Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 7 (1928-1929)
- Issue
- 7 (3.1929)
- Date
- 1929-03-01
- Page
- Seite 219 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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219 Aus den Gemeinden. ^.Deutschland. Berlin. In -der Sitzung vom 13. 2. wurde zum Borsitzenden der Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde wiederum Herr Geheimrat Dr. Julius Stern gewählt; erster stellvertretender Vorsitzender wurde Herr Dr. Klee. — Am 2.2. fand in der ältesten Synagoge Berlins, der Synagoge Heideremher Straße, die Am.seinsührung des neugewählten Gemeinderabbiners Dr. Freimann, der zuletzt das Oberabbinat in Posen bekleidete, statt. — Am 5. 2. wurde der Verein „Mensa judaica" gegründet, der den jüdischen Studierenden aller Berliner Hochschulen einen billigen ri uellen Mi.tagstlsch (un.er Aufsicht des Rabbinals der Kaschruth-Kommission der Jüdischen Gemeinde) gewähren will. — Nach einem Bericht der Nationalsozialistischen deutschen Arbeiterpartei, auf den sie C.-V- Zei.ung in der Nummer vom 1. 2. hinweist, fanden im Jahre 1928 ungefähr 20 000 nationalsozialistische Versammlnngen statt, bei denen etwa 300 Redner sprachen. — Am 10. 2wurde in der Kunstsammlung der Jüdischen Gemeinde eine Ausstellung von K i n d e r ze i ch n u n g e n über religiöse Stoffe eröffnet. — In Berlin fand die erste Generalversammlung des am 13. 11. v. I. begründeten „Vereins zur Förderung des Jüdischen Wissenschaftlichen Instituts in Wilna" statt, dessen Aufgabe Förderung dieses Instituts, seiner Sektionen in Berlin und New Aork, sowie der ihm untergeordneten wissenschaftlichen Abteilungen ist. — Einem Beschluß des Landtags folgend, hat der preußische Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten eine Verfügung zur Regelung des Schächtwesens an die Regierungspräsidenten erlassen. — Im Rahmen der Montagsvorlesnngcn, welche die Hochschule für die W ss.'nschast des Juden.ums veranstaltet, sprach der Vertreter der protestantischen Religionsphilosophie an der Universi.ät Gießen, Herr Professor Dr. Heinrich Frick über das Thema „Was trennt und eint die Konfessionen?". — Un.er dem Protektorat des „Vereins zum Schutze der Kinder russischer Juden" fand am 27. 1. die Einweihung eines Heimes für die Kinder russischer Emigranten statt. — Die demokratische Reichstagssraknon hat in ihrer Sitzung vom 29. 1. Dr. Ludwig Haas, den bekannten Karlsruher Rechtsanwalt, zu ihrem Vorsitzenden gewählt. — Am 16. 2. starb im Al.er von 68 Jahren Herr Dr. Isidor Levh, einer der angesehensten Journalisten Berlins und ein hartnäckiger Bekämpfer des Antisemitismus in Deutschland. — Tie „Soncino-Gesellschaft der Freunde des jüdischen Buches" hielt am 17. 2. eine Zusammenkunft ab, in deren Mittelpunkt neben einer Ansprache von Dr. Barth ein Vortrag des Berliner Rechtsanwalts und Schriftstellers Sammy Gronemann über das Thema „Ich werde Bibliophil" stand. — Herr Professor Levy-Dorn, einer der ältesten und hervorragendsten Vertreter des Rönigenfaches, ist nach Erreichung der Altersgrenze aus der Leitung des Röntgeninstitutes des Virchow-Krankenhausts ausgeschieden: als erster Vorsitzender des deutschen Landesverbandes der „Ose" hat er sich besondere Verdienste um den Gesundheitsschutz der Juden erworben. — Dessau. Der Landesverband Anhalt des „Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" hielt unter Leitung seines Vorsitzenden, Staatsrat a. D. Dr. Cohn, am 6. 1. eine überaus stark besuchte Tagung.ab, bei welcher Direktor Dr. Ludwig Holländer über das Thema „Die politischen und wirtschaftlichen Sorgen des deutschen Judentums" sprach. — Erlangen. Tie Studentenschaft der Universität Erlangen fordert sür sämtliche deutschen Hochschulen die Einführung des ^umeru8 clausus sür Nichtdeut-'che, besonders aber für jüdische Studierende. — Frankfurt a. M. Die Palästina-Zentrale der „Agudas Israel" verbreitet einen von 83 deutschen Rabbimrn unterschriebenen Ausruf zur Stützung des Schulwerkes der Agudas Israel. — Die wertvolle B ü ch e r s a m m l u n g des hier im Jahre 1915 verstorbenen Gelehrten und Bibliophilen Rabbi Lipmann PH. Prins ist nunmehr von den im Ausland lebenden Erben für die jüdische Unirersi ätsbiblioth"? zu Jerusalem bestimmt worden. — Gladbeck. Der hiesigen Kriminalpolizei ist es gelungen, die Täter, welche in der Nach: vom 19. zum 20. 1. die Gräberschändung auf dem Gladbecker israelitischen Friedhof verübt hatten, zu verhaften. — Hamburg. Im Al.er von 79 Jahren verstarb der berühmte Dermatologe, Professor Paul Gerson Unna. — Jnsterburg. Der Landest.ertand Ostpreußen des „Zentralvereins deutscher ^.aatsbürger jüdischen Glaubens" hielt für die Ortsgruppen des Reglerungsbezirkes Gumbinnen am 26. 1. eine eindrucksvolle Bezirkstagung ab. in deren Mittelpunkt ein Vortrag von Syndikus Sabatzky-Königsberg über das Thema „Was können wir gegen den na.ional'ozialistischen Terror und Boykott unternehmen?" stand. — Königsberg. Vom 11. bis 14. 1. fan-d der 26. K. C.-Tag des „Kartellkonventes der Verbindungen Deutscher Studenten jüdischen Glaubens" statt. — Leipzig. In der Sitzung der Vertreter der Jüdischen Volkspartei Sachsens, die am 3. 2. in Leipzig stattfand, wurde beschlossen, eine gemeinsame Aktion sämtlicher Gruppen der Jüdischen Volkspartei Sachsens zur Erreichung eines allgemeinen Wahlrechtes einzuleiten. — Marburg. In Gegenwart von Vertretern staatlicher und städtischer Behörden, jüdljcher Verbände und Gemeinden sowie zahlreicher Gäste fand die feierliche Eröffnung des „Israelitischen Heilerziehungsheimes für schwer erziehbare Kinder" statt. — Mülheim (Ruhr). Unter Teilnahme von etwa 100 Besuchern aus 23 Orisgrupen fand die Tclegier:entagung des Landesverbandes Rheinlano^Westfalen des „Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" statt, in deren Verlauf Herr Dr. Berlak-Berlin, Mitglied des Hauptvorstandcs Nein«? viensnksnkg Ist Ißskrung»- un«t »tettmtttel i?efofmksus „?revs"?5Snksuft s. IV!. SeliSfsi'gassS 25 i-ismss 1434 Hi»'. 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