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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1928-08-01 · 12 (8.1928) · p. Seite 373

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
6 (1927-1928)
Issue
12 (8.1928)
Date
1928-08-01
Page
Seite 373 (sequence 5)
Language
German
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in den Stand gesetzt, die Leiden der späteren Exile zu ertragen. Deswegen nannte der Ewige sich bei der Befreiung „Ich werde sein" (Ehje); das erklärten unsere Weisen: „Ich werde in diesem Unglück bei Israel sein, wie ich in späteren Nöten bei ihnen sein werde". Und deswegen lernten die Juden aus diesem Exil nicht nur die Demut, sondern auch das Vertrauen kennen. Bei. allen Verfolgungen sollen die Juden sich das Unglück unserer Väter vor Augen halten. Der Schmelzofen hatte die Aufgabe, uns Demut und Vertrauen zu lehren. Wenn wir darauf achten, werden alle Verfolgungen uns nicht vernichten können. Unsere ersten Väter, die aus Kanaan nach Aegypten zogen, wußten, daß sie Fremde waren. Sie wurden als Fremde geachtet und gingen nicht in üppigen Kleidern einher. Die Aegypter schätzten sie und waren nicht neidisch auf ihren Reichtum. Nachdem sie aber gestorben waren, betrachteten ihre Kinder Aegypten als ihr eigenes Land und kleideten sich stolz und prunkvoll, so daß die Aegypter neidisch auf sie wurden. Da wurden die schlimmen Gesetze erlassen, und sie mußten im Fron arbeiten. So kam es zu den vielen Verfolgungen und schließlich zur Vertreibung. Die gleiche Ursache verlängert und erschwert unser jetziges Exil. Wenn wir, Vertrieben und verfolgt, in ein fremdes Land kommen, hat Gott Gnade und läßt uns zu Besitztümern kommen. Wenn dann aber die ersten gestorben sind, die die Drangsale des Manderns noch erlebt haben, werden die Nachkommen stolz und haben Freude an eitlem Tand, bis auch die Einwohner dieses Landes sie vertreiben." (Aus dem Hebräischen von C. C.) Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten. Von Dr. Steffen Kann, 1. Vorsitzender des Landesverbandes SüdwestdeutschlanÄ. Der Reichsverband jüdischer Frontsoldaten hat gerade in der jüdischen Öffentlichkeit nicht die Beachtung gefunden, die ihm als der zweitgrößten deutschen jüdischen Organisation überhaupt und nach seiner Bedeutung im Abwehrkampf im besonderen zukommt. Der NIF. umfaßt heute bei ca. 1000 Ortsgruppen 40 000 Mitglieder. Die Aufnahme in die Organisation erfolgt nach genauer Prüfung der Frontteilnehmerschaft des einzelnen. Der Organisation sind „Förderer" angeschlossen, die die Voraussetzungen der Kriegsteilnehmerschaft nicht erfüllen, die aber der Organisation des Bundes Interesse entgegenbringen. Die Kameraden Des Reichsbundes haben sich zusammengeschlossen, als nach Kriegsende die Lüge 'von der „Drückebergerei der deutschen Juven im Weltkrieg zur Verhetzung der Massen erfunden wurde. Der Neichsbund hat sich als vornehmste Aufgabe die Abwehr dieser unwahren Behauptungen zum Ziel gesetzt, in der Erkenntnis, daß nichts aufpeitschender auf die ungezählten Millionen deutscher Staatsbürger, die Verluste im Weltkriege zu beklagen hatten, wirken muß, als der Borwurf gegen einen Teil der Bevölkerung, daß er seine Pflicht 373 und Schuldigkeit in der größten Not des Vaterlandes nicht erfüllt habe. Der Reichsbund bedeutet die lebenÄe Statistik der jüdischen Kriegsteilnehmerschaft. Der Reichsbund hat durch Zusammenfassung des statistischen Materials den Beweis erbracht, daß die Juden in gleicher Weise ihre militärische Pflicht erfüllt haben, wie jeder andere Teil der Bevölkerung, und daß die Zahl der 12 000 gefallenen Juden ein Blutopfer