Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 7 (1928-1929)
- Issue
- 3 (11.1928)
- Date
- 1928-11-01
- Page
- Seite 60 (sequence 12)
- Language
- German
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60 Theologen und Lebramtsbeflissenen zugänglich macht; seinen Anregungen folgten die Begründer der Königswarter-, Odrell-, Kahn- und Rießerschen Stipendienstiftungen, sowie der hochherzige, ihm eng befreundete Louis Mayer Maas bei Einrichtung ihrer Vermachtnisse für die Jugend unserer Gemeinde und Stadt; er war der geistige Urheber der Sigismund Sternschen Waisenstiftung, die Waisenknaben eine gute Erziehung ermöglichen sollte. Er hat diese Knaben selber betreut und die gleiche Fürsorge den hilflosen Mädchen zugewandt, die im Waisenhaus des „Israelitischen Frauenbereins" vereinigt sind. Er hat nicht nur ihre Jugend, sondern auch die folgenden Jahre ihrer Entwicklung mit väterlicher Treue überwacht. Denn was er tat, das tat er ganz. So war diese Persönlichkeit. Wie sein Aeußeres hochragend, würdevoll und fest, das schöne Haupt frei aus breiten Schultern, das Antlitz mit der klaren Stirn, dem forschenden Blick, dem energischen Mnnd, so war auch sein Wesen zielsicher und ftlbstgewiß, erfüllt vom ehernen Gesetz der Pflicht und von dem Bewußtsein der Kraft, durch Arbeit an sich selbst sein Dasein gestalten zu können. „!'riinum inoipers a. ss ipso." — E:n ganzer Mensch. Amtliche Anzeigen des GemeindevorffandS Anleiheablösung. Die Ablösung sämtlicher bei uns eingereichten Stücke unserer Schuldverschreibungen von 1900, 1908 und 1921 ist nunmehr durchgeführt. Von den Schuldverschreibungen der Anleihen von 1908 und 19^1 sind noch kleine Teilbeträge im Umlauf, die bisher nicht angemeldet oder eingereicht worden sind. Wir fordern die Inhaber dieser Schuldverschreibungen letztmalig auf, bis spätestens 15. Dezember 1928 ihre Schuldverschreibungen bei uns einzureichen, widrigenfalls ein Anspruch auf Ablösung nicht mehr anerkannt werden kann. Frankfurt a.M., den 30 Okt. 1928 Vorstandder Fahrgasse 146 Israelitischen Gemeinde Ausschreiben Auf der chirurgischen Abteilung unseres Krankenhauses (Chefarzt Dr. Altschüler) ist die Stelle des etatmäßigen Volontärassistenten sofort Zu besetzen. Meldungen an den Vorstand der Israelitischen Gemeinde, Frankfurt a. M., Fahrgasse 146. Ausschreiben. Die Ritualkommission beabsichtigt, eine erstklassig geführte Restauration unter ihre Aussicht zu nehmen. Tatkräftige Förderung seitens der Gemeinde ist in Aussicht genommen. Unternehmer, die den Nachweis erbringen können, daß sie befähigt sind, eine solche Restauration zu führen, wollen sich unter Angabe von Referenzen an die Ritualkommission der Israelitischen Gemeinde, Fahrgasse 146, wenden. Vorstand der Israelitischen Gemeinde Mazzosbestellungen. Die maschinelle Anlage der Bäckerei der Gemeinde ist im laufenden Jahr noch weiter vervollkommnet worden und entspricht nunmehr den höchsten technischen und hygienischen Anforderungen. Der Betrieb wird in den nächsten Tagen voll aufgenommen. Bestellungen auf Mazzos werden bei den unter Aufsicht der Ritualkommission stehenden Bäckereien (s. Verzeichnis am Schluß des redaktionellen Teils) entgegengenommen. Vorstand der Israelitischen Gemeinde Ssgldt. ksm.su. kssssrsn. vvis /«kuknever^Xaffse An die Leser. In jeder Nummer des Gemeindeblatts sind viele leistungsfähiae Firmen mit Anzeigen ihrer Erzeugnisse verzeichnet. Unsere Gemeindemitglieder bitten wir, das Gemeindeblatt dadurch zu fördern, daß sie bei Einkäufen, bei Vergebung