Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 7 (1928-1929)
- Issue
- 4 (12.1928)
- Date
- 1928-12-01
- Page
- Seite 109 (sequence 17)
- Language
- German
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Delegiertentag des deutschen Misrachi. Berlin, 16. November. (J.T. A.) Am 11. November wurde in Frankfurt a. M. der Delegiertentag des deutschen Misrachi abgehalten. Der Vorsitzende des Zentralbüros, Alexander Adler, betonte in seiner Eröffnungsrede die Treue des Misrachi zur zionistischen Sache und protestierte gegen die Vorfälle an der Klagemauer. Begrüßungen wurden verlesen vom Merkas Olami schel Hamisrachi, von der Z. V. f. D. und von den Misrachiorganisationen in verschiedenen Ländern. In das Präsidium wurden gewählt: Rabbiner Dr. Hoffmann, Dr. Lehmann, Dr. E. Michaelis. Die Aussprache über die vor der Tagung allen Gruppen zugestellten Referate eröffnete Dr. A. Barth, der für die wichtigste Aufgabe des Delegiertentages die von ihm schon seit langer Zeit angeregte Umgestaltung der Verhältnisse innerhalb der Zionistischen Vereinigung für Deutschland hält. Nachdem der Aufbau Palästinas Wirklichkeit geworden ist, kann die Zionistische Landesorganisation nicht mehr eine einheitliche Politik vertreten, da die verschiedenen Richtungen innerhalb des Zionismus den Aufbau Palästinas in verschiedenem Sinne wünschen; auch die kulturelle Arbeit kaun nicht von einer einheitlichen Organisation geleistet werden, da die verschiedenen religiösen Richtungen einander widersprechen; ebenso kann die Presse nur dann einen wertvollen Anhalt bieten, wenn sie eine bestimmte Richtung im Zionismus vertritt. Dadurch würden Arbeitskräfte, die heute für die Z. V. f. D. verbraucht werden, wieder für die Misrachi-Arbeit frei werden. Die Ergebnisse der Danziger Misrachi-Weltkonferenz waren für alle Misrachisten in Deutschland unbefriedigend. Die Zusammensetzung des Merkas weise große Mängel auf, einer diefer Mängel sei das Fehlen eines Vertreters der Jugend. Es sei notwendig, daß die Jugend eine eindeutige Interpretation ihrer Devise „Thorah wa-Awodah" gäbe. Es müsse klar herausgearbeitet werden, ob es sich nur um das Prinzip der Awodahazmith (Eigenarbeit) handelt, oder ob die Forderung sozialistischen Charakter trage. Rechtsanwalt Michaelis-Hamburg lehnt die Barthsche Auffassung von den Aufgaben der Z. V. f. D. ab. Diese repräsentiere die Einheit der zionistischen Weltorganisation. Ueber das Verhältnis zum Merkas Olami und zur Z. V. f. D. sprachen noch Dr. Grünfeld-Würzburg, Dr. Leibowitz-Köln, Alexander Adler - Berlin, Kuflik - Karlsruhe, Offenburg - Hamburg, Frau Möller-Breslau. Rabb. Dr. H o f f m a n n - Frankfurt führte aus: Der Borwurf der Orthodoxie, der seit einiger Zeit von gewisser Seite gegen den Misrachi erhoben wird, muß mit allem Nachdruck zurückgewiesen werden. Der Misrachi als Weltanschauung steht in Lehre und Leben auf dem Boden des überlieferten und gesetzestreuen Judentums. Er ist nicht weniger gesetzestreu und nicht weniger orthodox als irgendeine andere gesetzestreue Organisation. Der Misrachi bedeutet geradezu die Entfaltung des geschichtlichen, das ganze Leben erfassenden und gestaltenden Judentums. A. Adler weist darauf hin, daß keiner die Trennung des Misrachi von der Z. V. f. D. ernsthaft wünsche. Die weitere Debatte befaßt sich mit den organisatorischen und budgetären Fragen. Die Wahl des neuen Zentral-Büros erfolgt per Akklamation. Es wurden gewählt: Alexander Adler- Berlin als Vorsitzender, die Herren: Dr. A. Barth, Lazarus Barth, Eisner, Dr. Grünberg, Dr. Lehmann, Edmund Lewtz. Dr. Werner Silberstein, Dr. Sulzberger als Mitglieder des Zentral-Büros. Von der Wahl des Zentral-Komitees wird Abstand genommen; das Zentral-Büro wird beauftragt, die Gruppen aufzufordern, die Mitglieder des Zentral-Komitees selbst zu bestimmen. Die Ergebnisse der Beratungen wurden in eine Reihe von Resolutionen Politischen und organisatorischen Charakters zusammengefaßt. Jüdische Volksbibliotheken auf dem Lande (Wanderbibliotheken). Diese Zeilen sollen erneut die Allgemeinheit hinweisen auf die Wanderbibliotheken der Frankfurt-Loge mit vielen hundert Bänden. Diese Wanderbibliotheken wurden vor ^a. 28 Jahren durch die Frankfurt-Loge begründet und werden seit einigen Jahren durch den Landesverband für Hessen und Hessen-Nassau des Jüdischen Frauenbundes, der sich und andern die Verbreitung guten Lesestoffes auf dem Lande zur Aufgabe gemacht hat, unterstützt. Tie Bücherei besitzt eine ansehnliche Zahl von Jugendschristen, Schriften unterhaltenden und belehrenden Inhaltes, allgemeine Unterhaltungslektüre, Volkswirtschaftliche Bücher usw. Ein ausführliches Bücherverzeichnis liegt vor, das von der Versandstelle „Jüdischer Bolksbibliotheken auf dem Laude" (Joseph Strauß'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M., Biebergasse 13) oder durch die Kommission des Frauenbundes (siehe unten) jederzeit angefordert werden kann. Dem betreffenden Ort geht eine Kiste mit den gewünschten Büchern zu; ein Vertrauensmann bezw. A ic«i ntt55Ukk?>0k2ki.i.adi in cisr künslilSk-isQ^SN i^Äncims.lSi'Si uiic! cisk'iee^^ise^Ss'» VOlIkommSnliSili lisgi cl s ku n vsng s.n g l i Ql-, S Ws r-i. Kunstuncl (Zevrsuensgsgenstsncie in sllen Preislagen. 57Q5?i.>ic»K I»v«2e».^z»»->N5XUP5X7U« »«eis»»! VKKI.»« so 5. 1. e. 1. Surtspests^-Lti'. Ss im »süss ciss Lspitols SM 2!oo?u de»S«!i«i» «>u?«k s»s Sokloss-Strssss 2S Qoetks-Strssss S kllk?en«>en?«?-«IIanIisn«IIu>>g«n. Z ksltsstss?rsnkkartsr Lsdaucleans Llssreinigungs Institut un6 Erstes Mttel6eut8cne8 Lteinrenovierungs-Qesckstt HdvkS»«ksn u. koSnigen von ttZuser-^asssäen, Ztein-^sssacken, sucn mittels ZgnckAevIZse, ^VonnunALtenstern, ZpieZelscneiden, Krönleucntern, ^Vzck8en uncl Oelen von Parkettun6 I^inoleumdöcken. LntstsudunZ mittels Vakuum. I^einveise I^ederlassunZ von Leitern bis 2u 26 Bieter t^lone. KU«ZU57 n u 5 I K z >«? L »I e <s 22 l'el ekon csro!us 41634 postscneckkonto?rsnkturt-M. 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