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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1929-02-01 · 6 (2.1929) · p. Seite 172

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
7 (1928-1929)
Issue
6 (2.1929)
Date
1929-02-01
Page
Seite 172 (sequence 4)
Language
German
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unterrichtliche Tätigkeit nach langer Erkrankung wieder aufgenommen. Den Lehrkräften, die ihn freundlichst vertreten Häven, sei besonderer Dank gesagt. Dr. Lazarus war dann wieder mit seinen 6 Pflichtstunden im Lyzeum Steimer beschäftigt. Ostern 1926 gab er von diesen an Frau Gertrud Würzburger 4 Stunden ab und übernahm 6 Stunden im Goethe-Gymnasium, die bis dahin Herr Dr. Mottschakk erteilte. Die bis Pfingsten dieses Jahres Hereinigten Sekunden dieser Anstalt wurden geteilt (es waren in ihnen insgesamt über 40 Schüler). Herr Dr. Höxter übernahm die Untersekunda mit 2 weiteren Stunden. Die Uuterrichtsverteilung für Herrn Dr. Gottschalk mußte ab Ostern 1923 noch in mehrfacher Hinsicht geändert werden: vor allem mit Rückficht auf die Herabminderung seiner Pflichtstunoenzahl auf 18, die durch stärkere Heranziehung im Predigtamt bedingt ist. Im Januar 1923 war Herr Dr. S. B. Eschwege von der Gemeinde unter besonderen Bedingungen angestellt worden. Seine Pflichtstundenziffer ist auf 2V festgesetzt worden mit der Maßgabe, daß er dauernd nur einen gewissen Teil derselben geben loll, damit er für Vertretungen frei ist. So gibt er zurzeit fest 14 Stunden. Der Fall der Vertretung trat neben einzelnen Notwendigkeiten von kürzerer oder längerer Dauer (Beurlaubungen) in größerem Ausmaß ein. als Herr Rabbiner Dr. May erkrankte und ihn Herr Dr. Eschwege in der Musterschule von Ostern bis zum Beginn der großen Ferien vertrat. Herr Dr. May hat erfreulicherweise seinen gesamten Unrerricht wieder aufnehmen können. Ueber seine mangelnde Vertretung im Philanthropin sind auch in Kreisen der Gemeindeverwaltung (vgl. Gemeindeblatt Juli 1928, Seite 338 und 341) Klagen geäußert worden. Irrigen Auffassungen gegenüber sei betont, daß die Fürsorge für den gesamten Unterricht, also auch für den R.U. im Philanthropin, nicht Sache der Gemeindeverwaltung und ihrer Organe, sondern des Schulrais des Philanthropins ist. Die Gemeindeverwaltung stellt lediglich entgegenkommenderweise mehrere von ihr angestellte Lehrkräfte (Rabbiner Dr. May, Kantor i. R. I. B. Levy, Oberkantor Scheuermann und zur Hälfte seiner Pflichtstunden Dr. Hartmann) dem Philanthropin zur unterrichtlichen Betätigung neben den von diesem selbst angestellten Lehrpersonen zur Verfügung. Wie beim übrigen Unterricht muß das Philanthropin auch bei seinem R U. Vorsorge für etwa nötige Vertretung treffen. Soweit die Möglichkeit gegeben ist, wird seitens der Unterrichtsverwaltung der Gemeinde gern ausgeholfen. Aber eine Verpflichtung auch noch für Vertretung im Philanthropin zu sorgen, kann für sie gemäß den gegebenen Verhältnissen nicht in Frage kommen. Wenn Herr Dr. Seligmann in seinem letzten Bericht die Anstellung von mindestens zwei weiteren Lehrkräften voller Beschäftigung forderte, so wurde seinem Wunsch außer durch den Amtsantritt des Herrn Dr. S. B. Eschwege im Herbst -dieses Jahres noch durch die Anstellung von Fräulein Else Cohn Rechnung getragen. Fräulein Cohn, die 23 Pflichtstunden hat, unterrichtet zurzeit 20 Stunden, und zwar an der Viktoria-Schule, dem Lyzeum Schmidt und dem Lyzeum Steimer. In