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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1928-12-01 · 4 (12.1928) · p. Seite 103

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
7 (1928-1929)
Issue
4 (12.1928)
Date
1928-12-01
Page
Seite 103 (sequence 11)
Language
German
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103 oMnarium wiederum einen Betrag von Mk. 50000.— als erste Rate für den Kau>f eines Shnagogengrundstücks eingesetzt. Nach kurzer Debatte, in der namens der konservativen Fraktion Herr Fromm >den Standpunkt der Kommission hinsichtlich der Verwendung des bereits angekauften Grundstücks Eschersheimer Landftw.ße/Gervinnsstraße unterstreicht, wird der Antrag der Kommission angenommen und das Extraordinarium für 1928 festgesetzt auf Einnahmen: 1. Teilbetrag aus verfügbaren Anleihemitteln Mk. 525 000.— - 2. Darlehen aus der Fondsverwaltung . . . Mk. 165 000.— Mk. 690 000.— Aus g a b e .n : 1. Baurate für die Friedhofsanlage . . . . Mk. 365000.— 2. Erwerb eines Shnagogengrundstücks 1. Rate Mk. 50 000.— 3. Disagio aus der Anleihe von 1928 . . . Mk. 105 000.— 4. Einmalige Ausgabe für die Mazzenbäckerei Mk. 5 000.— 5. Grundstückserwerb.........Mk. 165 W0.— Mk. 690 000.— Die FinanzkommissiSn hat weiterhin die.vom Vorstand vorgelegten neuen Gebührentarife für Grabstätten und Beerdigungen sowie für Kasualien geprüft und sachliche Bedenken nicht erhoben. Die Tarife werden genehmigt. In Bezug auf den im Etat ausgesetzten Posten Wohlfahrtspflege hat der Vorstand neuerdings mitgeteilt, daß nach seiner Ansicht die gegenwärtige Finanzlage der Gemeinde erhebliche Mehraufwendungen über die im Haushaltsplan bewilligten Beträge hinaus verbiete; -außerdem seien auf dem Gebiet der Wohlfahrtspflege erhöhte Anforderungen bisher nicht in besonderem Maße an ihn herangetreten, weil die Ueberleitung auf die neue Organisation der Wohlfahrtspflege sich verzögert habe und daher der Umfang der benötigten Mittel noch nicht endgültig geklärt fei. Aus diesen Gründen könne sich der Vorstand im gegenwärtigen Zeitpunkt nicht dazu entschließen, dem Beschluß der Gemeindevertretung beizutreten, sei aber bereit, anfangs Januar die Angelegenheit erneut zu prüfen. Die Gemeindevertretung erklärt, sich mit dem Vorstandsbeschluß einverstanden und sieht einer neuen Stellungnahme des Vorstandes anfangs Januar entgegen. Im Anschluß hieran gibt der Vorsitzende Kenntnis von einem Schreiben der „Jüdischen Wohlfahrtspflege" vom 31. Okt. 1923, in welchem die am 25. Okt. 1928 erfolgte Zusammenfassung der Organisationen der offenen Wohlfahrtspflege in der jüdischen Wohlfahrtspflege Frankfurt a. M." mitgeteilt wird. Herr Fromm wünscht Bekanntgabe der den Vorstand der neuen Wohlfahrtspflege bildenden Persönlichkeiten und bemängelt insbesondere die ohne Zustimmung der Gemeindevertretung erfolgten Kooptationen. Demgegenüber sind die Herren Bloch. Rechtsanwalt Simon und Frau Forchheimer der Ansicht, daß diese Neuorganisation weder eine Kommission der Gemeindeverwaltung noch ein Gemeindeamt darstelle, sondern die in dem von den Gemeinde-Körperschaften genehmigten Orgamsationsplan der freien südischen Wohlfahrtspflege vorgesehene Vereinigung der bisher selbständigen