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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1928-07-01 · 11 (7.1928) · p. Seite 347

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
6 (1927-1928)
Issue
11 (7.1928)
Date
1928-07-01
Page
Seite 347 (sequence 11)
Language
German
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347 deutschen Juden hat zunächst aus eigenen Mitteln einen Betrag für die durch die Erdbebenkatastrophe geschädigten bulgarischen Juden bewillig! und ist bemüht, weitere Mittel zu beschaffen. — Am 15. und 18. 5. fanden in Berlin >die Plenarsitzungen der Zentralverwaltung des Verbandes „Ort" statt; es 'wurde'eine Reihe von Beschlüssen aus den Gebieten der Organisationsarbeit und der Propaganda-Tätigkeit gefaßt. — Bei den am 20. 5. durchgeführten Neichstagswahlen wurden zwei Juden, der Chefredakteur der „Vossischen Zeitung" Professor Georg Bernhard und Dr. Ludwig Haas, die auf der Liste der „Deutschen Demokratischen Partei kandidiert haben, in den Reichstag gewählt. Professor Bernhard wurde auch auf der Kolner Tagung des „Neichsverbandes der deutschen Presse" zum ersten Vorsitzenden ernannt. — Am 29. und 3t). 5. fand in Berlin die Jahresversammlung des Allgemeinen Nabbinerverbandes in Deutschland unter Leitung seines Vorsitzenden, Rabbiner Dr. Baeck, statt. Während die Ätzung des ersten Tages Äer Erstattung und Besprechung des Geschäftsberichts diente, lautete das Thema des zweiten Tages „Die Forderungen des Judentums für die Gestaltung des Lebens . Nach einer einleitenden Rede des Vorsitzenden über Recht und Pflicht des Rabbiners, zu -den großen sozialen Fragen Stellung zu nehmen, und nach Begrüßungsansprachen seitens verschiedener Organisationen und Verbände wurden über folgende Fragen Referate erstattet: Ueber Wirtschafisethik (Lewkowitz-Berlin und Arthur Lewy-Berlin), über Bodenreform (Salzberger-Frankfurt a. M.) und über Bevölkerungspolilik (Eschelbacher-Düsseldorf). — Am 31. 5. feierte der Vorsitzende des Vorstandes der Berliner Jüdischen Gemeinde, Kommerzienrat Gerson Simon, seinen 70. Geburtstag. — Am 5. 6. veranstaltete die sogenannte „Allgemeine Studentenschaft", die aus einer Koalition der Kommunisten mit den Nationalsozialisten und völkischen Waffenstudenten besteht, vor der Universität eine Kundgebung zu den von ihr veranstalteten Wahlen, die in schwere antisemitische Ausschreitungen ausartete. — Die Verwaltung Äes Verbandes „Ort" halte am L. 6. die Vertreter der Presse zu einer Konferenz eingeladen, um sie über die Eröffnung neuer Aussichten ' des Aufbaus des jüdischen Wirtschaftslebens in Rußland zu informieren. — Zu Ehren des hervorragenden englischen Religionshistorikers und Vorsitzenden des „Wellverbandes für religiösliberales Judentum", Claude G. Montefiore, der am 6. 6. seinen 70. Geburtstag feierte, wird von den beiden großen deutschen religiös-liberalen Organisationen, der „Vereinigung für das liberale Judentum" und -der „Vereinigung der liberalen Rabbiner Teutschlands" eine Festschrift vorbereitet, die Montefiore bei der Eröffnung der liberalen Wel:konferenz am 18. 8. in Berlin überreicht werden soll. Außerdem ha: der Vorstand der „Vereinigung für das liberale Judeinum" beschlossen, Montefiore zum Ehrenmitglied zu ernennen. — Unter dem Vorsitz von Dr. James Simon begann am 7. 6. in Berlin eine Beratung der Exekutive des Verbandes der Emigrationsgesellschaften „Hlas-Jca-Emigdirect". — Bei dem Groß-Staffellauf Berlin—Potsdam, der am 10. 6. auf der Rennstrecke Berlin—Potsdam ausgetragen wurde, gelang es der Mannschaft des jüdischen Turn- und Sportvereins „Bar Kochba", im Hauptwettbewerb als Siebenter die Ziellinie zu passieren. Auch die Mannschaft des „Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten", Ortsgruppe Berlin, konnte einen schönen Erfolg davontragen. — Herr Berthold Israel, der Inhaber des Berliner Kaufhauses N. Israel, feierte am 12. 