der letzteren Anstalt übernahm sie die 4 Stunden von Frau Würzburger und wird Ostern noch 2 Stunden von Dr. Lazarus übernehmen, der der obersten Klasse für das eine Halbjahr einen nochmaligen Kehrerwechsel ersparen soll. In der Viktoria-Schule trat Frl. Cohn an die Stelle von Frau Würzburger und Dr. S. B. Eschwege und im Lyzeum Schmidt an Stelle von Frl. Rosenbaum, die dort in vieljähriger Arbeit sehr Ersprießliches geleistet hat und nun von 4 Ueberstunden entlastet wird. Durch den Amtszutritt von Frl. Cohn konnte auch im Lyzeum Schmidt die dort notwendige Steigerung der Stundenzahl von 4 auf 6 erfolgen. Ferner schied aus der Oberstufe der Schillerschule zum Herbst d. I. Herr Rabbiner Dr. Ephraim aus, >der einer ehrenvollen Berufung nach Burgpreppach folgte; ihn ersetzt vor der Hand Herr Dr. S. B. Eschwege. Ebenso übernahm dieser die bisher von Herrn Jakob Speyer geführten Sammelkurse in der Hellerhofschule und in der Rudolf-schule. Den drei Lehrpersonen, die jetzt zum Herbst ausgeschieden sind, Herrn Dr. Ephraim und Jakob Speyer wie Frau Gertrud Würzburger — sie waren als Hilfskräfte nur stundenweise beschäftigt — sei auch hier der Dank der Unterrichtsverwaltung für ihre Tätigkeit dargebracht. In diesem Zusammenhang ein Wort zur Frage der Ueber - stunden! Wie der bereits erwähnte Plan über die derzeitige (Oktober 1928) Unterrichtverteilung erkennen läßt, hat diese einen Ausgleich gebracht, so zwar, daß ab Ostern 1929. sofern nicht unvorhergesehene Aenderungen eintreten, nur noch vier Lehrkräfte der Gemeinde (S. Eschwege, Dr. May, Saretzki. Scheuermann) Ueberstunden in irgendwie beachtlichem Ausmaß erteilen. Alle anderen stehen auf der vorgeschriebenen Pflichtstundenzahl oder weichen nur unwesentlich nach oben ab. Derartige geringfügige Abweichungen werden sich aus technischen Gründen (Stundenplan, örtliche Lage der Schulen u. ä.) niemals ganz vermeiden lassen. Eine Uebersicht über die Lehrkräfte, die am 15. Mai d. I. an den öffentlichen Schulen R.U. erteilten, ergibt folgende Zahlen: An Höheren Knabenschulen 12 An Höheren Mädchenschulen 11 (wovon ö auch an den Höheren Knabenschulen unterrichten) An Volksu. Mittelschulen 13 (wovon 2 auch an Höheren Schulen unterrichten). Für das Philanthropin ergibt sich folgende Uebersicht: Realgymnasium 4, Lyzeum 7. Frauenschule 1, Volksschule 12. Von den Lehrkräften des Philanthropins unterrichten 2 vuch an Städt. Höheren Schulen. Diese Lehrkräfte erteilen wöchentlich (einschließlich Hebräisch) an Höheren Knabenschulen . 96 Std. an Höheren Mädchenschulen 74 Std. an Volks- und Mittelschulen 114 Std. am Philanthropin .... 139 Std. ^423"St5 Durchschnittlich erhält jede Abteilung wöchentlich 2 Stunden, manchmal 1 Stunde, selten 3 Stunden, in Volksschulen bis zu 4 Stunden Unterricht. Zeitlich fällt der Unterricht fast durchgängig mit dem christlichen R.U. zusammen. Es werden dementsprechend mit Ausnahme von 8 Nachmittagsstunden bei insgesamt 284 Std. alle am Vormittag erteilt. Hierbei ist das Philanthropin mit seinen besonders gelagerten Verhältnissen nicht berücksichtigt. Die Einbeziehung des Hebräischen Unterrichts tu den allgemeinen R.U. hat gute Fortschritte gemacht, wenn man bedenkt, daß von den 423 Wochenstunden 119)4 Std. (-- 28,1H) hebr. Unterricht sind. Unter Ausschaltung des Philanthropins, das 76 Stunden Hebräisch erteilen läßt, ergibt sich folgende Uebersicht: an den Höheren Knabenschulen Hebr. 9 Std. an den Höheren Mädchenschulen