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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1929-03-01 · 7 (3.1929) · page 1

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
7 (1928-1929)
Issue
7 (3.1929)
Date
1929-03-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Gemeiudeblats deVSsvaelMsthen Gemeinde SvauHffmtt a.Maw NichtMitglieder 40 Pfg. fttr die Fahrgasse ^46 Slmtllsbev Sluseisev dsv Gemeindevevwalt««« 7.Zahrg. Frankfutt a. M., März 1929. Ar.? Fahrgasse^4b, Erdgeschoß Aus dem Inhalt. Amtliche Anzelgen...................216 Aus der Gemeindevertretung.............217—218 Sakheim, Oer Wiknaer Gaon ............ 209—211 Segel, Lleber die Ehescheidung nach talmudisch-rabbinifchem Recht....................211—212 Posen, purimfelertage im Adar........... 212—213 Ahlem................. .......214 Kracauer, Lüdische Kaffeebäuser in Krankfurt im Anfang des 19. Jahrhundert-.............214-215 Horwitz, Zum Gedächtnis Wolff Breidenbachs.......215 Aus den Gemeinden................219—220 Anstalten und Vereine, Versammlungskalender..... 221—225 Sottesdienflltcher Anzeiger................231 persönliche Nachrichten............... 225 u. 230 Veränderungen im Personenstand........... 230—231 Statistische Llebersicht Januar 1929 .......... 232—233 Katalog der Gemelndevivltothek............ 226-229 Oer Wilnaer Gaon. Von Nr. Arthur Sakheim Eliahuben SchlomoSalman, das gelehrte Wunder, das Genie der Klarheit, der ausgesonderte Gaon. kam 1720 in Wilna, dem „Jerusalem des Nordens", der Thora-Metropole, zur Welt und starb in derselben Stadt 1797. Er war ein Nachfahr v^er^ Tal^ S^on^^ K^ab^ durst neben talmudis^her We^l)eit das seltsame Phosphoreszieren theoretischer Kabbala und gab sich vorübergehend den wetterleuchtenden ^cku^ Kab^bala ^hin. Was s^ine ^inkei^ verdo^elte.^ Blutjung wurde E?iahu^— nach^ oer jüdischen kaum zwanzig Jahren Weib und Kinder, und ging auf die Wanderschaft. Er zog in den Fußtapfen des Glaubens durch Ortschaften und Städte Litauens, Polens und Deutschlands. Aus dieser Periode seiner Persönlichkeitsentwicklung gibt es seltsame Berichte und Legenden, die Eliahus universale Kenntnisse und noch einiges darüber attestieren. Auch Gelehrte von europäischem Ruf sollen den jungen jüdischen Meister aus dem Osten bewundert haben. Vollends die jüdische gelehrte Welt ballte vom Ruf des Fünfundzwanzigjährigen Wider. So verweist der von schärfster Gegnerschaft Jakob Emdens betroffene Jonathan Eibeschütz, um nicht als Frevler und Gottesverächter zu erscheinen, auf das maßgebende Ansehen des ihm nicht einmal wesensverwandten Eliahu aus Wilna. Dessen Ruhm war inzwischen groß geworden von Hamburg bis Venedig und von Kiew bis Amsterdam. Damals kehrte Eliahu in die Heimatstadt zurück, wo er dann nahezu ununterbrochen ^mehr als fünfzig Jahre^bis zu seinem Tode lebte. Palästina, kehrte aber aus unbekannten Grunden"um?^^ Die Tage und Nächte des Gaon waren der Herrlichkeit und Heiligung gottgeborgener Wissenschaft gewidmet. S^ine Arbeiter durch Jahrzehnte nicht mehr als eine bis zwei Stunden von vierundAvamig. Stets mit Gebetmantel und Gebetriemen bekleidet, saß Rabbi Eliahu in dem an sein Haus angeschlossenen zugetan. Damit ihn nichts ablenke und'der Wahrheit treulos Unterlaß bei geschlossenen^ Fensterläden. ^Das heißt auch am Tage bei Oelfunzel und Kerzenlicht. Mit Frau und Kindern sprach er nur äußerst selten. Sagen schildern dieses unbeimlich asketische Leben. Auch seinen Kindern empfahl der G.ion streng^ Einsamkeit Feiertagen daheim und nicht in der Svnagoge;u beten: denn auch die Shnagoae sei eine Stätte der ablenkenden Aeraernis und buntscheckigen Zerstreuung. Der Gaon lebte in höchst dürftigen Verhältnissen: Lehnte aber alle Berufm?oen und einflui^eichen Rabbizu lösen,' der Obrenbläserei. dem Gewisver störrischer Weltlikbkeit lauschen müsse. Ist man aber eme^ ^^te Vrivntver''on. so kmme men^ Dieses Einsiedlerdasein um des Gewissens willen umleuchtste Eliahu seine Wer^e bei Lebzeiten zu veröffentlichen nicht gestattete, aewann er die Machtwhäre einer^ epochemachenden^ talmudische^n Um?ie^Mitte d^s ^achtzehnten Jahrhunderts hatte unsere theologische Scholastik. der allzu kluge „Pilvu l". seine extremsten Grenzen^erre^t un^d überschritten. Das ^klare. logische SoMsmen^ ersetzt.^ Wortstreit, ^Kon^ov^r^ ein mol^ie^ Klarheit und^Mnfach^ ^b^b^st/H^ k^it^in das T^mud^tud^l^ dUch^^ und Gram^atik^ liä^woll^ Voraussetzung ^le^ ^erlangte obendrew eine gänzliche Reform der^rziehe^ischen mud^mit^^s^^ ^hlweislick^^dur^ne^ Zur Erfassung^ der allerhei/igsten Weisheit bedarf es. nach Rabbenu Eliahus Urteil und Ansicht, nicht nur einer unermüdlichen vertieften Kenntnis des Hebräischen^ sondern auch eines rechtschaffenen Wissens vondieser Welt. Leistungen und Eraebnisse der jüdischen Bücher fremder Zunge und auch der eigentum-

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