Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 7 (1928-1929)
- Issue
- 7 (3.1929)
- Date
- 1929-03-01
- Page
- Seite 220 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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des C. V., über das Thema „Unsere wirtschaftliche Zukunft" sprach. — München. An der hiesigen Universnät ist au^ Veranlassung des Ordinarius für semitische Philologie. Professor Dr. G. Bergslräßer, eine Dozentur für die Wissenschaft des Judentums errichtet worden; zum Tozenlen wurde Herr Dr. Prys ernannt. L. Ausland. Belgrad. In Jugoslawien, wo König Alexander den Juden und dem Zionismus große Sympathien entgegenbringt, haben die Juden gleich den anderen Minoerheiien keine Einwendungen gegen die Diktatur erhoben. — Bromberg. Der Stadtrat hat am 5. 2. in einer stürmischen Sitzung den Beschluß gesaßt, das Legat der in Amerika verstorbenen Frau Lena Cohen in Höhe Von IVO 000 Dollar, das zunächst mi: der Begrünung abgelehnt wurde, daß es in Bromberg arme jüdische Greise nicht gäbe, zugunsten des jüdischen Greisenheims in Bromberg anzunehmen. — Buenos Aires. Tie in Argentinien lebenden bessarabischen Juden haben durch die JCA. 4L00 Dollar an das Hunger-Hilfskomitee in Kischinew gesandt. — Irak. Nach Berichten zweier angesehener Juden aus dem Irak, die in diesen Tagen in Jerusalem eingetroffen sind, kann die Lage der Juden im Königreiche Irak als eine gute bezeichnet werden. — Kowno. Die Konferenz litauischer Rabbiner lehnte das von der Regierung ausgearbeitete Projekt der Schaffung eines jüdisch-religiösen Konsistoriums ab und brachte den Wunsch zum Ausdruck, daß als oberste rabbinische Behörde Litauens ein Rnbbinerrat eingesetzt werde. — Moskau. Die Sowjetregierung beschloß, für das Jahr 1929 eine Summe von 3110 000 Rubel für jüdische Kolonisationsarbeit in den Ländern der Sowjetunion zur Verfügung zu stellen. — Die Sowjetregierung hat das Abkommen, das vor etwa einem Monat von den Führern des Joint Distribution Committee und den Vertretern der Sowjetregierung in Amerika unterzeichnet worden ist, ohne jede Aenderung ratifiziert; es betrifft einen für eine zehnjährige Dauer berechneten jüdischen Kolonisationsplan, der von der amerikanischen Gesellschaft für jüdische Kolonisation in Rußland und der Regierung der Sowjetunion gemeinsam zu verwirklichen ist und für den die amerikanische Gesellschaft und die Sowjetregierung je 10 Millionen Dollar zu geben sich verpflichten. Am 1. März werden 109 000 Hektar Boden auf der Halbinsel Krim für die jüdische Kolonisationsarbeit freigegeben. — New Jork. Nach Mitteilungen des europäischen Direktors von „Hias" (Hebrew Sheltering and Immigrant Aid Society) in New Äork, Herrn Dr. James Bernstein, hat „Hias" seit dem Jahre 1920 27 Millionen Dollar von amerikanischen Juden an ihre Angehörigen in Europa vermittelt. — Tie Leitung des „United Jewish Campaign" des „American Joint Distribution Committee" hat beschlossen, ein Referendum unter 100000 Spcudcrn zu veranstalten über die Frage, ob der Joint auch nach Dezember 1929 seine Tätigkeit in Europa und Amerika fortsetzen solle. — Herr Louis B. Mayer, der bekannte Führer der amerikanischen Filmindustrie, ein Jude, wurde zum Botschafter der Bereinigten Staaten in der Türkei ernannt. — Am 12. 1., dem 82. Geburtstag des verstorbenen amerikanischjüdischen Philanthropen Jacob H. Schiff, fand eine Gedächtnisfeier im Jacob H. Schiff-Zentrum statt, bei welcher Dr. Cyrus Adler, der Präsident des jüdisch-theologischen Seminars, ein vom Maler Mark Jasfe angefertigtes Porträt von Jacob H. Schiff enthüllte. — Nowo-Slatopol. Laut Beschluß der „Allgemeinen Administrativen Territorial-Kommission" des Zentralexckutivkemitees wurde hier ein autonomer jüdischer Rayon geschaffen; es ist dies der zweite Rayon in der Sowjetunion — der erste ist im Cherson-Distrikt gelegen. — Paris. Zur „Miß Europa", der schönsten Frau Europas, wurde eine Jüdin, Frl. Böske Sinion aus Kcszthely am Plattensee in Ungarn, gewählt. — Der Verband der jüdischen Frontsoldaten Frankreichs hat die An- 220 legung einer Liste aller während des Weltkrieges an den französischen Fronten gefallenen jüdischen Soldaten beschlossen und die Veröffentlichung derselben in Form eines „Goldenen Buches". — Riga. Der Magistrat hat beschlossen, für jüdische Zwecke einen Betrag von 115 000 Dollar zu bewilligen. — Rom. Professor Samoilowitsch, der Kommandant der Rettungscxpedition des russischen Eisbrechers „Krassi n", ist am 8. 