedeutende Fortschritte'machen wird. Auf Antrag des Freiherrn von Rechenberg wurde das bisherige Präsidium wiedergewählt; nen hinzugewählt wurden die Herren Ministerialdirektor Dr. H. Badt und Regierungspräsident Dr. Haußmanu und als Schriftführer Dr. Martin Rosenblüth. In einem auf die Mitgliederverfaniinlung folgenden zwanglosen Beisammensein wurde der neue Film des jüdischen Palastinawerkes „Frühling iu Palästina" vorgeführt. Die sehr lebendige und anschauliche 'Darstellung des Lebens der jüdischen Kolonisten auf dem Lande und iu der Stadt erregte größtes Interesse und fand reichen Beifall. Kundgebung für die hungerleidenden bessarabischen Juden. Am 12. März fand auf Eindladung des H i l f s v e r e i n s d ' Deutschen Inden und der Großlöge für Deutschland im Logenhaus zu Berlin eine Veranstaltung statt, in der Herr Dr. Mutschnik, der Delegierte des Kischinewer Hilfskomitees für die huugerleidende jüdische Bevölkerung in Bessarabieu. über das Thema sprach: „Die Lage der Inden in Bessarabien, Gegenwartsprobleme und Ausblicke". Herr Dr. M u t j ct) n i k berichtete über die Lage in Bessarabien. Die -Zahl der dortigen Juden betrage zirka 300 000 d. i. 10 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die meisten Juden wohnen in den Städten. Von Landwirtschaft leben in Bessarabien etwa 40 000 Juden, sie treiben Ackerbau. Wein- und Tabakbau. Weitere Teile der jüdischen Bevölkerung beschäftigen sich mit Arbeiten, die mit der Landwirtschaft in Beziehung stehen. Die übrigen widmen sich dem Handel, dem Handwerk und freien Berufen. Nach dem Kriege seien die wirtschaftlichen Verhältnisse umgestaltet worden durch die Agrarreform, die Aufteilung des Großgrundbesitzes unter die Bauern. Es erfordert Zeit, sich den neuen Entwicklungsformen anzupassen. JCA und JOINT leihen dabei ihre Mithilfe. Sodann sei ein großer Verband von 40 Kooperativen der verschiedenen Städte geschaffen worden, um den Juden zu helfen. Er beschrieb des Näheren, welche Kalamitäten durch die aufeinanderfolgenden Mißernten hervorgerufen worden seien. Schon im Jahre 1925 habe sich ein besonderes Hilfskomitee in Kischinew gebildet. Traurig sei die Lage der Juden schon in früheren Jahren gewesen, aber erst nach der Mißernte des Jahres 1923 sei es zu der jetzigen Katastrophe gekommen. Zum notdürftigen Unterhalt der Hungernden bis zur neuen Ernte im Sommer wären mindestens noch 30—40 000 000 Lei 750 000—1000 000 Mark erforderlich. Kriegsgräberfürsorge. Von den nunmehr endgültig bestehenbleibenden (im vorigen Jahre noch 400) jetzt 203 Cammelfriedhöfen in Frankreich sind endgültig 76 Gräberlisten über einen Bestand von 102000 Gefallenen berichtigend fertiggestellt worden. 