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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1929-03-01 · 7 (3.1929) · p. Seite 221

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
7 (1928-1929)
Issue
7 (3.1929)
Date
1929-03-01
Page
Seite 221 (sequence 13)
Language
German
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221 so groß, daß auch die deutschen Juden um Hilfe für ihre Glaubensgenossen angegangen werden müssen. Ter Hilfsverein der Deutschen Juden ist seit seiner Begründung die Organisation, die bei Hilferufen aus dem Ausland stets sofort aus eigenen Mitteln Beistand gewährt und notwendige weitergehende Maßnahmen zur Hilfeleistung ergreift. Der Hilfsverein hat angesichts des Elends, das in Bessarabien herrscht, da es gilt, die dortige jüdische Bevölkerung vor bitterster Not und völliger Verelendung zu bewahren, beschlossen, unter seinen Mitgliedern und in breiten Kreisen der deutschen Judenheit eine Sammelaktion für die schwer leidenden bessarabischen Juden einzuleiten. Das Präsidium des Hilfsvereins der Deutschen Juden Vorsitzender: Dr. James Simon Stellvertretende Borsitzende: Eugen Landau Max M. Warburg Willy Dreh fu ß Tie Bessarabien-Aktion des Hilfsvcreins ist in vollem Gange. Es sind von Institutionen und Einzelpersonen zum Teil ansehnliche Beiträge eingegangen. Tie Aktion wird vom Hilfsverein, der dabei die tatkräftigste Unterstützung seitens seiner Lokalkomitees und von Gemeinden findet, mit aller Energie fortgesetzt. Angesichts der großen Notlage hat der Hilfsverein zunächst einen Beitrag von 15 000 Mark an das Hilfskomitee in Kljchinew telegraphisch überwiesen. Anstalten und Vereine Rabbinische Lehranstalt „Jeschiwa". Das S o m m e r i e m e st e r an der Rabbinischen Lehranstalt „Jeschiwa", Frankfurt a. M., beginnt am Sonntag, den 12. Mai 1929. Anmeldungen für alle drei Abteilungen (Unter-, Mittel- und Oberstufe) werden schon jetzt entgegengenommen. Ter Unterricht erstreckt sich auf Bibel, hebr. Grammatik, Talmud mit Kommentaren und Schulchan Aruch. Ten Schülern wird auch Gelegenheit geboten, sich in den profanen Fächern fortzubilden. Für den Lehrgang in der Unterstufe werden schulentlassene Knaben und Jünglinge aufgenommen, die schon einige Kenntnisse in Bibel und Talmud besitzen. Anmeldungen sind an den Leiter, Herrn Rabbiner Dr. Jakob Hoffmann, Frankfurt a. M.. Börneplatz IL, zu richten, welcher zu jeder näheren Auskunft bereit ist. Das Kuratorium der Rabbinischen Lehranstalt. Hebr. Sprachschule. Die Hebräische Sprachschule blickt nunmehr auf ein etwa zehnjähriges Bestehen zurück. In letzter Zeit hat sie wieder einen wesentlichen Aufstieg zu verzeichnen. Immer größere jüdische Kreise, vor allem der Jugeno, kommen zu der Erkenntnis, daß Hebräisch, gleichgültig von welcher jüdischen Weltanschauung aus, ein notwendiges Bildungsgut darstellt. So zeigt es sich auch, daß in unseren Kursen der Hebr. Sprachgesellschart (Sprachschule) Schüler jeglichen Alters und der verschiedensten jüoi>ich-poUtl,chen und religiösen Ueberzeugungen zusammen lernen. Die Sprachschule steht seit einigen Monaten unter der Leitung des Herrn B. Messer er, der auf eine jahrelange pädagogische Praxis in einem hebräischen Gymnasium Litauens zurückblicken kann. Es sind Kurse für alle Kenntnis- und Altersstufen vorhanden. Es ist zu hoffen, daß nicht nur die immer steigende Bedeutung der hebr. Sprache für die jüdische Moderne, sondern auch die Tarigkeit der Sprachschule und ihre Lehrmethode ihr immer mehr AnHanger und Schüler verschaffen werden. Programm der Unterrichtskurse der Hebr. Sprachgesellschaft (Hcbr. Sprachschule). Unterricht: Hermesweg 7 und Untcrlindau 21. ^.) Kurse für Erwachsene. 