Anstalten der offenen Wohlfahrtspflege, allerdings unter ideeller Führung der Gemeinde, repräsentiere. Der Gemeinde, welche ja nur einen Teil der erforderlichen Geldmittel bewillige, die im übrigen auf dem Wege der Sammlungen Nach wie vor beschafft werden müßten, sei im Organisationsplan, der überdies auch die Mitarbeit der Israelitischen Religionsgesellschasr vorsehe, der gebührende Einfluß auf die neue Organisation gesichert. Ein 'Bestätigungsrecht hinsichtlich der ZuWahl von geeigneten Mitarbeitern, deren man nach wie vor bedürfe, könne aber die Gemeinde für sich nicht in Anspruch nehmen. Seitens des Vorsitzenden wird darauf hingewiesen, daß gegen die Erfüllung des von Herrn Fromm geäußerten Wunsches der Bekanntgabe der in den Vorstand der Jüdischen Wohlfahrtspflege zugewählten Persönlichkeiten Einwendungen nicht erhoben werden könnten, unv daß ferner mit der Bewilligung des zur Unterstützung dieser Organisation bestimmten Etatkredits von Rm. 230 000.— eine Blankovollmacht für deren Verwendung nicht erteilt sei. Der Vorstandsdezernent Herr Bloch gibt hierauf die Namen der m den Vorstand der neuen Organisation kooptierten Persönlichkeiten bekannt. Der Vorstand hat beschlossen, den vom Landesverband für das Rechnungsjahr 1928 auf die Frankfurter Gemeinde umgelegten Verbandsbeitrag von Rm. 103 566.— auszuzahlen unv den den vorgesehenen Kredit überschreitenden Betrag von Rm. 7566.— nachzubewilligen. Dem Vorstandsbeschluß wird zugestimmt, und es wird den an der nächsten Sitzung der Konferenzgemeinschaft der Großgemetnden teilnehmenden Vorstandsvertretern empfohlen, eine Nachprüfung des Etats des Landesverbandes zu veranlassen und Maßnahmen herbeizuführen, die Line Gefährdung des Etats der mit hohen Beiträgen belasteten Gemeinden verhindern. Eine Resolution des Zentralverbandes jüdischer Handwerker Deutschlands E. V., welche auf dem Berbandstag in Hannover am 5. ,Juni d. Js. gefaßt worden ist, wird als Anregung dem Vorstand und der Kommission für soziale Fürsorge überwiesen. Es wird davon Kenntnis genommen, daß der Vorstand als Termin für die Eröffnung des neuen Friedhofs ai» der Eckenheimer Landstraße den 1. Januar 1929 in Aussicht genommen hat. Für die Einrichtung des Verwaltungsbüros daselbst und für die Beschaffung der zu Bestattungszwecken nötigen Gerätschaften wird ein Kredit bis zum Höchstbetraa von Rm. 15 000.— bewilligt. Es wird ferner davon Kenntnis genommen, daß nach dem Bericht der liberalen Kultuskommission die Gottesdienstovdnung für die Synagoge an der Freiherr vom Stein- Straße im Hinblick auf die Einführung der Neuauflage des Seligmannschen Gebetbuches nunmehr endgültig festgelegt ist und demnächst zugleich mit dem neuen Gebetbuch' in Kraft aesetzt werden soll. Für die Subventionierung der o stj ü d is ch e n B e tsäle wird nach dem Vorschlag des Vorstands für das Rechnungslahr 1928 endgültig ein Kredit von Rm. 8000.— sowie ein einmaliger Betrag von Rm. 1000.— zu den Umzugs- und Einrichtungskosten des Betsaals Rechneigrabenstraße 12 (früher Obermain-Anlage 8) bewilligt. Von dem Bericht des Gefängnisseelsorgers Dr. Braun für das Quartal Juli-September wird Kenntnis genommen. Eine Schenkung der Herren Kommerzienrat Philipp Offenheimer, Ernst Offenheimer und Dr. Bloch im Betrag von Rm. 2400.