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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1928-06-01 · 10 (6.1928) · p. Seite 315

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
6 (1927-1928)
Issue
10 (6.1928)
Date
1928-06-01
Page
Seite 315 (sequence 11)
Language
German
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315 seiner Stellung zu anderen mit diesen Fragen vertrauten Vereinigungen beschäftigte. — In der Sitzung der Repräsentanten- Versammlung vom 20. 4. wurde Herr Landgerichtsrat Dr. Arthur Lilienthal, der Sohn des verstorbenen Iustizrats Leo Lilienthal, zum stellvertretenden Mitglied des Gemeindevorstandes gewählt. — Am 29. 4. wurde das Heim der „Sozial- Geselligen Bereinigung deutsch-jüdischer Berufstätiger" (S. G. V.) eingeweiht. — Unter dem Vorsitz von Herrn Rabbiner Dr. Baeck fand am 29. 4. die diesjährige Gesamtvorstandssitzung der Z e n t r a l w o h l f a h r t s ft e l l e der deutschen Juden statt, in der n. a. Herr Bankdirektor Wilhelm Kleemann ein Referat über das Thema „Gesichtspunkte, welche für die Errichtung der seit einiger Zeit in Berlin bestehenden jüdischen Kreditgenossenschaft maßgebend gewesen sind" hielt. Es wurde schließlich eine von Herrn Tietz (Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände) vorgelegte Entschließung zur tatkräftigen Förderung der jüdischen Gemeinde- und Jugendheime einstimmig angenommen. — Am 2. 5. verstarb im Alter von 60 Jahren der Rabbiner der jüdischen Gemeinde Herr Dr. Abraham Löwenthal, der sich besondere Verdienste um die Ausgestaltung und Ueberwnchung des gesamten Ritualwesens der Berliner Gemeinde erworben hat. — Am 5. 5. wurde in den Berliner Ausstellungshallen eine Schau „Die Ernäh r u n g" eröffnet, bei der auch die besonderen rituellen Ernährungsvorschriften illustriert und eine Tarstellung des jüdischen Speiserituals gegeben werden. — Kassel. Am 21. 4. fand im Antiken Saal des Hessischen Landesmuseums die Gründung eines Vereins „Jüdisches Museum" statt, der sich zur Aufgabe gestellt hat, die jüdischen Kult- und Kulturschätze der Provinz zu heben und der Allgemeinheit, wie dem wissenschaftlichen Studium zuzuführen. Nach erfolgreicher Durchführung der Sammlung jüdischer Kunst- und Kulturaltertümer hat dieselbe ihre dauernde Heimstätte als eine besondere Abteilung im Landesmuseum zu Kassel gefunden. — Köln. Unter gewaltiger Beteiligung von Kölner, sonstigen inländischen und ausländischen Persönlichkeiten, von Vertretern der Reichs- und Staatsregierungen, auswärtiger Staaten und vieler Behörden wnrde am 12. Z. in Köln die internationale P r e s s e a u s st e l l u n g eröffnet. — München. Das frühere Mitglied des New Yorker Bankhauses Kuhn, Loeb & Co., der jetzt in Murnau lebende vr. d. e. James Loeb, und ein anderer amerikanischer Jude, der Millionär Alfred Heinsheimer aus San Francisco, ermöglichten durch größere Geldspenden die Gründung und Fortführung der „Deutschen F o r s ch u n g s a n st a l t für Psychiatri e". — Der Verantwortliche Redakteur des nationalsozialistischen „Illustrierten Beobachters", Esser, der in seinem Blatt ein Bild des Gymnasiasten Winter aus Könitz veröffentlicht hatte, der im Jahre 1910 einem angeblichen Ritnalmord zum Opfer gefallen sein soll, und der ferner in einem Artikel behauptet hatte, der Talmud enthalte eine Verpflichtung zur Schändung nichtjüdischer Frauen und sei „eine verfluchte Sittenlehre", wurde von dem Münchener Schwurgericht zu einem Monat Gefängnis verurteilt: die Strafe wurde in eine Geldstrafe von 500 Mark umgewandelt. — Oppeln. Am 1. 