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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1929-02-01 · 6 (2.1929) · p. Seite 182

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
7 (1928-1929)
Issue
6 (2.1929)
Date
1929-02-01
Page
Seite 182 (sequence 14)
Language
German
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182 Jüdische Erwerbslose. In einer Versammlung jüdischer Erwerbsloser am 19. Januar würde eine Resolution beschlossen, welche die Aufmerksamkeit der jüdischen Geschäftswelt auf die Lage der Erwerbslosen richtet und eine stärkere Inanspruchnahme des jüdischen Arbeitsnachweijes sowie der ihm angegliederten Schreibstube anregt. Auch ein weiterer Ausbau des Arbeitsnachweises wurde als dringend wünschenswert bezeichnet. Von der Ar: eil des Bevölkerungspolitischen Ausschusses. Vor einem Jahre, am 7. Februar 1928, wurde der Israelitischen ' Gemeinde zu Frankfurt a. M. eine Stiftung von Mk. 10 000 von /unbekannter Seite zur Verfügung gestellt, mit der Auflage, einen jüdischen bevölkerungspolitischen Ausschuß einzusetzen. Von der zur Verfügung gestellten Summe sollte der Ausschuß an jede jüdische Mutter bald nach der Geburt eines Kindes Mk. 50.— zahlen, die nur für das Kind zu verwenden sind. Jede eheliche jüdische Mutter erhält dieses Geld erst nach der Geburt eines zweiten oder weiteren Kindes, jede uneheliche Mutter bei der Geburt eines Kindes. Es wurde ausdrücklich bestimmt, daß die Stiftung lediglich als bevölkerungspolitifche Maßnahme zu betrachten ist und daß die Zahlung nicht den Charakter einer Unterstützung tragen soll, lieber die Annahme der Stiftung und -die Bildung des Ausschusses ist in einer früheren Nummer berichtet worden. Der Ausschuß setzt sich aus den weiblichen Mitgliedern der Gemeindevertretung, aus Vertretern verschiedener jüdischer Organisationen zusammen und kann sich durch Zuwahl von Einzelpersonen ergänzen. Geschäftsführendes Mitglied ist der jeweilige Syndikus der Israelitischen Gemeinde. Der Ausschuß will nicht nur die Verteilung des Geldes vornehmen, sondern wendet sein Interesse sämtlichen bevölkerungspolitischen Problemen zu und will auch eine engere Bindung der Frauen und Mütter an die Gemeinde Frankfurt herbeiführen. Er hat deshalb beschlossen, jede jüdische Mutter auch nach der Geburt des ersten Kindes, das keine Gabe in Geld erhält, durch eines seiner weiblichen Mitglieder besuchen und ihr einen hübschen silbernen Anhänger mit dem Geburtsdatum des Kindes überbringen zu lassen. Es soll hiermit auch ein alter jüdischer Brauch erneuert werden. Besuch und Gabe werden durch ein Glückwunschschreiben angekündigt. Der Ausschuß hat die Stiftung am 1. Juni 1928 in Wirkung gesetzt. Von diesem Tage bis zum 31. Dezember 1928 wurden 143 Kinder bedacht, wovon bestimmungsgemäß 98 auch das Geldgeschenk erhielten. Letzteres wurde von 13 Müttern wieder zur Verfügung gestellt, außerdem erhielt der Ausschuß Zuwendungen in Höhe von Mk. 245,—. Von Anfang an mußte damit gerechnet werden, daß die zur Verfügung stehenden Mittel nur für absehbare Zeit reichen, aber es wurde zugleich angenommen, daß angesichts Der allgemeinen freudigen Zustimmung zu dieser schönen Neueinführung dem Ausschuß in Form von Spenden und Stiftungen weitere Mittel zur Fortführung seiner Tätigkeit zufließen würden. Hoffentlich wird sich diese Hoffnung