Hebr. 1356 Std. an den Volksu. Mittelschulen^Hebr^21_Std^ insgesamt Hebr. 43 X- Std. unter 284 Std. (^ 15,5^). An dem weiteren Ausbau des hebr. Unterricyts im Rabmen des allgemeinen R.U. wird auch sürderhin mit Erfolg gearbeitet werden können, da die Unterrichtsverwaltung in dieser Hinsicht kaum mehr Schwierigkeiten macht und die Widerstände auch aus Elternkreisen erheblich nachgelassen haben. Die Statistik hatte das recht erfreuliche Ergebnis, daß von 2199 Zöglingen der öffentlichen Schulen am 15. Mai: 1446 hebr. Unterricht, teilweise natürlich auch in Religionsschulen oder privaten Kursen hatten. Das sind 65,75^. Die Uebersicht im einzelnen zeigt folgendes Bild: an Höheren Knabenschulen . 196 (^-46 A) Schül. an Höheren Mädchenschulen . 151 33 A) „ an Volks- und Mittelschulen 383 (^ 66,2 A) „ am Philanthropin.....716 (^89,4^) „ Aus der Einführung des hebr. Unterrichts in den öffentlichen Schuleu erklärt sich auch, daß nicht nur die Hebr. Unterrichts-- anstalt II (Hauptsynagoge), wie bereits im vorigen Bericht mitgeteilt wurde, aufgelöst werden konnte, daß nun auch die Schülerzahl der Hebr. Unterrichtsanstalt I (Freiherr vom Stein- Straße) zurückgehl. Es sind dort noch 13 Zöglinge vorhanden, die in 2 Stunden (je eine von Herrn Rabb. Dr. Gottschalk und Herrn Oberkantor Scheuermann) unterrichtet werden. Hierher gehöht auch die Religions schule Bockenheim, in der Herr Kantor S. Eschwege 3 Kinder in 2 Stunden unterrichtet, und die Religionsschule Rödelheim, in der Herr Lehrer Zinkes 6 Kinder in 4 Stunden unterrichtet. Die Religionsschulen Hermeswea und Unterlindau, die eine Ergänzung sür den allgemeinen R.U. bieten, sind privaten Charakters. Zahlenangaben über sie, die nicht der Gemeindeverwaltung unterstehen, gehören deshalb nicht in den Bericht über den allgemeinen R.U. Ueber die tatsächlichen Leistungen und Erfolge unseres äußerlich fraglos gut organisierten R.U. läßt sich kein sicheres Urteil fällen, zumal so lange der Gemeinde keinerlei Einsichtnahme in ihn gestattet ist. Der Versuch, wenigstens durch Führung und Durchsicht von Doppelklassenbüchern, deren Einführung^ im Einverständnis mit unserer Lehrerschaft an den Höheren schulen in diesem Jahr erfolgen sollte, ist am Widerstand des Provinzialschulkollegiums gescheitert. Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden, so heißt es, bemühe sich, beim Minister die Genehmigung einer Inspektion des R.U. wenigstens an den Höheren Schulen zu erwirken. Ob und welche Erfolge er erzielt hat, ist nlir nicht bekannt. Mit allem Nachdruck sollte diese ungemein wichtige Angelegenheit durch die zuständigen Instanzen gefördert werden. Nicht zu übersehen ist. daß unser R.U. neben den inneren Schwierigkeiten mit großen äußeren Hemmnissen zu kämpfen hat. Ich nenne die fast regelmäßige Kombination verschiedener Klassen, ja verschiedener Jahrgänge (in einem Fall sind beispielsweise vier verschiedene Jahrgänge der Oberstufe vereinigt)' zu einer Abteilung. Dazu kommt, datz unabhängig von Erkrankungen oder Beurlaubungen der Lehrkräfte der Unterricht von Schule wegen allzu häufig ausfällt. Anlaß sind Klassenarbeiten, die sich über mehrere Stunden erstrecken. Studientage. Wandertage, mehrtägige Ausflüge. Besuch des Schularztes, Proben zu Aufführungen. Am meisten stört der Besuch der Landheime, der sich gegebenenfalls für jede Klasse auf etwa drei Wochen im Jahr erstreckt; bei einer

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