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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1928-05-01 · 9 (5.1928) · p. Seite 288

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
6 (1927-1928)
Issue
9 (5.1928)
Date
1928-05-01
Page
Seite 288 (sequence 16)
Language
German
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288 möglich sein dürste, tiesere Kenntnisse aus den Quellen unseres heiligen Schrifttums zu sammeln. Ter Unterricht wurde von 17 Dozenten erteilt. Besonderer Dank gebührt Herrn Rabbiner D r. H o ffma n n dafür, daß er trotz seiner starken Inanspruchnahme es sich nicht nehmen läßt, die Thillim-Borträgc, die Porträge am Samstag nach Mincho für junge Leute usw. zu halten, die sich ganz besonderer Beliebtheit erfreuen. Wie alljährlich wurden während der Sefi r a - Zeit allabendlich X Stunde vor Nacht in den Synagogen am Börneplatz und am Hermesweg Scm'urim gehalten. Die Freitagabend- Vorträge sind geradezu zu einem Bedürfnis geworden und erfreuen sich eines' besonders guten Befuchcs von Damen und Herren. Wie alljährlich fand am Erev-Pesach eine sijum für Erstgeborene statt, ebenso am Schowuaus uud Hauschanorabbo das übliche Lernen. Ferner wurde im Berichtsjahre 1927 anläßlich der Beendigung je eines Talmnd-Traktats in den Lehrknrsen der Herren Rabbiner Dr. Hoffmann und Lehrer S. Unna ein Toppel- Sijum abgehalten. Tie B o r st a u d s w a h l hatte folgendes Ergebnis: Borsitzender Herr Jakob Hamburger, ftellv. Borsitzeuder Willy Mainz, Kassierers Hermann Rochschild, Beisitzer: Frit? Breslau,. Adolf Dorfzaun, Dr. Josef Frank, Dr. Ernst Freimann, Direktor P. Klibansri, Wolf Lustgarten, Gustav Oppenheimer, Jsaac Weil. Vertreter der Jngend: Tr. Fritz Michael, Benno Levita, Joseph Una. Ez iZhajim Das Sommerhalbjahr hat unmittelbar nach Pessach begonnen. Alle Eltern, die ihren die hiesigen Schulen besuchenden Knaben neben dem Wissen, das sie auf den verschiedensten Gebieten und auch in den jüdischen Fächern erwerben, eine intensive gründliche Kenntnis von Bibel, Talmud und Schulchan-aruch vermitteln wollen, seien auf unsere Anstalt nochmals besonders hingewiesen. Zur Zeit unterrichtet Ez Ehajim ea. 120 Kinder in acht Abteilungen in den verschiedensten Zweigen jüdischen Wissens. Wir zählen kleine Knaben im Alter von 5, 6 und 7 Jahren zu unseren Zöglingen, die bei uns die Anfangsgründe erlernen und wir haben.die Freude, Knaben von 15, 16 und 17 Jahren zu unseien Schülern rechnen zu dürfen. Von der 7. Klasse angefangen, bis zu der höchsten hinauf, erhält jede Abteilung täglich einen zweistündigen Unterricht. Die unterste Klasse hat täglich eine Stunde. Zu jeder näheren Auskunft ist der Unterzeichnete, sowie Herr Dr. Ephraim bereit, der Anmeldungen täglich von 3-1 Uhr bis zum 9. Mai und Sonnrag, den 6. Mai von U)-11 Uhr in den Räumen Hermes weg 25—27 engegennimmt. Rabbiner Tr. Horovitz Israelitischer HilfsVerein E. V., Lange Straße 30. Am 19. April waren es 20 Jahre, daß Charles Hallig a r t e n s. A. von uns gegangen ist. Der Israelitische Hilfs¬ Verein ist mit dem Namen von Charles Hallgarten eng verknüpft, so eng verknüpft, daß wir heute noch einmal in kurzen Zügen diesen edlen Menschen und warmherzigen Gönner zeichnen wollen, im Andenken an sein imvergeßliches Werk und zur Erinnerung an unseren langjährigen Borsitzenden. In seinem 26. Jahresbericht schreibt der Israelitische Hilfsverein E. B.: „Am 19. April 1908 starb Herr Charles L. Hallgarten. Am 22. April wurde er zur letzten Ruhe getragen unter Beteiligung aller Stände und aller Konfessionen, von hock und niedrig, von reich und arm. Von nah und fern waren Männer herbeigeeilt, dem edlen Menschenfreunde die letzte Ehre zn erweisen; es war eine Trauerfeier wie fie noch wenigen Bürgern Zuteil geworden, und dem Fremdling, der da frug, wer ist es, der hier zur ewigen Ruhe bestattet wird, ist es ein Fürst, ist es ein sonstiger hoher Würdenträger oder ein berühmter Gelehrter, ein großer Wohlräter? — ihm konnte die Antwort werden, er war mehr als dies — der Dahingeschiedene vereinte alle diese Würden