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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1929-04-01 · 8 (4.1929) · p. Seite 265

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
7 (1928-1929)
Issue
8 (4.1929)
Date
1929-04-01
Page
Seite 265 (sequence 21)
Language
German
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265 meier, Moderne) die Schwächen, aber auch die ewige Kraft der jungen Generation in Tanz, Dialog und Gesang dargestellt hatten. Die veranstaltende Gemeinschaft darf annehmen, daß die Gäste des erfolgreichen Festabends nicht nur der hübschen Aufführung und der schönen Geselligkeit wegen erschienen sind, sondern auch an der Arbeit des Vereins Interesse nehmen und daß aus dem großen Kreis der Gäste sich auch neue Kräfte zur regelmäßigen Mitarbeit finden werden. Vortragsabend im C. B. Mit der Feststellung, daß das Verhältnis der deutscheu Juden zum deutschen Volk nicht leicht zu definieren sei, begann Rechtsanwalt Dr. Bruno Weil in ber Versammlung des Centraivereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens am 16. März seine Ausführungen über das Thema: „Der Weg des deutschen Jude n". Ein kurzer Ueberblick über die neuere deutsche Geschichte ergibt, daß im Laufe von zwei Jahrhunderten die Juden viermal glaubten, die Zeit ihrer Freiheit sei gekommen: nach den Freiheitskriegen der Jahre 1813—1815, in der Zeit der Revolution von 1848, nach der glücklichen Beendigung des deutschfranzösischen Krieges im Jahre 1871 und 1914 bei Ausbruch des Weltkrieges. Aber jedesmal war die Freude der Juden nur von kurzer Dauer gewesen, und gar bald hatte sich die Feindschaft, die man ihnen entgegenbrachte, erneut gezeigt. Besonders scharfe Formen hat der Antisemitismus der Nachkriegszeit angenommen; er unterscheidet sich'insofern von dem früherer Zeiten, als er dem Einfluß der Juden ein ganz ungerechtfertigt hohes Maß zuweist und vor allen Dingen rassenmäßig eingestellt ist. Die Judenfeinde gehen jetzt von der Hypothese aus, daß die Einheit der Menschen im Staate durch das Blut gegeben wird und unterscheiden eine helle und eiue dunkle Rasse: die dunkle, zu der die Juden zählen, sei die minderwertige. Für die Vergangenheit ist mit dieser Rassentheorie nicht viel anzufangen, und für die Gegenwart entscheidet nach der Ansicht des Bortragenden allein das Bewußtsein, ein und derselben Nation anzugehören. Dieses Nationalgefühl konnte sich bei den deutschen Juden erst herausbilden, als dre Emanzipation ihnen die Tore des Ghetto öffnete, was in Deutschland verhältnismäßig spät der Fall gewesen war. Zwar hat das Gesetz vom 3. Juli 186V die völlige Unabhängigkeit des Genusses der bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte von dem Religionsbekenntnis allsgesprochen, aber diese Bestimmung ist auch nach dieser Zeit in wesentlichen Punkten auf dein Papier geblieben. Im Anschluß hieran skizziert Redller kurz die Kreise, die in Deutschland antisemitischen Ideen huldigen und kommt zu dem Ergebnis, daß, während in der Vorkriegszeit zwischen ein Achtel S eine vok?uel.i(ttc c r-« O fkkU »< U S?7.k-N6c6I?:l849 X I IG 0 e « v«.I.I05?k NÜUS ocn »Ü7c Z Ä7I k 5 N .. l-NklMUKIa-MM f 2 fstii-osssell? Lcke körnegti'ssse;? ^»^5» 4/^/ - und ein Drittel der Bevölkerung für judenfeindliche Parteien gestimmt haben, diese Zahl in der Nachkriegszeit erheblich gesunken ist. Ter Antisemitismus aber ist nicht zahlenmäßig zu fassen; er kommt auf allen Gebieten menschlicher Betätigung vor. In der innigen Verquickung des Deutschtums und des Judentums und der Beteiligung unserer Glaubensgenossen am Aufbau des Vaterlandes sieht Redner den Wog des deutschen Juden, und er schließt seilien mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag mit einer dringenden Mahnung zur Einheit. Die folgende kurze Diskussion, in der namentlich die sympathischen Worte eines katholischen Geistlichen lebhaften Anklang fanden, vermochte den Ausführungen des Herrn Dr. Weil nichts Wesentliches mehr hinzuzufügen, vi. N. Jüdisches Konzert. Die ,/V e r e i n i g ung Berliner SYnagogenchör e", aus 50 Sängerinnen und Sängern bestehend, wird nach Absolvierung von Konzerten in Düsseldorf und Köln am 15. April abends 7.30 Uhr im großen Saal des Saalbaues liturgische, geistliche, hebräische und deutsche Chorstücke unter Leitung von Alexander Weinbaum zur Aufführung bringen. Es kommen Chorwerke von Weintraub, Milner, Arno Nadel, A. Mendelssohn, Händel u. a„ sowie kantorale Sologesänge durch Kammersänger Hermann Jadlowker zu Gehör. Näheres in -der Tagespresse und an den Anschlagsäulen. tt/7k /?tt^Zn66. l^ 6>//?/F^. ^e// //abi? /ah?//?e/n Seka/!/l/en, ,/e556/! ^Va»!6/l /ah ve/'F^se/! /ia^e,?//? /^re/«/?/-?/'me/ne5 Zuckes .<?/ücke/ von //a/n e//!" Z^//e/?e/?, ö/5 /e^? m't/k/ ^u^öohe^a/ten. 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