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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1929-03-01 · 7 (3.1929) · p. Seite 210

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
7 (1928-1929)
Issue
7 (3.1929)
Date
1929-03-01
Page
Seite 210 (sequence 2)
Language
German
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lichen Schriften fremder Völker ergänzen die abgründige Wahrheit der Thora. Denn ohne Kenntnis der Astronomie, Geographie^, Allenfalls d^e Philosophie, vielmehr die Mel^yfik^ hiett^EUahu beachte ^ie Analogie ^m^Eliahus^eitgenosien D^msich von ewigkreisenden metaphysischen Spekulationen haVverfuhren ^rag^/^; o^ er^vr^ ^i^lich^ii^ ^ewton/lebt^. vie^lleick^ Neuerung ^e^- Milieu. Zeit und Weltbild des letzten Herausgebers in Betracht zu^ ziehen. Denn dadurch sind Tendenz und Kolorit nicht selten Den Gedanken, daß die M ü n d l e Lehre urHaftes Erhütet^habe:^lehnt^der 'Gaon als undiskutabel ab. Daß die ewige T^ora^ur^eine hehre Grundlage sei, die sich, nach Zeit, Ort und Überlieferung in abgeschlossene Gedanken und erfuhr durch Plumpe Tatsachen des^ ^bens k^ine Wandlung^ mehr^ Ein für allen^l geübrigen versucht Rabbi lAiahu^in seinem Kommentar zum Schul-- chan Aruch eine vollständige Genealogie der jüdischen Jurisprudenz. Er tritt für allerstrengste Frömmigkeit ein und verwirft etwa die Abschwächungen d^r Passahfei^ zufuhren. Der Sinn des Lebens ist für den Gaon das unentwegt^, bis in den letzten Grund hingebende Studium der Thora. Nicht die Thora hat sich dem Leben, sondern das Leben der Thora anzupassen. Schon der gewöhnliche religiöse Brauch ist ihm Offenbarung des göttlichen Willens. Erfüllung der Gebote ist ihm nicht zwingende Gebärde, sondern tiefste eruptive Nötwen-digkeit. Das Angenehme und Nützliche werde zunichte; aber das Unwandelbar^ endgültige Gesetz entscheidet. Der Gaon starb mit -dem Emblem Pietätvoller Bolkssitte in der Hand. Anläßlich des Sukkothfestes 210 hielt er justament einen Palmenzweig und einen Paradiesapfel. An seinem Sterbetage bedauerte er nichts anderes, als daß er nunmehr^nicht das^ Glücks haben würde, die Thora zu verkündigen der Gaon^inÄohlg^Me^ Erde und Menschen und hellige Bücher nahm er doch, bei aller Sehnsucht nach Einfachheit, dialektisch geschliffen und allegorisch wahr. In diesem Sinne deutete er das Buch Hiob und die geliebten Sprüche Salomonis. Vollauf von Erkenntnis, Reflexion und geistiger Blutzeugenschaft in Anspruck, ^genommen, sah er in lebenskräftigen Begriffen, wie^Jscha!n der „Eschet chajil" der so gerühmten „tapferen Frau", das Wunder der Heiligen Thora. Den edelsten B^ruf des Menschen kommener Wahrheit und Gewißheit. Ein noch fo kostbares Wissen, ohne intensivste Bemühung erworben, galt ihm von vornherein als Stückwerk. Lessing, auch ein Zeitgenosse des Gaon, hätte diese Aeußerung^getan haben können^ „V^nn mir ein E?gel vom ^in^ Ware."' Hoch über^der VoÄrefflichkeit und Erhabenheit des s^orscherzieles leuchtete ihm das Ziel, Gott zu dienen. Er befleißigte sich dessen unermüdlich und durfte von sich sagen: „Ich kann auch ohne Hoffnung auf ein jenseitiges Leben Gottes Knecht sein." Im Rahmen des Talmudismus schuf er Ungewöhnliches, Haltbares, Großes und Wertvolles^ ^.^selhaft unkonziliant war er gegen Sein feuriger Intellekt, seine bestimmte Gradlinigkeit, seine eifervolle Sauberkeit in Ideenfragen, sein voü aller Eitelkeit freier, allüberraqender Rabbinismus haben den Kampf des Gaon gegen alles Chassidi s ch e beeindruckt. Auch^ da ließ sich Eliahu und siebenfältig geläuterter Erkenntnis 'lenken. Er sah im Chässidismus. einen Spuk, ^ine^ krisenhafte, ja ^Her^e Se^tierere^und Meinung. Mißbrauche, dem einhelligen Judentum drohende Gefahr. Der Chässidismus lehrte, daß der Buchstabe tot sei und nur der Geist lebe: daß nicht die äußerliche Erfüllung der Gebote, sondern die. mystische Dur^ sei. Der Gaon mißtraute umgarnen und verführen!" Ein Asket und Einsamer, spürte er d^ls Rau^chhafte. die große Versuchung an der Mysttt des Baalein wahnwitziger Greuel. Auch das spaniolisch modifizierte Ritual und die ablehnende Einstellung gegen die Großtaten der Scharfsinnigen und Schriftgelehrten empfand Eliahu Gaon als unjüdisch am Chässidismus. Er wollte keine neue religiöse Konzeption und beschloß, atterkrasseste Maßnahmen zu ergreifen, einen heiligen Krieg zu füh^e"- Jm^Namen des Gaon wurden^die Chassidim in verruchten Sektierern" nichts Geringeres als die Beleidigung Gottes zum Borwurf. In den Zaddikim vollends sah er furioserweise schändliche Baalspropheten. Das pantheistische Weltbild des Chässidismus. wie es beispielsweise in dem Buch eines Bescht- Schülers, „Toldot Jakob Joseph", erscheint, die Verwischung der Grenze zwischen Geist und Materie. Gut und Böse, erfüllte den Gaon mit einer ganz ähnlichen Abneigung, ^wie^ie^ kanrschen ^Mendelssohn. Einer Begegnung mit dem auch rabbinisch hochkultivierten Führer der litauischen ChassMr< Schneiur Sal- Gerücht verbreiteten/R. Eliahu hätte sich reuig zur Lehre Schneiur Salmans oder gar des Baal Schem tow bekehrt, wandte sich der Gaon mit einem flammenden Aufruf „an alle gottesfürch tigert Kindes meinte Sem^ Bethaus.Hatzte er zu so^em Zweck organisier, systematisch die berühmte:.Iescl)iwa von Woloshin. Andere Adepten des G^aon gründeten eine rabbinische Hochschule zu Safed als Gegengewicht Wider das^ge^sttge^ Zenttum^des^Ccha^ in^Tiheria^ N^ch So N^e.na^ä) e ^lier,^r ^über h^^e MathemaM und' sog« logisch^fruchtbare Gedanken ^außer^e. So?er Arzt^ Chemiker'und

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