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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1928-12-01 · 4 (12.1928) · p. Seite 99

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
7 (1928-1929)
Issue
4 (12.1928)
Date
1928-12-01
Page
Seite 99 (sequence 7)
Language
German
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Wirtshaus (deren es in der Judengasse 2 gab), um bei einigen Schoppen Wein die Gesellschaft zu genießen. Besonders der Sonntag war für diese Zusammenkünfte bestimmt, da man an diesem Tage nicht in die Stadt gehen durfte, also genügend Zeit hatte. Unser Verfasser eifert sehr gegen diesen Brauch — nicht gegen das Weintrinken an sich, aber man solle dem Sabbat di^ Ehre geben; daß er selber kein Verächter eines guten Tropfens war, sieht man daraus, daß er es als löbliche Sitte erwähnt, daß die Reichen an Festtagen von ihrem „herrlichen Wein" den Thoragelehrten schicken, „womit sie ein wahrhaftes Gußopfer auf dem Altar darbrächten". Nach dem „Josif Omez" (aber auch nach dem von Kracauer im zweiten Band seiner Geschichte der Frankfurter Juden verwerteten Aktenmaterial) muß Spazierengehen am Main und überhaupt in der Stadt eine wahre Leidenschaft der Juden gewesen sein; «Wohl begreiflich bei der ungesunden Enge des Ghettos. Zu größeren Ausflügen wurden die Halbfeiertage des Pesach- und Sukkoth-Festes verwendet, ebenso die Neumond tage; Burschen und Mädchen zogen da gemein^ sam los, welchen Mißbrauch aber nnser Verfasser, als er im Gemeinderat saß, abzustellen wußte. — Wie eng und teuer der Wohnraum in der Judengasse war. sieht man z. B. daraus, daß Leute vom Mittelstand gelegentlich ihre Hansangestellte und ihren Studentenpensionär (s. oben) für die Nacht bei reichen Leuten, die über mehr Raum verfügten, unterbringen mußten, was von feiten des Logisgebcrs ein besonderer Liebesdienst war. Auch ^vermögende Leute verließen übrigens ungern das im Laufe der Jahrzehnte zu eng gewordene Haus; den Ort, wo man groß wurde und Erfolg gehabt hatte, soll man nicht mit einem anderen vertauschen. (-chluß solgt) O3L ^uiAabenZebiet 6er ^üäisclien VVokttakrtsptteZe Frankfurt a. /Vi. ist äie offene ^ursorZe in aUen üiren ^xvei^en. 99 Nobels jüdische Gedankenweli. Von Oskar Wolfsberg. Vorabdruck aus der demnächst bei I. Kauffmann Verlag, Frankfurt a. M., erscheinenden Schrift: Nehemias Anton Nobel, Versuch einer Würdigung. Bisher war von dem Redner und Sprachbildner Nobel die Rede. Diese außerordentliche Fähigkeit, die ja an sich einen Persönlichkeitswert von hohem Range darstellt und für sich allein schon den Mann hoch über den Durchschnitt emporgehoben Härte, würde keineswegs erklären, warum Nob e l als jüdischer Führer angesprochen werden kann. Gerade diese Sprachbegabung gehört großenteils der Entwicklung seiner Individualität durch die allgemeinen Kulturwer-te an, die er in sich aufgenommen hatte. Trotz großer Begabung, sich in der hebräischen Sprache auszudrücken, trotz seiner gediegenen Kenntnis der klassischen griechischen Sprache ist unzweifelhaft Nobels sprachschöpferische Leistung auf die deutsche Sprache beschränkt; ja, man kann sogar vielleicht sagen, daß die Besonderheit seines Schafsens auf diesem Gebiet weitgehend von den materiellen Kulturgütern der nichrjüdischen Kultur beeinflußt wurde. (Hier ist, wie überhaupt in Nobels Werden, in erster Reihe an Goethe zu denken.) Die Nolle, die Nobel als Jude spielte, muß also von Inhalten anderer Provenienz abhängen, die in diesen Rahmen der Sprache gespannt wurden, der Sprache, die allerdings dann wiedernm in den Dienst des jüdischen Geisteslebens, insbesondere der religiösen Belehrung, gestellt ivurde. Nobel als jüdische Persönlichkeit zu begreifen und durch Analyse die wesentlichen Faktoren zu eruieren, muß also die weitere Aufgabe sein. Bevor wir hier wiederum auf spezifische Begabungen und charakteristische Momente eingehen, muß ganz allgemein hervorgehoben werden, daß Nobel über außerordentlich weitgespannte. Kenntnisse der jüdischen Literatur im weitesten Sinne verfügte. Ohne diese Kenntnis betont iu den Vordergrund zn rücken, ist seine rednerische und literarische H?5M//M.- l-Zo S/Ses - «5?wM/kM5e/7 Me ^s//m<s^s/ 6^ö/?/s^ -6>SLe/' sm?/<sHs, Soe/HeMM /s Bas M»se Aatts em H,eM/-9eschM l-I 55 jlnk. Isni?) dir. LsenenneimerstraLe 5-7-9 lelekon I-I-IN8S 1269 keine Ks8e, Kutter, Lier keiner kienennonig LüLronmdutter äer ^olkelei Itter (0berke55en) HllsIitSt unerreicnt. Qröütes 8pe2islnsu5 keiner l.MMK«. »r «.«eize-«M unerreicnte^usvanl in gelier Preislage Loewenherz gesr.issi so-ch-fir»ß- ,z gcgr.i«si LÄifSivHiS i»U»r MM^^My ^ertI^8Qk^r> > 7- ' > ^He/-<?// L>//> IssulelSN * Solctsekmuck Zside? in r-sicliSl' /^swalil l_1mÄk-bSitSH slrsn SQlimuQkstücks CAM VW GUMM s 1- I f>l w S 1 O

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