6. seinen 60. Geburtstag. — Bruchsal. Die Gemeinde Bruchsal hat die Notwendigkeit eingesehen, den nüchternen und wenig ansprechenden Synagogenräumen der Gründerzeit ein neues Gewand zu geben. Sie hatte in dem Maler Leo Kahn einen Meister gefunden, der es verstanden hat, dieser schwierigen Aufgabe unter Berücksichtigung traditioneller Ideen im Sinn der Gegenwart gerecht zu werden. Der bekannte Bildhauer Benno Elkan hat Geländer und Leuchter der Vorlcsungs-Estrade in bemerkenswerter und neuartiger Weise zu einem Schmuckstück der Synagoge gestaltet. Professor Spannagel hat wirkungsvolle Beleuchtungskörper hinzugefügt und so repräsentiert sich das Gebäude der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts im Gewände der Gegenwart und ihrer Errungenschaften. — Dresden. Am 27. und 28. ö. fand in Dresden die 7. ordentliche Delegiertentagung des „Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands" statt, deren Höhepunkt ein mit starkem Beifall ausgezeichneter Vortrag des Rabbiners Dr. Hahn-Essen über das Thema „Die jüdische Jugend im Weltjugendbund" bildete. Ueber die sachliche Arbeit in den jüdischen Jugendbünden sprachen Dr. Herzseld-Essen und H. Felsenthal-Düsseldorf. — Karlsruhe. Während im Jahre 192/ auf je 10 000 Katholiken in Baden 2,4 Scheidungen kamen, belief sich bei den Juden die Ziffer auf 1,7, bei den Evangelischen aus 4,4. — Kassel. Der völkische Agitator Elsner v. Gronow wurde von dem Göttinger Berusungsgericht wegen Beschimpfung der jüdischen Religionsgemeinschaft zu 300 Mark Geldstrafe an Stelle einer verwirkten Gefängnisstrafe von drei Wochen verurteilt, weil er in seiner Buchhandlung Bilder mit Texten ausgestellt hatte, die Ritualmorde darstellen. — Köln. Anläßlich der im Rahmen der „Pressa" veranstalteten jüdischen Kulturwoche hielt die „Gesellschaft für die Wissenschast des Judentums" ihre diesjährige Hauptversammlung in Köln ab. Den Festvortrag über das Thema „Die geistige Gestalt Moses Mendelssohns" hatte Dr. Fritz Bamberger-Berlin übernommen. Am 4. 0. sand in Köln eine Besprechung der Schriftleiter der verschiedenen Gemeindebläiter statt, die von Gemeinderabbiner Dr. Cohn-Leipzig einberufen war. Das Ergebnis der Tagung war die Einsetzung eines viergliedrigen Ausschusses, der eine Interessengemeinschaft''der Gemeindeblätter vorbereiten und die Wünsche der Schriftleiter den Gemeindeverwaltungen vorbringen soll. — Leipzig. Dank der Initiative und der Opferwi'lligkeit der Familie Eitingon konnte das jüdische Krankenhaus,in Leipzig, das erste jüdische Krankenhaus in Sachsen, eröffnet werden. — Im Alrer von 78 Jahren ist der hervorragende Alttestamentler, Geheimer Konsistorialrat Prof. Wilhelm Nowack, der früher an der Universität Straßburg wirkte, gestorben. Sein wissenschaftliches Hauptwerk ist das 1904 erschienene zweibändige „Lehrbuch der hebräischen Archäologie". — Lüneburg. In Lüneburg wurde im November 1927 die Synagoge von Nationalsozialisten beschmutzt. Die Täter wurden zu Gefängnisstrafen bis zu 7 Monaten verurteilt. — Marburg. Der außerordentliche Professor der Universität Marburg, Dr. Adolf Fränkel, ist als ordentlicher Professor der Mathematik an die Universität Kiel berufen worden. Professor Fränkel ist inzwischen eingeladen worden, den Lehrstuhl für Mathematik an der Universität Jerusalem zu bekleiden. — München. Im Alter von 59 Jahren verschied Plötzlich am «5s//g/?e Ke/eAe/che/k/ 5S. c5/ÄQ^ /<7. <?0/?s///?S-^6N'S/?- SöschemSen /e/^/-s/?c/sL c/s^/ssösL /'// ^sc/k'<?F<?/76^, oo/7?s/hms/7 (5//-6?/e/?c/esL/>?s, ^e/'S/'ös/'/l/NF c5?H e/-L/^/ssL/S M?. 7.90 Soe/AeMnFe /s Sss LiMFe <5MM/-S6sch6//. Altbekanntes Spexialnaus keiner lMMU Wer ».KM«-»!«» unerreicnte^uswanl in je6er Preislage. Loewenherz gegr.1881 Goethefiraße 13 gegk.1881 K6p4k?47Ul?ei>! u. ekSKI27eil_5 I für ^Iskmssekinsn, Lprseksppsrsts r^skrrscier aller L^stsms. Kr?USLiS, iVsse^Ä^ikSr i^risci bsrgsr l_an cistr. 54, Isl. Oaro1.47520

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