erfüllen. Eine gewisse Erweiterung der Arbeit, z. V. Förderung der Frühehe, ist in, Aussicht genommen. Es verdient hervorgehoben zu werden, daß die Anregung des unbekannten Stifters bereits von der jüdischen Gemeindeverwaltung in Berlin aufgenommen wurde. Es soll auch dort eine Mutterhilfe eingerichtet werden. Diese Anregung ist zweifellos mit durch die in Frankfurt a. M. geschaffene Einrichtung veranlaßt und ist ein Beweis dafür, wie wichtig auch anderen Stellen die Förderung solcher Bestrebungen erscheint, die übrigens jetzt auch den Preußischen Landesverband beschäftigen, dem es gelungen ist, erste wissenschaftliche Kreise hierfür zu interessieren. Irma Rosen t h a l. Preußischer Landesverband jüdischer Gemeinde;:. (Amtlich.) Verbandstagu n >g. Der Verbandstag des Preußischen Landesverbands findet m:i 3. Februar und folgenden Taaen mit folgender Tag esord n n n <i in Berlin statt: 1. Eröffnung. 2. Tätigkeitsbericht des Rats. 3. Rechnungsabschluß 1927/28. 4. Nachbewilligungen für den Haushaltsplan 1928/29, 5. Haushaltsplan Z 929/30. V. Reichsverband. 7. Wahl eines stellvertretenden Natsmitgliedes. 8. Verfassungsänderungen. 9. Mitteilung des Rates über den Stand der Genehmigung des Ländesverbands. 10. Antrag der Fraktion der Jüdischen Volkspartei: „In den Haushaltsplan für 1928/29 unter Titel 8 die Verpflichtung für die Sportbewegung von 3000 Mar? um 7000 Mark aus 10 000 Mark zu erhöhen." 11. Antrag der Liberalen Fraktion: <,Der Verbandstag wolle beschließen, der- Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge eine Beihilfe zur Errichtung einer jüdischen Arbeiterkolonie zu bewilligen." 12. Antrag Alfred Berger u. Gen.: „... Der Hauptstelle sür jüdische Wanderfürsorge 30 000 Mark zur Errichtung einer jüdischen Arbeiterkolonie zu bewilligen." 13. Anfrage der Fraktion der Jüdischen, Volkspartei:: „Wir ersuchen den Rat um Auskunft über den Stand der Verhandlungen betreffend Erlaß des neuen Judengesetzes." 14. Anfrage der Fraktion der Jüdischen Volkspartei: „Wir ersuchen den Rat um Auskunft über die Tätigkeit des vom Landesverband vorgeschlagenen Sachverständigen beim Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, Herrn Dr. Baeck." -' ' Arbeitsgemeinschaft der Landesverbände. Am 13. Januar 1929 trat die Arbeitsgemeinschaft der jüdisHen Landesverbände unter Vorsitz des Präsidenten des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, Kammergerichtsrat Wolfs, in Leipzig zu ihrer 2. Sitzung zusammen. Vertreten waren sämtliche Landesverbände mit Ausnahme des hessischen, der durch eine für denselben Tag einberufene Sitzung seines Oberrates verhindert war, und der Deutsch-Israelitische Gemeindebund. Die Beschlüsse der Reichsarbeitsgemeinschaft haben keinen bindenden Charakter, sondern werden nur, wenn sie einstimmig gefaßt werden, an die einzelnen Landesverbände mit der Empfehlung weiterzer Karneval Eilt herbei zu den weltbekannten höchst närrischen ' Veranstaltungen des Mainzer Karneval-Vereins in der Narrhalla (Stadthalle). 2. Februar: Maskenball, 3. Februar: die berühmte Fremdensitzung, 10. Februar: Närrisches Konzert, 10. Februar: Kinder-Mastenfest, 11. Februar: Großer närrischer Hastnachtszug: Närrische Olympiade zu Mainz. Abends: Oer allberühmte FaflnachtS-MontagS-Vall. 12. Februar: Dienstags-Maskenball. IM

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