Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 7 (1928-1929)
- Issue
- 4 (12.1928)
- Date
- 1928-12-01
- Page
- Seite 95 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Arrian 2× ep/1024741
- Lod 1× ep/1045074
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95 Ausdauer, bestärkt durch fanatische Begeisterung für ihre Sache, gaben den Buren genau dieselben Vorteile gegen die Engländer, deren sich Sie .Judäer gegenüber Ken Syriern erfreuten. Die Bureu scheiterten aus zwei Gründen. Es fehlte ihnen Nämlich die Fähigkeit zur Offensive im offenen Gelände, und zweitens waren ihre Erfolge Nur errNngen, solange England nicht imstande war, seine volle Stärke zu entfalten. Judüä litt Nicht unter der ersten Ursache; es litt uuter der zweiten. Als schließlich Syrien seine äußersten Hilfsquellen heranzog, wurde Judäa wieder genommen. Aber der wirkliche Triumph war errungen worden, bevor Inda selbst ars der Spitze einer Handvoll Leute auf dem verhängnisvollen Feld von Elasa fiel. Re l i g i ö s e F r e i h e i t war sein wahres Ziel, und dieses Ziel hat er für alle Zeit erreicht. Rom Mochte als vorübergehender Gewalthaber an die Stelle Syriens treten, aber Niemals Würden die Hebräer ihre geistige Autonomie aufgeben. „Menschlich gespockM", schreibt Mahafsy, „mögen wir es Antiochus IV. zu danken halben, daß er uns jenen eigentümlichen semitischen Typus gerettet hat, der Literatur und Politik der westlichen Welt so stark beeinflußte." Es ist also klar, daß wir die Kämpfe des Juda unter den „entscheidenden Schlachten" der Welt aufführen müssen. Döch Ker Sieg War sicher, sogar vovor Inda ins Feld giNZ. Ebenso wie em Flintenschuß auf Fort Sumtet den amerikanischen Bürgerkrieg beschleunigte und das Schicksal des Südens ankündigte, so leitete der Hieb des Mattathias auf den Beauftragten des Antiochus in Modin die makkabäische Revolte ein und sicherte ihren Erfolg. Nicht alle Zeloten Vollzogen sofort ihre Bereinigung mit Mattathias- Er und sein Häuflein wendeten sich Nach den offenen Hügeln, ein charakteristischer Zug für den Wagemut der Fcuriilie; die anderen suchten Verstecke in den Höhlen der Wildnis. Es waren diese anderen, die von dem niederträchtigen Angriff am Sabbatta zu leiden hatten; es war Mattathias, der Maßnahmen ergriff, um eine Wiederholung dieses Manövers zlt verhindern. Von seiner Eignung zur Führung überzeugt, warfen fortan die Chassidäer ihr Los zu dem seinen, und er machte Krieger aus Schreibern. Oder richtiger, sein ritterlicher Sohn tat es. Er verließ sich nicht auf rohe Aushebungen, sondern „bildete seine Leute zum Dienste aus", sagt der Verfasser des zweiten Makkabäerbuches. Im besonderen entwickelte er den Nachtangriff, den Arvian so stavk mißbilligte. Nachtangriffe waren im Burenkrieg verhängnisvoll, und durchaus mit Recht hat Arrian ihre Ablehnung durch Alexander gebilligt. Aber diese erfolglosen Nachtangriffe waren von eingefallenen Truppen gemacht, die das Land nicht kannten. Juda war in einem anderen Fall. Seine ersten örtlichen Erfolge, nach diesen Plänen gewonnen, waren so überraschend, sie waren so andauernd, daß die Syrier gezwungen waren, zu ernsthafter Gegenaktion zu schreiten. Demgemäß rückte Seron von Samaria her vor,, wandte sich ostwärts über Lydda, denselben Weg hinauf, wo Josua abwärts die Kanaaniter gejagt hatte, so lauge >die Sonne über Ajalon stillstand. Der Weg zwischen den Bet-Chorons ist rauh und steil, und Seron kam langsam vorwärts, langsamer als Juda wünschte oder angenommen hatte. „Wir für unser Teil sind ohnmächtig", murrten seine Leute, ,Haben wir doch heute noch nichts gegessen." Ein so offenbarer Mangel an Lebensmittelrationen mußte auf die unerwartete Erwägung von Serons Annäherung zurückzuführen sein. „Für unser Leben und unsere Gesetze kämpfen wir," rief Juda; und der Ausgang rechtfertigte den Adel seines Losungswortes. Den vorrückenden Feind auf beiden Seiten des Passes angreifend, warfen, die Judäer die Syrier in Unordnung, von der sie sich nicht NNZN TV^N.I -NV >w5 ^i?