5. ist nach schwerer Krankheit Herr Rabbiner Dr. David B r a u n s ch w e i g e r verstorben. — Stuttgart. Am 25. 4. konnte die „Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs" auf ein Jahrhundert ihres Bestehens als vom Staate anerkannte und bis 1912 im Sinne des Staatskirchentums auch geleitete Landesorganisation zurückblicken. — Wien. Oesterreich zählt im ganzen 32 Kultusgemeinden. Die Wiener Kultusgemeinde zählt allein mindestens 210 000 jüdische Seelen, während die 31 anderen Kultusgemeinden insgesamt etwa 25 000 jüdische Seeleu zählen. Niederösterreich hat 14, das Burgenland 10, Oberösterreich 2, Salzburg, Steiermark, Tirol, Kärnten und Voralberg haben eine jüdische Gemeinde. Zu der in der vorigen Nnmmer wiedergegebenen Meldung, daß mit der Ernennung des Herrn Dr. Jsi Kahn in Berlin zum portugiesischen Konsul zun: ersten Male seit 1590 ein Jude auf einen solchen Posten berufen worden sei, wird uns mitgeteilt, daß dies nicht den Tatsachen entspreche, denn Herr Anton Bachm a n n in Nürnberg sei in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ebenfalls portugiesischer Konsul gewesen. Anstalten und Vereine preußischer Landesverband jüdischer Gemeinden. Subventionsausschuß. A mtli ch. Am 8. Mai fand unter dem Borsitz des Herru Dr. Klee eine Sitzung des Subvcntions-Ansschnsses statt. Die Tagesordnung umfaßte etwa 60 Punkte, die nach eingehender Beratung sämtlich erledigt werden konnten. Ausführlich wurde über die Gewährung von Stipendien zum Zwecke der Lehrerausbildung gesprochen. Der in dem Hanshaltsplan für 1928 vorgesehene Betrag wnrde restlos verteilt. Es erhalten nunmehr auch Schüler der Pädagogischen Akademie in Frankfurt a. M. neben denen des Kölner und Würzburger Lehrerseminars sowie der Präparandenanstalt in Höchberg laufende monatliche Zuschüsse. Insgesamt handelt es sich etwa um 20 Beihilfen. Wiederum konnte der Ausschuß für 10 im Ruhestand lebende Lehrer oder Lehrerwitwen laufende monatliche Richegehaltszuschüsse neu bewilligen, während in vier Ausnahmefällen" einmalige Unterstützungen beschlossen wurden. Außerdem erfolgte eine Reihe Weiterbewilligungen schon früher gewahrter Zuschüsse. Sodann erhielten drei Rnhestands- und Flüchtilingsrabbiner sowie zwei Rabbinerwitwen monatliche Zuwendungen. In fünf Fällen konnten leistungsschwachen Gemeinden Beihilfen zur Instandsetzung ihrer Synagogen, Friedhöfe oder sonstigen Kultuseinrichtungen gewährt werden. Einer bedürftigen Gemeinde wurde die Erstattung der Kosten für den Hilfsvorbeter an den hohen Feiertagen bewilligt, einer anderen die zugesagte Beihilfe für die Aufrechterhaltung der Schechita erhöht. Zwei Gemeinden wurde die Rückzahlung von fälligen Darlehen weiter gestundet unter der Bedingung der sofortigen Tilgung eines kleinen Teils des Darlehns. Die Teilnahme an einem Lehrersortbildungskurfus wurde durch einen Zuschuß erleichtert. Der Gefellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler wurde ein einmaliger größerer Betrag zur Vefügung gestellt.?eppic«e ctsutsons unci orisntal. alls (ZröiZsn nvsei.5?<>??e allsr ärtsn in rsiolistsr ^uswatil aus Kollektion iZsrnnsimsr-IVIünensn. ^IIs smsonl. ^rtiksl. l^rin^io: k?ss!l, gut unci vrsiswsrt. Otto lXrsutksim Sps-ialfacnmann fllr l'sppions uncj IV!ödsl»toffs?slv»on »ßsnss 3211!SI«ii«iI»n»!r»il»e 12 e?e sai.u«a«5 7«eicico «l. i n o >. e u 05K0k/MM8-8I0fft- «Zv7«ei«n ttanss 1383.?I?äI>I»(«-Us?I «VI., Qr. QsIIusstfaiZs 1 K088«^KXI 25

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