— für die wohltätigen Anstalten der Gemeinde wird mit Dank an die Spender angenommen. Eine Entscheidung des Regierungspräsidenren, in welcher dem Gemeindevorstand das Verfügungsrecht über eine Wohnung zugesprochen worden ist, gelangt zur Verlesung.. Der Ueberlassung der Wohnung an einen Gemeindebeamten wird zugestimmt. Es folgen alsdann Ersatzwahlen in einige Verwaltungskommissionen an Stelle der beiden ausgeschiedenen Gemeinde-Vertreter und eine nichtöffentliche Sitzung, in welcher über Personal- und Krankenhausangelsgenheiten verhandelt wird. ^lioto-Amateui'e In allen 5>agvn nun «..LM.Nstttiok Zotiillei-plat? 7 unä Isll 65 Aus den Gemeinden. Deutschland. Berlin. Durch die Post des deutschen Luftschiffes „Gras Zeppeli n" hat der amerikanische „Ort" dem deutschen „O r t" einen Scheck über 1000 Dollar übermittelt. — Die Berliner Gemeinde hat folgende Herren zu Gemeinderabbinern gewählt: Dr. Jacob Freimann, Oberrabbiner von Posen; Dr. Freier, Prediger der Berliner Gemeinde; Dr. Levi, Rabbiner in Mainz; Dr. Emil Cohn, Prediger an der Grunewald-Synagoge zu Berlin; Dr. Martin Salomonski, akademischer Religionslehrer der Berliner Gemeinde; Dr. Carlebach. Oberrabbiner von Altona. Die Delegiertenversammlung des „Internationalen Schriftsteller-Verbandes", die in Dijon getagt hat, wählte für die Jahre 1929—30 Professor Georg Bernhard, Mitglied des Reichstages und Chefredakteur der „Vossischen Zeitung", zum Präsidenten. — In Anwesenheit der drei Vorsitzenden des Gemeindevorstandes, Kommerzienrat Gerson Simon, Kammergerichtsrat Leo Wolfs und'Direktor Georg Kareski, sowie des Vorsitzenden der Repräsentantenversammlung, Geheimrat Dr. Julius Stern, wurde am 28. 10. die Grundsteinlegung für die neue Synagoge in der Prinzregentenstraße vorgenommen und die Bauurkunde ein-, gemauert. — Am 30. 10. fand eine Versammlung der „Gesellschaft für jüdische Familienforschung" statt, bei der der Leiter der Kunstsammlung der jüdischen Gemeinde, Dr. Karl Schwarz, einen Vortrag mit Lichtbildern über das Thema „Die jüdische Familie in der Kunst" hielt. — Am 4. 11. fand die vom Telegiertentag in Breslau beschlossene erste Konferenz der Ortsgruppenvorsitzenden der „Zionistischen Vereinigung für Deutschland" statt, die sich mit den Fragen der Ortsgruppenarbeit und dem Arbeitsprogramm des kommenden Winters beschäftigte. — Breslau. Am 22. und 23. 10. fanden die Tagungen des Gesamtvorstandes des Jüdischen Frauenbundes unv des Provinzialverbandes für Nieder- und Oberschlesien in Anwesenheit der Vertreterinnen vieler jüdischer Frauenvereine des In- und Auslandes statt; es wurden besonders Fragen des Kinder-, Mädchen- und Frauenschutzes behandelt. — Burgpreppach. Zum Distriktsrabbiner von Burgprevpach wurde Rabbiner Dr. Max Ephraim, bisher Lehrer an der Israelitischen Religionsschule in Frankfurt a. M., gewählt. — Essen. Im Alter von 73 Jahren verstarb der hervorragende Vertreter der deutschen Philosophie der Gegenwart und ehemalige Richter, Ernst Marcus^ einer der besten Interpreten der Philosophie Kants und ein überzeugungstreuer Jude. — Königsberg i. Pr. An Stelle

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