in sich. — So war auch uns Charles L. Hallgarteu nicht allein ein trefflicher Borsitzender, ein weiser Führer und Berater, er war uns ein Helfer durch Rat und Tat in hervorragender Weise." Diese überragende Persönlichkeit, die nicht nur bei nns, sondern bei zahlreichen jüdischen nnd interkonfessionellen Fürsorgebestrebungen bahnbrechend wirkte, ist nicht nur eine Erinnerung, sondern auch eine Mahnung für uns. Ihm nachstrebeit, in seinem Sinne handeln, wie er sür das Gesamtwohl und für >das Judentum wirkeu, das muß uus au seinem 20. Todestag vorschweben. Sein Werk droht insolge der schwierigen Finanzlage, in der die jüdische Fürsorge sich befindet, zusammenzubrechen. Geben, mit vollem H e r z e n und mit vollenHände n so wie er, zu eiuem Weiterleben und schöpferischen Auswirken seines Gedenkens, ist die Pflicht aller, die der jüdrschen Fürsorge nahestehen. Sanitätsrat Dr. Ettlinger, eister Vorsitzender. Fünfundzwanzig Jahre „Mädchenklub". Im großen Saal der Frankfuri-Loge beging am 19.v. Mts. der „Mädchenr'lub" in würdiger Weise die Feier seiues fünfundzwanzigjährigen Bestehens. Aus Klavierquartetten von Beethoven uud Mozart 'wurde vou Gustel Hirsch, Lilian und Margret Oppenheimer, denen sich als Cellist Herr Karl Klub anreihte, je ein Sat, vortrefflich zu Gehör gebracht, ein Gedicht von Werfe! und eine Sage ans dem Talmud von Herrn Max Kornitzky in vollendeter Rezitation vorgetragen. Alice Baehr. begleitet von Lucie Baehr, gab dem Abend die künstlerische Weihe durch Vortrag der großen Traviata-Aric und riß die Hörer durch die helle Süße ihrer Stimme und durch ihre bekannte Beherrschung der Koloratur hin, wie später durch deu Bortrag dreier schubertlieder, unter ihnen die selten gehörte „Pastorelle". Tie Ansprache hielt die Gründerin und stete Beschützerin des Klubs Fräulein Bertha P a p p e n h e i m. Ergreifend sprach sie von der Gnade nnd der Tragik des Alterns und wars einen Blick rückwärts aus die Zeit der Gründung des Klubs.- er bezweckte, berufstätige Mädchen zu gemeinsamer Anregung, zu fördernder Geselligkeit zusammenzuschließen, ihnen Vorträge, Mnsik, jede Art edler Freuoe zu vermitteln, ihnen ein Heim zu sein, ohne sie jedoch der Familie zu enlsremden. Wehmütig blickte die Reduerin aus die gelichtete Reihe der Gründerinnen, von denen sie besonders die freudig tätige Frau Sidonie Tann hervorhob uud fragte sich, haben wir unsere Schuldigkeit alt der Jugend getan?'Da des Klubs anfängliche Grnudprinzipien heute noch Geltung haben, durfte sie die selbstgestellte Frage bejahen. Hier wird nicht Wohltätigkeit, sondern Kameradschaftlichkeit geübt; im Vorstand setzt sich die Frische der „grünen" fugend neben der Erfahrung der Reise gleichwertig durch" Parteilosigkeit und Berineidung von Streit bleibt auch seit dem Anschluß des Mädchenklubs an den Frankfurter „Jugendbund" gewahrt. Ta von der Leitung alles abhängt, ist äußerlich gesehen manches anders geworden, nicht aber die Pflichttreue der führenden Persönlichkeiten. Tie Räume freilich (Langestraße 30), in denen tagsüber gearbeitet wird, sind nicht mehr so schön wie anfangs (Fahrgasse 116). Für die Entwickeluug des Klubs in den nächsten fünfundzwanzig Jahreu erhofft Fräulein Pappenheim neben dem ferneren Zusammenhalt ein Ferien- und Weekend-Heim Ein sinnvolles Festspiel von Frau Ida Wols reihte sich würdig deil übrigen Darbietungen an. Unter dem Titel „Die jüdische Frau, das jüdische Haus durch die Jahrhunderte"' brachte es fünf lebende Bilder: Sara im Zelt, Das Biederweib, Glücke! voit Hameln (die berühmte Ahne Bertha Pappenheims), eine Szene aus der Gründungszeit des Klubs, sowie einen geselligen Abend im Mädchenklub. Die hübsche Dichtung uud die Bilder, von denen „Sara im Zelt" uüd „Glücke! vou Hameln" als die geluugeusteu genannt werden müssen, fanden ein dankbares Publikum. - I.. N.H. ^1X >.uM55^^U-Lc5el.lZctt^Imbn knesrcs fktkdikmknek «kUktkcimsuu6S-ZU5mur g 1895 ö lSsdiOnnsdsllstlon — Z3nit-S!"e —^Nlsgen. AborinsmSnt' für' ^nsdsncj^Zil-ung u-Wsssepieil-ungen.

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