20 Gräberlisien mit einem Bestand von 40000 Gefallenen werden dieser Tage fertig, so daß zunächst an Sand von 96 Gräberlisten (mit einem Gesamtbestande von 142000 Gefallenen) genaue Aufklärung über die Grablage eines Gefallenen erteilt werden kann. Unberührt hiervon bleibt die Einzelnachforschung nach Gräbern auf den restlichen Sammetfriedhöfen. Auf all diesen Einzelgräbern können die zwischen dem französischen Pensionsministerium und dem deutschen Zentralnachweisamt vereinbarten Steingrabzeichen auf Kosten der Angehörigen gesetzt werden. Der Einzelgrabstein kostet 85 Mark und kann gegen monatliche Ratenzahlungen zur Aufstellung gelangen. Diesbezügliche Anträge nimmt der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Bezirksverband Nassau und angrenzende Gebiete, Frankfurt a. M., Münzgasse 3. entgegen. Der Patenfriedhof des Bezirksverbandes Roye-St. Gilles wird im Verlaufe des Ftühjahrs vollständig ausgebaut. Msn8a scackemiea in Heidelberg. Der Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser e. V. in Hamburg beabsichtigt, eine Nensa aeaclemiea für jüdische Studenten in Heidelberg zu errichten. Studenten, die im kommenden Semester in Heidelberg studieren wollen und an der zu errichtenden Mensa Interesse haben, werden gebeten, sich bei der Geschäftsstelle des obengenannten Vereins, Hamburg 1, Dornbusch 4, zu melden. 269 VMMll. V5k8MMWK8-käI.kMLI! .Mitteilungen kür clie nÄcns'e krummer müssen spätestens am 15. Hplil in unserem Lesit? sein.) I'.ilmul! I'kora-Verein. Vereinslokal Lvnagogs am Lorneplat-:, Lüro ^beobalclstralZe 6. Portbi!l!ung8unterr>ekt kür Knaben uncl HlLäeben. vi? .^.ukgabe cles l'almucl l'bora- Vereins ist es, ^korakenntnisse su verbreiten uncl clie lieiligs I^ebrs!n die Herfen 6er ^ngeucl /u pflanzen. Die l^ortbilclungskurss ^vsrclen von tüoUtigsn uncl erprobten l^sbikräkten geleitet uncl clie (Ze^väbr ist geboten, claL clen Kinclern gediegene Mclisebe Kenntnisse vermittelt ^verclen. ^nmelclungsn sincl an «las Sekretariat. I'beobalclstralZs 6,?u riobten. Der linterriebt beginnt ^viecler :un 7. Nai 1929. k^ortbilllungsunterriebt kür zunge I^eute. Samstag 11—12 llbr (lZörneplat«) pentateueb (Rosen-! nasser); Samstag 15—16 (Lörneplat?) Nisebna (Ringel,! Rosen^vasssr): Samstag 15—16 (Röi-neplat?) l^emorob (Kntseber); Samstag 17—18 (Lörnsplats) Zlisebna (Rabb. vonatb); Samstag 17—18 (l^eobalclstraüe 6) Vemorob (vr. Leblesinger); Sonntag 20—21 (^beobalclstralZs 6) Oemorob (Raeko^v); Nontag 20—21 (^beobalclstralZs 6) Osmorob (Rabb. vonatb, l^issaner); Dienstag 20—21 (l'IieobalclstralZe 6) Kemorob (vr. Seblesinger, liaeko??, l^issauer); Dienstag 20—21 (l'IieobalclstralZs 6) Hlisekna (Rabb. Vonati)): Nitt^oob 20—21 (^beobalclstralZe 6) (?emoio!i (vi-. Lebissinger, Ra.ekc>^. I^issauer); vonnerstag 20—21 (^IieobalclstralZs 6) lÄemorob (Rabb. vonatlu Raeko^v). V^äbrencl cler Sekira-^eit täglieb 54 Stunde vor Xaebt in clen Lvnagogen am lZörneplat? uncl Hermes^vsg Lekiurim. Verein Nontekiore L. V. Vorträge uncl ^Vrbeitsgemeinsebakten, Avancierungen, I'urnuncl Sportabteilung, gesellige Tusammsnkünkts, Libliotbek. Vereinslokal: Ooetbeplat^ 5. „Kameraden" Oeutsek-M^iseber >Vanllerbun6.?abrten, Heim^ absnäe. ^.nsebrikt: k^riti? Kosentkai,?aul-Tbrliebstr. 