2. in Rom eingetroffen, um sich vor der von Mussolini eingesetzten Kommission zur Untersuchung der Ursachen der „Jtalia"-Katastrovhe zu äußern; S., der bekanntlich Jude ist, wurde ein sehr ehrender Empfang zuteil. — San Francisco. Unter Beteiligung von etwa 300 Delegierten aus allen Teilen der Vereinigten Staaten wurde die 31. Zweijahreskonvention der im Jahre 1873 begründeten „Union amerikanisch-jüdischer Kongregationen" abgehalten. — j Sofia. Das Konsistorium der jüdischen Gemeinden Bulgariens > ersuchte das Kultusministerium, einer antijüdischen Hetze, die im Zusammenhang mit einem angeblichen Ritualmord eingeleitet worden war, entgegenzutreten. — Szegedin. Dr. Immanuel Low, Oberrabbiner von Szegedin und Mitglied des ungarischen Oberhauses, beging seinen 75. Geburtstag; er ist der Verfasser eines grundlegenden Werkes über „Die Flora der Juden. — Wien. Das Original des von Theodor Herzl, dem Begründer der zionistischen Weltorganisation, eigenhändig niedergeschriebenen Testaments, von dem man annahm, daß es beim Brande des Justizpalastes im Jahre 1927 der Vernichtung anheimfiel, ist in den Akten des Döblinger Bezirksgerichts gefunden worden. — Der österreichische Staat beabsichtigt, dem jüdischen Ingenieur Siegfried Marcus, der im Jahre 1864 das erste Automobil konstruiert hat, auf dem Platze vor der Technischen Hochschule ein Denkmal zu setzen. — Jemen. Nach einem Berichte der „Alliance Jsra6lite Universelle" kann die Lage, in der sich die Juden auf der Halbinsel Jemen in Südarabien befinden, als nicht besonders günstig bezeichnet werden; die jüdische Bevölkerung, die sich hauptsächlich aus Bauern und Schwerarbeitern zusammensetzt und ungefähr 50 000 Seelen zählt, wird aufs schwerste von der Regierung bedrückt. — Palästina. Im Jahre 1928 hat bei der Wareneinfuhr aus Deutschland eine Zunahme von etwa 13 A gegen das Jahr 1927 stattgefunden. — Oberrabbiner Kook, das Oberhaupt der aschkenasischen, und Oberrabbiner M e i r, das Oberhaupt der sephardischen Juden in Palästina, fordern in einem Aufruf alle Juden in Palästina zum Verbleiben in der Knessoth Israel, der organisierten E i n h e i t s g e m e i n d e, die auf Grund der am 1. 1. 28 von der Regierung verkündeten jüdischen Gcmeiudeordnung gebildet worden ist, auf. — In ganz Palästina fiel dichter Schnee; überall herrscht strenge Kälte, und das gesamte Hochland ist schneebedeckt. — Weil ihre Gehälter in den Monaten November und Dezember 1923 und die älteren Gchaltsrückstände noch nicht gezahlt worden sind, war die Lehrerschaft der hebräischen Schulen in Palästina in den Streik getreten, der inzwischen durch die Intervention der zionistischen Exekutive, die sämtliche Forderungen der Lehrer erfüllt hat, ein Ende gefunden hat. (Teilweise nach den I. T. A -Nachrichten) Aufruf! Hungersnot unter den Juden in Bessarabien. Wir erhalten erschütternde Mitteilungen aus Bessarabien. 40 000 Juden — unter ihnen viele Bauern — in Akkcrmann, Bendery, Orgejew, Ismail, Bajramtscha, Teleneschty und anderen Städten und kleineren Ortschaften sind infolge der Mißernten in den letzten Jahren bei der gegenwärtigen ungewöhnlichen Kälte dem Hunger und dem Elend Preisgegeben, Insbesondere leiden die Kinder. Das American Joint Distribution Committee hat eingegriffen. Das Rote Kreuz hat Mittel zur Verfügung gestellt. Hn Paris und London haben sich Hilfskomitees gebildet. Die Not ist aber „KÄslvoSss VrsvvlSsckors!?aunu»,t?sa« IS lnnaber: cse»?s>. «snss 5>8tklas8igs Ku8tün!'ung in ttvi'i'kN8tSrlcs>vä8ens, llamvnu. ttau8kaltung8>va8eks ^bnolunZ un6 UekerunA kre!