^!Z^l//!^aFSll^ „S/>6a/ //amaso/!" (/4,n5/e^a,n //n /t/^üm«?/- erholen konnten. Zwei Dinge sind klar. Inda rechtfertigte seinen Ruf äls Ergreifer der Offensive, und die Syrier waren untüchtig in der Führung des Bewegungskrieges: In der Tat brauchte die mazedonische Taktik, auf der die syrische Taktik beruhte, ausgenommen daß die Syrier Elefanten benutzten, was Alexander nicht tat, ebenen Raum für Kavalleriescharmützel, unterstützt durch die schweren Angriffe der Phalanx. Kein Anzeichen deutet «darauf hin, daß die Syrier diese Anordnungen wesentlich änderten, nm sich dem judäischen Gebirge gegenüber anzupassen. Alexander, wie Arrian uns erzählt, wußte, wo er seine starre Phalanx in Gebirgskämpfen aufzugeben hatte, wobei er sich seiner Bogenschützen trefflich bediente. In einem tiefen, waldigen Gehölz schickte Alexander seine Schleuderer vor; wir haben keine Angaben, daß die Syrier ähnliche Maßnahmen trafen, weder Bogenschützen noch Schleuderer sind irgendwo erwähnt. Auch die Römer kamen nur langsam dazu, ihre Taktik und Aufstellung den leichteren Numidiern unter Hanuibal anzupassen. Sonderbar genug: während die Syrier, gestützt auf griechische Militärtradition, für ihre Seite verkehrt handelten, handelt Juda für seine Seite richtig, indem er sich auf hebräische Militärtradition stützte. Die alten hebräischen Aufstellungen, mit ihren Führern für tausend, hundert, fünfzig ^^-^__und zehn Mann, die Leute mit leichteren Waffen versehen als die lange syrische Sarissa, ein Speer, der seinen Träger verhindert, den Feind von der Flanke zu fassen. Diese hebräische Aufstellung mit Bewaffnung war weit beweglicher und handlicher als die syrische. Auch waren die Judäer nicht durch ihre Zahl behiudert. Zahlenmäßige Ueberlegenhslt, wenn sie eine brauchbare Grenze überschreitet, ist keineswegs ein Vorteil in Tesilees. Daher war Seron gezwungen, sich Hals über Kopf zurückzuziehen uud erholte sich erst von dem Mißerfolg, als die offene Ebene erreicht war .... .... Antiochus führte den nördlichen Feldzug persönlich, weil dort größere Aussicht aus reiche Beute war. Er war in finanziellen Schwierigkeiten, uud die persischen Tempel waren bisher geschont worden. So wenig waren sie bei früheren Einfällen beraubt worden, daß sogar die früheren Ein-- dringlinge die reichen Vorräte an Edelmetall in Elymais und anderwärts vermehrt hatten. Auf der anderen Seite hatte Antiochus selbst Jerusalem bereits geplündert, uud dort war nicht mehr viel zu holen. Seine Generale hatten in der Tat nur die Hoffnung, dadurch aus den judäischen Feldzügen Geld zu erlangen, daß sie die bereits als sicher angenommenen Gefangenen als Sklaven verkauften. Aus diesem Grund, obwohl wir uns gut vorstellen können, daß er vorgezogen hätte, selbst gegen den Emporkömmling Juda vorzugehen, übertrug Antiochus die Führung des judäischen Feldzuges seinem Vizekönig Lhsias. Lhsias hatte einige anziehende Eigenschaften: Im letzten Ende respektierte er religiöse Freiheit wie ein ritterlicher Gentleman, während er gleichzeitig wie ein erfahrener Soldat zu Feld zog. Das Borgehen der beiden Generale des Lhsias, Nikauor und Gorgias, werden wir nicht im einzelnen -verfolgen. Aber ein Detail ist interessant. Ich habe es bereits erwähnt. Mit der neuen syrischen Armee kam eine Gruppe von Sklavenhändlern von der Küste, versehen mit Bargeld und Fesseln. Sklaveichandel war ein regelmäßiger Bestandteil des phönizifchen Handels, und die Syrier begriffen, daß sie als Preis für die gefangenen und verkauften Israeliten aus diesen Händlern genug Geld herausziehen könnten, um den überfälligen römischen Tribut zu zahleu. Nikauor war der Urheber dieser liebenswürdigen Idee, denn er trug, wie eine unserer Quelleu sagt, Israel eineu tödlichen Haß uach, der mit gleicher Feindseligkeit erwidert wurde.