Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 7 (1928-1929)
- Issue
- 4 (12.1928)
- Date
- 1928-12-01
- Page
- Seite 108 (sequence 16)
- Language
- German
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heiraten dürfen, Nachforschungen anzustellen. Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden, Charlottenburg, Kantstraße 158, errichtet daher eine Sammelstelle, die alle Mitteilungen über die im Deutschen Reiche verstorbenen jüdischen Kriegsgefangenen der alten russischen Armee zusammenstellt und der Agunoth zuleitet. Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden bittet alle Synagogengemeinden des Reiches, ihm möglichst eingehende Mitteilungen über die auf den »Friedhöfen der Gefangenenlager oder der Gemeinden bestatteten russischen Kriegsgefangenen zukommen zu lassen. Es wird in jedem Falle gebeten, soweit möglich, nicht nur die bürgerlichen, sondern auch die hebräischen Namen und Daten oder sonstige Kennzeichen der Verstorbenen anzugeben." Es sind darauf zahlreiche Mitteilungen eingelaufen, die der Landesverband zusammengefaßt dem Komitee der Agunoth nach Warschau weitergegeben hat. Wie die Warschauer Zentrale mitteilt, ist dieses Material bereits jetzt in einer ganzen Reihe von Fällen von Nutzen gewesen. Der Landesverband richtet noch einmal an alle Gemeinden, die ihm bisher keine Mitteilungen haben zugehen lassen, die dringende Bitte, dies noch zu tun. Die Wichtigkeit dieser Angelegenheit braucht nicht noch einmal hervorgehoben zu werden, auch hat die Erfahrung gezeigt, daß die staatlichen und städtischen Behörden gern bereit sind, die Nachforschungen entsprechend zu unterstützen. C. V.-Tagung. Der Landesverband Rheinland-Westfalen des Centrai-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens E. V. feierte in diesen Tagen sein LSjähriges Bestehen. Den Auftakt bildete eine akademische Feier zu Essen. Rechtsanwalt Dr. Ernst Herzfeld, Elsen, der Vorsitzende des Landesverbandes, gab einen kurzen U-eberblick über die Entstehungsgeschichte des Central-Vereins und wies darauf hin, daß man wahrend und auch bei Ende des Weltkrieges in den führenden Kreisen des deutschen Judentums geglaubt hatte, den Centralis Verein auflösen zu können. Die Geschehnisse, nach dem Kriege, die noch in aller Erinnerung find, hätten jedoch gezeigt, welche unendliche Arbeit noch geleistet werden muß, um die Gleichberechtigung der deutschen Juden innerhalb des deutschen Volkes nicht nur theoretisch, sondern auch ideell zu erkämpfen. Den Festvortrag „Deutsche Volks-Idee oder deutschvölkische Idee" hielt Professor Dr. Julius GoIdstein- Darmstadt. Der Redner zeigte den Unterschied zwischen der subjektiven deutschen Volks-Jdee, die über die Zugehörigkeit zum deutschen Volke Gesinnung und sittlichen Willen entscheiden läßt und der objektiven deutsch-völkischen Idee, die nur den dem deutschen Volke zuzählt, der seiner Rasse und Abstammung, also biologischen Merkmalen nach, Deutscher ist. Er wies auf die Gefahren hin, die bei Verbreitung dieser Jdve dem deutschen Volkstum im Ausland erwachsen und schilderte mit eindringlichen Worten, welche Gefahren auch nach innen dem deutschen Volke drohen, wenn man solche Untersuchungen anstellt, da das deutsche Volk aus den verschiedensten Rassen zusammengesetzt ist. Er schloß mit den Worten Dehmels: „Gleich wl'her die Samenzucht, deutsches Land trägt deutsche Frucht". Zu der von diesen Ausführungen tief ergriffenen Versammlung sprach darauf Justizrat Dr. Julius Brodnitz-Berlin, der Vorsitzende des Central- Vereins. Auch er beschwor die Zeiten vir 25 Jahren herauf, in denen er zusammen mit 'dem inzwischen verstorbenen Isaak Hirschland die Ortsgruppe Essen gegründet hatte. In den Mittel- Punkt seiner Ausführungen stellte er jene Rede, die Ludwig Bambevger, einer der größten Patrioten deutscher Zunge, als Verbannter am Grabe eines Verbannten sprach, an dem Tag, an dem er zu seiner sterbenden Mutter nach Mainz eilen wollte, und an dem er diesem Wunsch nicht folgen konnte, weil er nur unter Bedingungen in die Heimat hätte fahren können, die eines Patrioten nicht würdig sind. Bamberger ermahnte seine Brüder durch alle bitteren Erfahrungen die Liebe zum Vaterland sich nicht nehmen zu lassen. Wenn Einigkeit und Recht und Freiheit in Deutschland wieder einzögen, dann werde das wahre deutsche Volkstum zum Segen von Deutschtum und Judentum erstanden sein. Die Feier war von beziehungs vollen Musikvorträgen umrahmt. pnalltisoiio festgesotienks in allen ^dteilunZen Erprobte HuaMäten 2U dMixen Presen -----^ (Zsrsntle für >Va5ctiunä lUcktecktkeit ---- IMUeiiHW frsollllirt K. m. d. S. Mmtr. lg I ^nel«»,«!. ^Svvk IVIszfsi' VMNKK088NÜIWl.lML Vertrieb in unli au8iänä. Weine »ankturt a. IV>. küro unli KsllLi'visn: ^euv^ainivrsti'.SI u.54 llvlekon. Köms? 3172 sunli Ailsingau 71691 (ZroKer Lssl cles Lssldau/Lonntsg, 6. ^sn., ISVs Ukf präzis tvrKvnivrt? ,,Zll«I>sck« Musik" I_situng: »«/»X neu»«z»ß>« vve«ica»G7«>« 51.«QNXVVL« (Isno ) GßUEO si-stsr konzsi-imSistsr cisr Ops»- (Violins) KKI»I«VI.0 »«e«'re»ß, musikaIiscns»-l.Sitsrcj.f?unc!kunl<s (Klavier) O eksstsr von vr. « v c «'5 X V N L k « V 5 7 v « I v ^us clsm k^ogramm: „XSniig vsvii«!" Luits fuf gfolZss Ofcnsstsr von t-lonsggSf; ^fisn aus „kliis»", „I»i«ls »lakkadSu»", „Ztt«ttn"z svnagogals Qssängs, jlloüsons Volksliscisf (nsuss Programm) Violinsolis von Ennest öloon, ^cnron unci Llmsnn. Tintfittskartsn?u ^k. 2.—, 2.-, 4,—, S.— vnne o"is üblionen 1vo/g Vorverksufegsdunfsn svkarK srnLMNon vsi?isnolisu8 Z. »Isuinsnn, (svsi-nur bis 20. vs?.) ^b 21. vs^. Kartsn?u IVik. 2.20, Z.Z0, 4.40, SSV in o!sn suf cism p'Iskat vsr^sionnstsn Vorvsskaufsststtsn uncj soweit vornancisn, suon an cisr /^dsncjkasss.