1. Gruppe Mittwoch von 21 —22 Uhr 2. Gruppe Monlag und Mittwoch von 20 —21 Uhr 3. Gruppe Dienstag uud Donnerstag von 2V^—22 Uhr 4. Gruppe Monlag von 21 —22 Uhr Anmeldungen bei dem Leiter der Hebr. Sprachschule, Herrn V. M esse r e'r, Baumweg 21 (Tel. Carolus 41883). R) Kurse für Jugendliche. 1. Gruppe Tvnnerslag und Samslag von 1'.1X-"-20^ Uhr 2. Gruppe Dienstag und Donnerstag v^n Ul!4—20^ Uhr 3. Gruppe Mittwoch und Samstag von 181-5—Uhr 4. Gruppe Monlag und Tonucrstag von 18 —10 Uhr 5- Gruppe Dienstag von 17 —18 Uhr L. Gruppe Dienstag von 18^—10X- Uhr Mittwoch von 18 —10 Uhr Anmeldungen be: Herrn K. Guggenheim, Eschenheimer Anlage 30 (Tel. Zeppelin 55021). Religiöse Weihestunde in der Westend-Synagoge. In manchen Gemeinden des Rheinlandes, auch in Nürnberg, seit kurzem in München, ist es üblich geworden, in den Synagogen an Sonntagvormittagen oder -nachminaaen Vorträge von Rabbinern der eigenen, anch auswärngen Gemeinden, in gewissen Abständen zu veranstalten. M.in will damit einem doppelten Zweck dienen. Juden und Jüdinnen, denen beruflicher Zwang deu Besuch des Gotteshauses am Sabbat verwehrt, will man wenigstens in diesem knappen Ausmaße religiös-jüdische Belehrung und Erbauung bieten. Richlinden sollen Gelegenheit haben, in einer ihnen verständlichen Form die religiöse Welt des Judentums, frei von den Verzerrungen anli« emltischer Entstellung, kennen zu lernen. Bei uns in Frankfurt hat vor Jahren an den Sonntagnachmittagen im Winier- 'zalbjahr, auch im Hinblick auf den erstgenannten Zweck, der sel. Rabbiner Nobel unter starker Beteiligung aus allen Teilen der Gesamtgemeinde seine bekannten Lchrvorträge gehalten. Am Sonntagnachmittag, 17. Februar, sand sich nun in der Westend-Synagoge um 5 Uhr ein großer Kreis von Interessierten zusammen. Man sah nicht nur die gewöhnlichen Synagogenbesucher. Manch einer, der, obschon er Jude, sonst nie ein jüdisches Gotteshaus betritt, war erschienen. Und dieser und jener Christ hatte den Weg zu unserem herrlichen Tempel in der Freiherr-Vom-Stein-Straße gefunden. Ein Lied erklingt von der Höhe der Orgelempore. Prof. Dr. Jgers heimer sang, seine Zuhörer innig ergreifend, das „Gebet", vertont von Hugo Wolf. Dann schritt Seine Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Freudenthal aus N ürn - berg zu dem vor dem Vorbetcrtisch aufgestellten Rednerpult. Daß es ein, auswärtiger Rabbiner war, der in einem unserer Gotteshäuser nunmehr das Wort ergriff, bedeutete die Erfüllung des schon längst gehegten Wunsches, durch einen Austausch bewährter Kanzelredner erneute Anregung in die Gemeinden, auch in unsere, zu bringen. Und wahrlich, wir waren nicht enttäuscht. In lebendiger, klarer, anschaulicher, zu Hirzen gehender Weise zeigte uns Rabbiner Freudenthal „Wege der Frömmigkeit", wie sie das Judentum gesucht, gefunden und beschritten hat, indem er Helles Licht auch auf die verdunkelnden Darstellungen jüdischer Religiosität, wie sie von christlicher Seite mannigfach gegeben werden, zu werfen verstand. Erhebung. Belehrung, Ausklärung boten seine Ausführungen, denen die Zuhörer mit gespannter Aufmerksamkeit folgten. Diese erste ^Religiöse Weihestunde" fand die Deutung ihres Sinnes und ihre Erfüllung. Fünf Gellert-Lieder, vertont von Beethoven, schlössen sich dem Vortrag auch inhaltlich an und sicherteil in der Schönclttc oci-icoic 20pl9.ci6ükkc >IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII>IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII>IIIIIII»I»IIIIIIIII»IIII»III»IIIIII»III»!!!!» Äi^^^io^^^^ — L^»»»«^i5ä4 Aic^ A <9ss^^ic?rs^?fankturter ^utomobil- ^snctelL-<Ie5eIl5cksit m. I). 51. k-KHKlkk^kI Hl"! k^l k l^!kiek5IK. 25 I5l.55()s>l!-I/^5ä Z266 51 jzotks - k>sickim

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