von Arbeiten und dergleichen unsere Inserenten berücksichtigen und hierbei auf die Anzeigen in unserem Blatt Bezug nehmen._ Friedhofsamt. Bei vorkommenden Sterbefällen ist umgehende Benachrichtigung des Friedhofämtes oder des Beerdigungskommissars Herrn Sally Adler bezw. Sally Grünebaum, Fernsprecher Carolus Nr. 43438, >erforderlich. Soweit die behördlichen Formalitäten (ärztlich ausgefüllter-Todesschein, Anmeldung beim zuständigen Polizeirevier und Standesamt) nicht erledigt werden können, wird dies auf Wunsch vom Friedhofsamt besorgt- Die Vorlage dieser Dokumente ist Vorbedingung für die Festsetzung der Beerdigung.__ Das Friedhofsamt der Israelitischen Gemeinde übernimmt die Neuanlage, die dauernde und jahrweise Pflege von Gräbern jeder BePflanzung auf den Friedhöfen der Gemeinde. Auskunft erteilt der Friedhofsverwalter, Rat Beilstraße, und das Gemeindebüro, Fahrgasse 146, Zimmer 37. Fachmännische Beratung und Kostenberechnungen werden gebührenfrei zur Verfügung gestellt. _ Sprechstunden der Gemeinderabbiner. Rabbiner Dr. Hoffmann, Börneplatz 16, Fernspr. Hansa 2024, nachm. 3—4 Uhr Rabbiner Dr. Horovitz, Staufenstr. 30, Fernspr. Maingau 77 963, nachm. 4Z4—556 Uhr (außer Mittwoch) Rabbiner Dr. Lazarus, Cronberger Str. 30, Fernspr. Maingau 79 432. nachm. 3—4 Uhr Rabbiner Dr. Salzberg er, Eschersheimer Landstr. 67, Fernspr. Hansa 9945, nachm. 3^—4^ Uhr Rabbiner Dr. Selig mann, Friedrichstr. 29, Fernspr. Maingau 71124, nachm. 5—6 Uhr. Andere Sprechzeiten können telephonisch vereinbart werden. Gemeindebibliothek (Börnestraße 54). Bücherausleihe: Montag bis Donnerstag 12—13, 16—17 Uhr Freitag und Sonntag 12—13 Uhr. Lesezeiten: Dienstag und Donnerstag 19—21 Uhr Freitag nach Schluß des Gottesdienstes bis 19 Uhr Samstag und Sonntag 10.30—13, 15.30—18 Uhr. In der vorliegenden Nummer beginnt der Abdruck des Sachkatalogs der Gemeindebibliothek, und zwar zunächst der Bestände jüdischen Inhalts. Museum jüdischer Altertümer. Fahrgasse 146. Besuchszeiten: Sonntags vorm. 10—1 Uhr und Werktags nachm. 3-4 Uhr. Aus der Gemeindevertretung. Sitzungsbericht vom 28. September 1928 von Bürodirektor I. Meyer. In Gegenwart von 29 Gemeindevertretern und 5 Mitgliedern des Vorstandes eröffnete der Vorsitzende, Herr Dr. Richard Merzbach, die Sitzung. Es werden zunächst Ersatzwahlen in die Ritualkommission und in den Vorstand der Bockenheimer Synagoge vorgenommen, sowie Vertreter in den neu zu bildenden Vorstand der „I ü dische n-W ö h l f a h r t s p fle g e" entsandt Hierauf wird in die Beratung eines Antrages auf Erhöhung der in den Etat für 1928 eingestellten Position „Jugendpflege? von Mk. 3600— aus Wck. 10 000— eingetreten. Die Finanzkommission hatte sich bereits mit der Angelegenheit befaßt und schlägt vor, Subventionsbeträge von Mk. 200.— bis ML. 1200.— an 13 Jugendvereine für das laufende Rechnungsjahr zu bewilligen. Aus der Versammlung erfolgen weitere Anträge und Anregungen, u. a. ein Antrag auf Subventionierung der Jugendgruppe des Jüdischen Frauenbundes, bezüglich deren die Kommission einen ablehnenden Standpunkt deshalb eingenommen^ weil sie die Unterstützung diefer Jugendgruppe als eine reine oziale Angelegenheit, also in die Kompetenzen der Kommission für oziale Fürsorge gehörig betrachtet hatte; Frau Forchheimer widerspricht dieser Auffassung. Ein zweiter Antrag seitens der Herren Dr. Hoffmann und Dr. Freimann betrifft die Schaffung einer Verbindungsinstanz zwischen der Gemeindevertretung und den, Jugendorganisationen, einer Art Jugendamt, wie es anderwärts