Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 6 (1927-1928)
- Issue
- 9 (5.1928)
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 282 (sequence 10)
- Language
- German
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282 OlauZus an deutschen Hochschulen. Der Deutsche Akademiiertag repräsentiert nur die ausgesprochen völkische Gruppe der Akademiker in Deutschland. — Emden. Eine Anzahl jüdischer Viehhändler, die Hakenkreuzlerische Provokationen abwehrte, wurde wegen Landfriedensbrucks, gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung zu harten Gefängnisstrafen verurteilt. — Hamburg. Dem neugewäl)lten Hamburger Senat gehört auch der bisherige, von der Reaktion stark bekämpfte, Senator Cohen (Demokrat) als Finanzsenator an. — Am 15. 3. konnte Fräulein Sidonie Werner auf eme 20jährige Tätigkeit als Vorsitzende des Israelitischen Humanitären Frauenverems zurückblicken. — Hannover. In der Sitzung der Repräsentantenversammlung vom 22. 3. wurde der Etat, der in Einnahmen und Ausgaben mit 249220 Mark schließt, wovon 217 000 Mark als Steuern aufzubringen sind, genehmigt. — Kassel. Der am 11. Dezember 1903 in London verstorbene Industrielle Ludwig Mond hat in seinem Testament der Stadt Kassel eine Schenkung von 20 000 Psnnd Sterling vermacht, die in derselben Weise verwandt werden sollen, wie die Gabe von 100 000 Mark, die der Verstorbene bereits früher der Stadt Kassel überwiesen hat und die für Wohltätigkeitszwecke bestimmt war. — Königsberg. In der letzten Sitzung der Nepräsentantenversammlung wurde u. a. beschlossen, den Steuersatz von 20 aus 15 Prozent der Staatseinkommensteuer zu reduzieren. — Marburg. In der Zeit vom 15. Mai bis 31, August findet in den Räumen des kunstgeschichtlicken Seminars der Universität eine Ausstellung religiöser Kunst in Hessen und Nassau statt; auch eine Abteilung für Mische Kunst ist vorgesehen. — München. Das freisprechende Urteil der Münchener Strafkammer in einem Beleidlgungsprozeß von Nassauer Juden gegen den Verantwortlichen Redakteur des Hitler-Organs „Völkischer Beobachter", Cernh, ist von der Revisionsinstanz aufgehoben und die Angelegenheit zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an die Strafkammer zurückverwiesen worden. — Stettin. Der Haushaltsplan der jüdischen Gemeinde wurde in der letzten Sitzung der Repräsentanten- Versammlung genehmigt; er schließt mit 219 000 Mark in Einnahmen und Ausgaben ab. — Ulm. Der Israelitische Oberrat hat die Stelle eines Rabbiners für das erledigte Bezirksrabbinat Ulm dem Rabbiner Dr. Julius Cohn aus Stuttgart übertragen. Anstalten und Vereine Vertreiertaglmg des Landesverbandes (L. T. A.) Am Sonntag, den 25. März, 1 Uhr mittags, trat die Landesversammlung des Verbandes preußisch-jüdischer Gemeinden zu ihrer vierten und wahrscheinlich letzten Session innerhalb der ersten Legislaturperiode zusammen. Eingeleitet wurde die Tagung durch eine Weiherede des Rabbiners Dr. Emil Levy, der die Abgeordneten mit einem „Lruenim b.a.ba,im" begrüßte und ausführte, die Verhandlungen hier bedeuten gemeinsamen Dienst am Judentum, jedem liege die Fortdauer der Gemeinschaft am Herzen, deshalb werden wohl die Verhandlungen im Geiste gegenseitigen Verstehens geführt werden. Bei der Behandlung des Judengesetzes müsse dem Austrittswillen ein Riegel vorgeschoben werden. Die Schaffung eines Reichsverbandes der deutschen Juden wäre eine würdige Demonstration für den deutschen Reichsgedanken überhaupt. Wir betonen die Solidarität mit den Juden aller Länder, dem ,Mal Jisrael", und sehen im Geiste den zu begründenden Weltverband der Juden, von dem der Reichsverband nur ein Glied sein wird. Der Präsident der Landesversammlung, Heinrich Stern, hielt die Eröffnungsansprache, in der er zunächst — während sich alle Versammelten von den Sitzen erhoben — den verstorbenen Mitgliedern des Verbandsrates, Justizrat Bernhard Breslauer, Justizrat Lilienthal und Bankier Bruno Galewski, einen tief empfundenen Nachruf widmete. Justizrat Breslaner war der erste, der für den Gedanken einer Reichsvereinigung der deutschen Juden gewirkt hat; Bruno Galewski, ein Vertreter der gesetzestreuen Richtung, war von einer seltenen Herzensgüte; Leo Lilienthal, dessen Geistesklarheit und blutvolles Mitleben allen in Erinnerung bleiben wird, hat eine Lücke gelassen, die schwer auszufüllen ist. Das Andenken dieser großen und frommen Juden wird «5chAche/7 tti?l?e/V/M//ch /'s/ „SMn's FttMS" c/e/' 6e/Se/?s/wM/ Masch/e/Se />? 6^rc/n/?!?^/?6^ ^sn?^s//5//?L . . . 5V. F.Ai? m// /e/>?em s /'ott^ Ta?/obs/ . . .?as^ 5^7. 5.75 Soe/AeFwFe /s Vss 6a«5 e//? 6/?eM/-SeschW. Altbekanntes 8pe?WIliau8 keiner I-Mme». 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