darstellt, das hinter dem der anderen Bevölkerungsschicht nicht zurücksteht. In tausend Versammlungen, in unzähligen Propagandaschriften, in jüdischen Versammlungen und in allgemeinen Versammlungen hat der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten durch Aufklärüngsvorträge den wahren Sachverhalt dargelegt und Hunderttausende zur Erkenntnis der Wahrheit zurückgeführt. Ueber diesen für den Bund wichtigsten Punkt des Abwehrkampfes hinaus hat der Reichsbund den Abwehrkampf gegen den Antisemitismus auf bester Grundlage aufgenommen. Was dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten die außerordentliche Sympathie aller jüdischen Kreise und Schichten und — wie mit Recht gesagt werden kann — auch der kameradschaftlich gesinnten nichtjüdlschen Kriegsteilnehmer eingetragen hat, ist die unbedingte deutsch-politische, jüdisch-politische und religiöse Neutra l i t ä t, die er sich zur ersten Pflicht gemacht hat. Tie deutschwlitische Neutralität bedeutet natürlich nur, daß der Reichsbund einen Mitgliedern vollkommen freistellt, zu welcher Partei sich ihre politischen Neigungen wenden. Das bedeutet aber keinesfalls, daß er nicht mit aller Entschiedenheit den Kampf gegen diejenigen Parteien aufgenommen hat, die sich in irgendwelcher Form die Bekämpfung des deutschen Judentums, sei es in staatsbürgerlichen oder religiösen Beziehungen, zur Aufgabe gestellt haben. Was die Neutralität in jüdischen Dingen anbelangt, so ist die Plattform des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten so groß, daß Angehörige aller jüdisch-politischen und religiösen Gesinnungen dort Unterkunft finden können. So setzt sich zum Beispiel der Vorstand der 100" Kameraden umfassenden Frankfurter Ortsgruppe des NIF. aus Orthodoxen und Liberalen, aus Zionisten und Centralvereinlern, aus Angehörigen aller sozialen Schichten zusammen, ohne daß es im Laufe der Jahre auch nur zu der geringsten Mißstimmung gekommen ist. Während außerhalb des Neichsbundes der Kamps der jüdischen Geistesrichtungen zum Teil mit einer Erbitterung geführt worden ist, die unzweifelhaft der jüdischen Gesamtsache geschadet hat, hat im Reichsbund unbedingte Geschlossenheit bestanden, weil auf die Auffassung und Einstellung eines jeden einzelnen Rücksicht genommen worden ist. Ueber den Abwehrzweck hinaus hat sich der NIF. die Unte rstützung notleidender Kameraden, die Hilfe für die Kriegswitwen und Eltern von Kriegsgefallenen zur Pflicht gemacht. Es ist neben einer Stellenvermittlung eine Kameradenhilfe geschaffen worden, die in einem einzigen Jahre über 100 Kameraden allein in Frankfurt in diskreter und kameradschaftlicher Form Hilfe in Zeiten wirtschaftlicher Not hat angedeihen lassen. Der Vorstand des Reichsbundes hat stets den Standpunkt vertreten, daß es keine bessere Kameradichast gibt, als die Hilfe der Allgemeinheit gegenüber dem Einzelnen, der dieser Hilfe bedarf. Altbekanntes 8pe2isltiau8 keiner IMrimeii. ll» ii.»ei5e-kiNieii unerrekcnte ^usivslil in jeäer Preislage Loewenherz gegt.1881 Goethestraße 15 gegt.1881 Das Lrot kür?u«l««?kesnl«v u. »<»g«i»iai«Ivn«ß« „Kuktus Kfakambrot" tZZIick kri8cn ernsltlicn in 6er LZckerei 5. VLK«Z5«a5I»ß H«>stt»vrtstrsas Sd IZsstsmpk. MMslieiH alleinst., snxeri. ^euss., perk. i. xes. riausvegen, Slän^en^ be«an<Zerr/ Z. 3. oesterr. Kücne, suckt Wirkungskreis in krsusnlossn, i-Isusnslt. I?ek. erster rjiiuser vorli. Tusckrikten unter Q S304 an /Xnnonosnms^sr k>snkku?tmsin <5chÜPWs-5/7 /a FMe/l-MAvm/se /T/O^S/T/e?S/^6/? (5aöö/?^e//L/6^/e/7? Ase/HeLwFe /5 Vi7«5 9tZV«5 e//7 «5MM/-Sesch6//.

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