28. Heim: ^ugenclbeim am Nainkai. „Kadimak" kunll ^Ü6i8eker pkallkinller. .^rbeitsgemeinsebaktsu, Kurse, lleimabencle. Valuten. Sekretariat bei Paul kinckberger, Oscler^veg 101. Heim: llnterlinclau 21 uncl ^ugenclbeim am Äainkai. kunl! ^ücUseker pkadkinäer. Sslbsterxiebung auk ^üclisober l Krnncllage. Arbeitsplan uncl I^abrten^ettel clureb Lriek! ^lav, Orempstraüe 21.! Hlääenenklub. I^anssestr. 30, II. Nontax 20—21 llkr: XsituuKi lesen (Lertba?appsnbeim); 21—22: veutsebe Literatur! (Irene varmstäclter): vienstax 20—21: kmAliseb kür ^n-! Mn^er; 21—22: Kn^liseb kür ^ort^esebrittene s?rau! Hevmann); Nitt^ivooli 20—22: Handarbeiten, blaken,! k'lieksn (?rau ^Vill), Libliotbeksberatunx (?rau Oppen-! beimer,?r«u I^olZmann): vonnsrsta^ 20—22: Mirtsobaktskra^en (?r1. vr. Stern); 21—22: Kran^ösiseii (k'rl. I^ubo^vskv); LamstaZ' 20)4—22: l'urnen (k'rau Ltern- Nareusv). Aemütliebes Zusammensein, ^üäigek-llberale ^uKenäKemeinsekskt. Re^elmälZiAs Rsimabencle. ^rbeitsAemeinsebakten, ^eselliKe Veranstaltungen, religiöse Beiern, habere ^uslcnrikt: vr. lluxo klokkmann, Ilntermainka! 7 (lel. I'annus 3205). ^lü<!l8eker ^uxenllbuncl. ver Verein erstrebt clie Vereinigung cler züclisoben ^lugencl, um ibr (^smeinsobaktsbe^ulZtssin su - stärken clureb gegenseitige geistige Anregungen, ge-! meinsebaktlielie sportliebe uncl turnsrisebs Let^tigung,! so-wie Aurel) 6ie?klsgs ecller Osselligkeit. ^.uskünkte l bei Liclnsv Villenberg, LtaukenstralZs 2, pt. (Naingau 74104), lÄna, Rosentbal, Dppenbainsr LtralZe 6 (Naingau 76782), Hein^ Voläsebmiclt, Rbönstr. 29 (earolus 46914). I'urnu. Sportverein „8ekil6" V. kesebaktsstelle: ^rtbur k^ulä, Lebäkergasss 52. ^el. Römer 2647. Rostsobsekkonto:^?km. 55101. Hallsntraining uncl turnen Nontag uncl Vonnerstag kür Herren, Damen uncl Xincler. Hanclball- Abteilung, ^.nsekrikt: Hugo Länger, ^ugsburger 8tr. 24. LportaussebuL: ^leclen Nontag 22 lll^r Litsung im (?ake I^rsimark. l^tilZballabteilung. .^nsebrikt:?ran? Horn. 2ei1 64. Lin?e1ne Vei-3N8t3ltun^en im ^pnl: 0ien8tsg 2. klääenenklud. (remütliebes Zusammensein. Zisaekpurimkeier, I^avgestralZe 30, 20)^ llbr. Wtt>voen 3. Verein Alontekiore. Vortrag über „Von 6er ^ugenägemein8ekakt 2»r jüäi8eben (Ze8ell8ekskt" von Zskob ^seob8, (?o6tbeplat2 5, 20)4 llbr. ^ülli8eber ^ugen6bunä. viskussionsabencl „l'agsskragen", Liebsi-<Üaks, 21 llbr. l)onner8tag 4. Aonisrkene VereiniAunA. Vortrag über „Der ^u6e al8 Arbeiter un6 ksuer in Pslä8tina" von?rit? Xspktsli-Lerlür,?rarckkurt-1.0gs, 20)4 llbr.

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