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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1928-08-01 · 12 (8.1928) · p. Seite 376

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
6 (1927-1928)
Issue
12 (8.1928)
Date
1928-08-01
Page
Seite 376 (sequence 8)
Language
German
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Aus den Gemeinden. Bamberg. Am 17. und 18. Juni hielt der Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden seine diesjährige Tagung ab, die durch einen Festakt im Kaisersaal der Residenz eröffnet wurde. Nach Begrüßungsansprachen verschiedener Verbände und Organisationen berichtete der Präsident des Verbandes, Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer-München, über die Tätigkeit des Verbandes im Jahre 1927. Er bezeichnete hierbei die Aufhebung der Vereinigung „Amici Israel", bei welcher Gelegenheit der Papst den Antisemitismus verurteilt habe, als eine denkwürdige geschichtliche Tatsache. -«In der Folge wurde bei den sachlichen Beratungen u. a. der Reichsverbandsentwurf angenommen. — Berlin. In einem Artikel der „C. V.-Zeitung" behandelt Moritz A. Loeb (Berlin) den Boykottjüdischer Angestellter in Deutschland. In diesem Aufsatz wird erwähnt, daß weder die Rcichsbank in Berlin noch die Frankfurter Bank Juden als Beamte anstelle. Auch in der chemischen Industrie, vorzüglich in dem größten chemischen Unternehmen Deutschlands, der I. G. Farbenindustrie in Frankfurt a. M^, können Juden heute kaum noch unterkommen. Es dürfe daran erinnert werden, daß der Ahnherr eines der jetzigen Leiter dieses Unternehmens der jüdische Kaufmann Bernhard Weinberg aus Escheberg in Kurhcssen war, der vor 70 Jahren in die von dem Friedberger Kaufmann David Loeb Cassel in der Frankfurter Judengasse ins Leben gerufene Firma Leopold Cassella^Co. einheiratete. — Der Legationsrat im Deutschen Auswärtigen Amt, Professor Dr. M. S o b e r n he i m, ist mit der Leitung des Deutschen Generalkonsulates in Neapel für die Dauer der Abwesenheit des gegenwärtigen Generalkonsuls betraut worden. — Wie alljährlich hat die Gesellschaft für Gesundheitsschutz der Juden „Ose" auch in diesem Jahre in Berlin- Grunewald T a ge s k o I o n i e n für arme Kinder von aus Osteuropa stammenden Juden eröffnet. — Der hervorragende Theaterdirektor und Bühnenreformer Erwin Piscator hat das Drama des in Berlin lebenden jiddischen Dichters David Bergelsohn „Die Mühle" zur Aufführung angenommen und für die Darstellung der Hauptrolle Rudolf Schildkraut verpflichtet. — Der Professor für neutestamentliche Theologie am Herder-Institut zu Riga, Dr. Lic. Jeremias, wurde als außerordentlicher Professor und Leiter des „Jnstitutum Judaicum" an die Berliner Universität berufen. — Anläßlich der Anwesenheit des Kanzlers der Hebäischen Universität zu Jerusalem, Dr. I. L. Magnes, fand in Berlin unter dem Vorsitz von Prof. M. Sobernheim und im Beisein von Dr. Magnes eine Besprechung jüdischer Gelehrter statt, in der Dr. Magnes detaillierte Aufklärungen über die Ausgestaltung der hebräischen Universität, besonders des Instituts für judaistische Studien, und über die Gründung anderer Institute gab. — Die Berliner Mische Gemeinde hat den Friedenstempel in Halensee gekaust, um ihn als Gemeindesynagoge zu verwenden. — In einer vielbeachteten Rede kündigte der preußische Minister des Innern, Grzesinsky, Erleichterungen für die Aufenthaltsberechtigung der Ausländer an; es handelt sich hierbei um eine liberale und großzügige Reform des Fremdenpolizeiwesens, dessen unzählige Vorschriften zu einer einheitlichen Verordnung zusammengefaßt werden sollen. — Am 13. Juni sand die erste Sitzung des neuen vergrößerten Siedlungsausschusses des „Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten" statt, dem prominente Führer aus dem Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden, aus der Berliner jüdischen Gemeinde und aus den großen jüdischen Organisationen Deutschlands angehören. Nach Konstituierung des erweiterten Ausschusses wurde beschlossen, die Arbeit mit erneuter Kraft fortzuführen. — Am 20. Juni beging der Nomanschriftsteller Walter Bloem, der in seinem Roman „Brüderlichkeit" den Antisemitismus bekämpft hat, seinen 60. Geburtstag. — Am 24. Juni, dem Todestag Walter Rathenaus, wurde die „Walter Rathenau - Ge s.e llschaf t" begründet, die im Sinne' Rathenaus für die Beachtung der kulturellen und politischen Aufgaben des Staates wirken und das Vermächtnis der Rathenau-Stiftung lebendig erhalten soll. — Die Repräsentantenversammlung der Berliner jüdischen Gemeinde beriet in ihrer Sitzung vom 28. Juni den Etat für das Jahr 1928, der sich auf ungefähr Mk. 10 Millionen beläuft. Der Etat des Wohlfahrtsamtes der jüdischen Gemeinde, der den stärksten Anteil am Gesamtetat hat, beträgt etwa 6 Millionen Mark und soll durch Steuern — die Steuerquote ist auf 10 A der Neichseinkommensteuer festgesetzt worden — eingebracht werden. Zum ersten Male wurde ein Posten für Jugendpflege in Höhe von Mk. 30 000 eingesetzt. — Am 9. Juli wurde der Verein „Jüdische Pres s e" gegründet, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Berufs- und Standesinteressen der an der jüdischen Presse tätigen Journalisten zu wahren. — Duisburg. Zum Vorsitzenden des Vorstandes der Gemeinde wurde das einzige liberale Vorstandsmitglied, Herr Theodor Lauter, gewählt. — Düsseldorf. Auf Anregung eines Stadtverordneten der Zentrumspartei soll das Heine- Haus zur Erinnerungsstätte an den Dichter umgewandelt werden. Die elterliche Wohnung des Dichters soll-in ihren früheren' Zustand versetzt werden. — Ibbenbüren (Westfalen). Am 24. Juni ist der hiesige jüdische Friedhof zum drittenmal von Verbrechern heimgesucht worden; es sind fünf Grabsteine, darunter ein Kindergrabstein, umgeworfen und teilweise zerstört worden. — Köln. Die beiden Synagogengemeinden K"lns haben dieser Tage den zu einer Erinnerungsstätte umgewandelten, noch aus der Römerzeit stammenden, jüdischen Friedhof am Bonner Tor in Besitz genommen. — Krefeld. In der letzten Sitzung der Repräsentantenversammlung wurde der Haushalt der Synagogengemeinde Krefeld für das Jahr 1928 festgesetzt; er stellt sich in Einnahmen und Ausgaben auf 105 983 Mark. Durch Beiträge der Gemeindemitglieder werden 99 783 Mark aufgebracht, das sind 10?5 der im Jahre 1927 entrichteten Reichseinkommensteuer. — Magdeburg. Der ehemalige Lehrer und jetzige pädagogische Schriftsteller Dr. Moritz Spanier beging am 2. 7. seinen 75. Geburtstag. — Mainz. Am 1. 7. fand die Tagung des Landesverbandes der israelitischen Religions-Gemeinden Hessens statt; wie aus dem von Kommerzienrat Mayer erstatteten Geschäftsbericht hervorgeht, hat sich im ersten Geschäftsjahr die Zahl der Verbandsgemeinden von 85 auf 121 erhöht. — Mannheim. In der Sitzung der Gemeindevertretung vom 25. 6. wurde die Steuer auf 6 Pfennige von 100 Mark Gemeindesteuerwert festgesetzt. — Nürnberg. Am 12. 6. feierte Rabbiner Dr. Freudenthal seinen 60. Geburtstag. — Oppeln. ' Zum Nachfolger des verstorbenen Gemeinderabbiners Dr. Braunschweiger wurde Rabbiner Dr. Lothar Lubasch, der bisherige zweite Rabbiner der Hamburger Tempelgemeinde, gewählt. Nütien SS« «Isn dvrünmtsn 7ck»»»ic»- u. LZz«o»«ex.5ZU50»i. au5Vkkxaurvesiotitigen 8io meine 8vnaufensts?, prüfen Sie äi« prsiL« ». vlualitätsn. vvm gräMsn Zpesislnsus Sü«>«ß«u!s«KIsn«I» i.i neue ic«»nc 2«-3v Illttllttlttlltlll«!

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